11. Februar 2011

TV-Tipps: Woche 12.02. - 18.02.

Vorwörter werden sowieso überbewertet.

Samstag, 12.02.
Pitch Black - Planet der Finsternis (20.15 Uhr / VOX)
Soll gerüchteweise besser als sein Nachfolger RIDDICK sein. Was jetzt zugegebenermaßen auch nicht sonderlich schwer werden dürfte.

Piranha II - Fliegende Killer (20.15 Uhr / Tele 5)
Das Regiedebüt von James „Avatar“ Cameron. Handwerklich maximal solides Creature-Feature, dass sich entgegen vieler anderer Werke des Regisseurs aber nicht allzu ernst nimmt. Das alleine macht die Idee von Killerfischen mit Flügeln noch nicht unbedingt besser, aber irgendwie sympathischer. Typischer meh-Film. Nachtwiederholung ungekürzt.

Matrix Reloaded (22.00 Uhr / Pro 7)
Vollkommen überflüssige Fortsetzung, die manisch versucht, den style-over-substance-Vorwurf gegen den Vorgänger durch krude Welten- und Mythenbildung zu entkräften, sich in Wirklichkeit aber vollständig in seiner wirren Handlung verzettelt. Wiederholt und streckt außerdem die einst gelungenen SlowMotion-Fights bis zu vollkommenen Redundanz.

Shark Attack III: Megalodon (22.05 Uhr / Kabel 1)

Trash-Filmer Woth überbietet doch tatsächlich seinen eigenen Vorgänger im SHARK ATTACK-Franchise, und lotet hier ganz neue qualitative Untiefen im Tierhorror-Genre aus. Alleine die Jetski-Sequenz ist Gold wert - absolutes Muss für Freunde des schlechten Geschmacks.

I‘m a Cyborg, but that‘s OK (01.10 Uhr / RBB)
Weitestgehend erfolgreich verdrängt. War aber schlecht, wie eigentlich alles von Park. Einer der überbewertetsten zeitgenössischen Regisseure überhaupt, hat mit DURST und seinem neuen iPhone-Projekt aber sowieso die endgültige Selbstdemontage eingeleitet.

Sonntag, 13.02.
Der Tag, an dem die Erde stillstand (20.15 Uhr / RTL)
Wahrhaft erschreckend blödes Remake des gleichnamigen SciFi-Klassikers von Robert Wise, dass seine platte Öko-Parabel wahrscheinlich selbst als Transformation des politischen Subtextes der Vorlage in die Gegenwart versteht. Zum sonstigen Niveau passend mit Keanu Reeves in der Hauptrolle besetzt.

Leg dich nicht mit Zohan an (20.15 Uhr / Pro 7)
Noch besser: Schau ihn gar nicht erst an.

Werner - Beinhart! (20.15 Uhr / SuperRTL)
Gilt unverständlicherweise bei Einigen sogar als Kultfilm, ist aber nur die um den sowieso schon spärlichen Witz bereinigte Aufbereitung der Comicvorlage. Übrig bleibt Humor für diejenigen, die Synchronsaufen in der Südkurve als Sport und tiefergelegte Autos als Lebenspartner ansehen.

Infam (20.15 Uhr / Arte)
Nicht gesehen, aber Audrey Hepburn und Shirley MacLaine sind zwei Gründe, das schnellstmöglich zu ändern.

Matrix Revolutions (22.30 Uhr / Pro 7)

Siehe MATRIX RELOADED oben.

Blue Velvet (00.35 Uhr / Tele 5)

David Lynchs tendenziell überambitionierte suburb-Groteske voller schwüler Erotik, surrealistischer Einschläge und brillanter Darsteller. Die „In Dreams“-Sequenz zählt nach wie vor zu den stärksten Momenten aus Lynchs Œuvre, und gibt einen kleinen Ausblick auf das nachfolgende TWIN PEAKS. Hat sich schleichend, aber effektiv zu einem meiner Lieblingsfilme des nicht ganz unumstrittenen Regisseurs gemausert.

Montag, 14.02.
Hellboy (20.15 Uhr / Kabel 1)
Schiebe ich behände vor mir her. Del Toro ist einer von den Guten, aber Comicverfilmungen, die auch als solche konzipiert sind, sind für mich meist ein Buch mit Sieben Siegeln.

