11. Dezember 2010

TV-Tipps: Wochenende 17.12 - 19.12.

Das Weihnachtsfest nähert sich, und mit ihm erwachsene Menschen mit blinkenden Rentier-Geweihen, al-qaida-bedrohte Weihnachtsmärkte, von „Wham!“ bedrohte Gehörgänge, und jede Menge Filme, in denen irgendwann mal Schnee auftaucht...:

Freitag, 17.12.

Die Chroniken von Narnia I - Der König von Narnia (Sat 1 / 20.15 Uhr)
Nicht zu verwechseln mit dem zweiten Teil des Propaganda-Franchise‘, in dem ein Prinz statt ein König wichtig wird, der sonst aber genauso blöde ist. Fernab davon, gänzlich belanglose Playmobil-Variante von Tolkiens „Ring“-Trilogie, mit einem Jesus-Löwe, unsagbar nervtötenden Kinder-Darstellern, und einem waffenverteilenden Weihnachtsmann. 

Der Grinch (RTL II / 20.15 Uhr)
Ron Howard und Jim Carrey.

Apocalypto (Pro 7 / 23.00 Uhr)
Gibson, die Erste: Handwerklich ordentliches, aber nichtsdestotrotz absolut ekliges und reaktionäres Pathos-Kino, dass sich in seiner Brutalität und wichtigtuerischer Pseudo-Authentizität suhlt. Den hier find‘ ich im Vergleich zum Schottland-Trip obendrein noch langweilig.

Black Christmas (RTL II / 00.45 Uhr)
Das durchgehend mittelmäßige Slasher-Remake eines durchgehend mittelmäßigen 70er-Thrillers. Keine Offenbarung, aber irgendwie trotzdem unterhaltsam. Der beste Film, den man an diesem Abend im Fernsehen zu sehen bekommt. Eigentlich tragisch.

Samstag, 18.12.

Versprochen ist versprochen (VOX / 20.15 Uhr)
War für mich immer der bessere „Kevin allein zu Hause“, ich tendiere allerdings dazu, diese Behauptung nicht mit einer erneuten Sichtung auf die Probe zu stellen. Andererseits:  Komisch und albern war Schwarzenegger ja schon immer - und diesmal hat es sogar gepasst.

Mad Max (Kabel 1 / 22.55 Uhr)
Gibson, die Zweite: Hat wahrscheinlich sowieso jeder schon mindestens einmal gesehen, ist ja auch so ein ominöser Kultfilm aus den 70ths/80ths. Warum man in einer Welt ohne Treibstoff allerdings ständig durch die Gegend cruised, und sich dämliche Verfolgungsjagden liefert, konnte mir bis heute immer noch niemand erklären. Läuft gekürzt.

Mad Max - Jenseits der Donnerkuppel ( Kabel 1 / 00.45 Uhr)
Gibson, die Dritte: Bricht nahezu vollständig mit den Traditionen der Reihe, tauscht jeglichen Ernst gegen eine bunt-bescheuerte Trash-Kulisse, in der irgendwann auch noch Tina Turner durch‘s Bild wackelt. Von vielen Fans verachtet und gehasst, wahrscheinlich gerade deshalb mein Lieblings-“Mad Max“.

Der Leopard (SWR / 23.35 Uhr)
Burt Lancaster und Claudia Cardinale. Aber eben auch Luchino Visconti. Hab‘ ich mich bisher nie ran getraut, obwohl die DVD schon seit Ewigkeiten bei mir rumliegt. Vielleicht klappt es ja dieses Mal.

Sonntag, 19.12.

Ice Age (RTL / 20.15 Uhr)
Finde ich trotz meiner Abneigung gegen viele Pixar-Dreamworks-Whatever-Werke ziemlich gelungen, und funktioniert sogar in der deutschen Synchronfassung (trotz Otto!) ordentlich. Allerdings holen einen die Epigonen dann ganz schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Jumper (Pro 7 / 20.15 Uhr)
Ganz und gar grässlich inszenierter und besetzter Versuch eines Sommerblockbusters, der es schafft, nicht das Geringste aus seiner garnicht mal so uninteressanten Idee herauszuholen. Anstelle der Auseinandersetzung mit dem Superkräfte-Mythos und daraus resultierender Verantwortung, flüchtet sich „Jumper“ in eine ermüdende Sightseeing-Tour und Gekloppe mit blitzenden Stöcken. Ist so doof, wie es sich anhört, und taugt noch nicht einmal als tumbes Effektkino.

Babylon A.D. (Pro 7 / 22.05 Uhr)
Gleiche Zielgruppe wie „Jumper“, allerdings ohne Morgan Freeman und Hayden Christensen, dafür aber mit Gérard Depardieu und Vin Diesel.
Der filmische Offenbarungseid des sowieso hoffnungslos überschätzten Mathieu Kassovitz.

Stephen Kings Stark (Kabel 1 / 01.10)
Im Vergleich mit Kubricks „Shining“ und dePalmas "Carrie" unter objektiven Gesichtspunkten wahrscheinlich das schwächere Werk, trotzdem die einzige King-Verfilmung, die ich noch einmal anschauen würde. Schwer unterschätzt!

Zeugin der Anklage (ARD / 02.45 Uhr)
Noch nicht einmal Billy Wilders bester Film, und trotzdem ein absolutes Highlight. Gewitztes Script, grandioser Cast, und der Beweis dafür, dass die bestens Plottwists immer noch jene sind, die man bis kurz vor Schluss überhaupt nicht wahrnimmt. Alltime-Classic.

Kommentare:

  1. da hat ja jemand richtig guten Geschmack. 'Ice Age, Stark sind beide unterschätzt und in ihrem jeweiligen Genre durchaus zu goutieren. Stark vor allem wegen Hutton, weniger der eher mittelmässigen Inszenierung Romeros geschuldet

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  2. DankeDanke :)

    In der Tat lebt "Stark" viel von seinem Hauptdarsteller; allerdings in Hinblick auf das zombielastige Œuvre auch unter dem Gesichtspunkt Romero eine willkommene Abwechslung - auch wenn sich seine Regie als in der Tat nicht allzu innovativ erweist (hab' ich zumindest so in Erinnerung; eine Auffrischung tut dringend Not...)

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