Dienstag, 15.02.
Tootsie (21.00 Uhr / ZDFneo)
In erster Linie starkes Schauspielkino, von Pollack routiniert und fehlerfrei abgefilmt. Sicherlich ein nicht unwichtiger, und stilprägender Film, hat mich aber nie zur Gänze überzeugen können.

Mittwoch, 16.02.
Mr. Deeds (20.15 Uhr / Kabel 1)
Kennt man einen Film von Adam Sandler, kennt man alle. Infantile und schlecht getimte Nummernrevue aus Kalauern und Zoten, deren Einstufung als präpubertär allen Beteiligten noch schmeicheln dürfte.

Into the wild (23.00 Uhr / SWR)
Ganz und gar verklärende Aufarbeitung der Pseudo-Biographie des Aussteigers McCandless, die in ihrer unreflektierten Lobpreisung der edlen Wildnis wohl nur wohlbehüteten Bionade-Biedermeiern in Szenebezirken gefallen dürfte. Kalenderspruch-Kino.

Happiness (00.35 Uhr / ARD)

Liegt ungesehen auf meinem DVD-Stapel, wird von manchen aber als das bessere AMERICAN BEAUTY bezeichnet, von anderen in Grund und Boden gestampft. Solange ich nichts davon gesehen habe, versuche ich neutral zu bleiben, aber diese ganze Dekonstruktion der Vorstadt-Idylle hat langsam etwas abgegriffenes an sich.

Donnerstag, 17.02.
Pearl Harbor (20.15 Uhr / VOX)
Michael Bay in ungeahnter Höchstform: Ein selten zynisches, debiles, unreflektiertes und katastrophal inszeniertes Stückchen Film, dass nur in US-Kasernen als Unterhaltungsmedium und in Guantanamo als Folterwerkzeug Einsatz finden dürfte.

Freitag, 18.02.
Pathfinder - Fährte des Kriegers (22.10 Uhr / RTL II)
Remake-Niete Nispel goes CONAN. Wirr geschnittenes und in Blau-Grau-Tönen ertränktes Gekloppe von Muskelpaketen (Indianer und Wikinger...) mit unverhohlen archaischen Männlichkeitsidealen, dafür aber gedrosselter IQ-Funktion. Dürfte bei der 300-Fraktion für Beifall sorgen.

Ben X (23.55 Uhr Uhr / RBB)
Auch hier: Nicht gesehen, wird in einschlägigen Kreisen aber hoch gelobt, wohl auch, weil man sich dem Thema Computerspiele und Sucht relativ unvoreingenommen nähert. Ich bleibe skeptisch.

Die Regeln des Spiels - Rules of Attraction (02.15 Uhr / Pro 7)
Ich schließe mich mal bereitwillig dem Tenor anderer Kritiker an: Starker Anfang, alles darauffolgende ist anbiedernd modernes Runterrasseln von Popkultur und dem Hofieren von Klischees, die man eigentlich entlarven wollte.

Und das sagen die anderen dazu:  Künstliche Welten, Blockbuster Entertainment, Intermoviession

Kommentare:

  1. ja und nein. Happiness ist über 20 Jahre alt, damals fing, bzw. erlebte die Auseinandersetzung mit der Bürgerlichekit ihre Renessaince.
    Ich fand Happiness immer einen Tick over the top, zu8 negativ und die Figuren nur hassenswert, somit auch kaum einen Grund der Geschichte zu folgen.
    Und Hellboy - unbedingt nachholen,. Del Toro ist ein guter

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  2. Das mit dem Alter von HAPPINESS stimmt natürlich, aber sonst hast du genau das angesprochen, was ich befürchte: Zuviel Hass auf das Objekt der Satire kann manchmal ganze Filme aus dem Ruder laufen lassen. Ich fand' ja schon das Ende von MERICAN BEAUTY sehr over the top - aber im Vergleich zu dem konstruierten Mist in LITTLE CHILDREN ist es ja noch Gold wert. Na mal sehen, hab die HAPPINESS-DVD mal auf meine Liste gesetzt.

    Gut, HELLBOY wird nachgeholt, wenn den soviele empfehlen, kann er ja nicht ganz verkehrt sein :)

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