25. Februar 2011

TV-Tipps: Woche 26.02. - 04.03.

Von einigen Ausnahmen abgesehen, heute wieder die typischen TV-Anti-Tipps, und der Hinweis darauf, dass es sicher klug ist, sich für die kommende Oscar-Nacht nicht nur ein paar Dosen Red Bull bereitzustellen, sondern auch schon mal nach einem monothematischen Chatroom umzuschauen, mit dem man sich während der Werbepausen und den dösigen Parts der Veranstaltung beschäftigen kann. Die F5 und Moviepilot haben da ja bereits etwas passendes in Aussicht gestellt:  - Klick - 
Außerdem: Die neuen Staffeln von KRÖMER und Heidis Zicken-Casting starten!

Samstag, 26.02.

Cars (20.15 Uhr / Sat 1)
Für Menschen jenseits der Vorschule eher schwer zugängliches Matchbox-Revival im Animationsuniversum. Schwebt zwischen bunter Infantilität und aufgesetztem Verweiskino für Erwachsene. Zudem anstrengend moralisierend.

Kein Bund für’s Leben (20.15 Uhr / Pro7)
Einer der vielen Gründe, warum man die Wehrpflicht besser schon vor zwanzig Jahren abgeschafft hätte. Axel Stein – seines Zeichens nervigster Ausfluss des ätzenden deutschen Privatfernseh-Comedy-Zirkus – spielt Armee, und darf ganz viele witzige Soldatenklischees aufwärmen und mit einem Panzer durch die Gegend fahren. Lustig wie eine MG-Salve ins Gesicht.

Elizabeth (20.15 Uhr / RTL 2)
Im Guten, wie im Schlechten typisches Ausstattungskino der 90er: Historisch gesehen eher mit Vorsicht zu genießen, aber durchweg gut besetzt und opulent ausgestattet. Nett.

Hooligans (22.05 Uhr / Pro 7)

Erschreckend dummer und undifferenzierter Werbeclip für Patriarchat und Kategorie C, der noch nicht einmal vor „unter der Woche sind sie ganz lieb“-Montagen zurückschreckt, und mit Elijah Wood katastrophal besetzt wurde. Will ernst genommen werden, und ist deshalb tatsächlich verwerflicher, als der trashige Nachfolger, nach dem sowieso kein Hahn mehr kräht, den Pro7 nichtsdestotrotz aber im Anschluss zeigt.

Striptease (22.45 Uhr / RTL 2)

Vollkommen ernst gemeinter, gerade deshalb aber irgendwie auch ziemlich amüsanter Peepshow-Trash, den man auch fernab von Demi Moores diskutablen Auftritt, durchaus mal anschauen kann.

Der Blob (23.15 Uhr / Kabel 1)

Nicht gesehen, klingt beim querlesen durch die Kritiken und Inhaltsangaben aber nicht ganz uninteressant. 

Sonntag, 27.02.

American Pie (12.40 Uhr / Pro7)

Zwiespältig. Wärmt eigentlich nur Klischees und Konstellationen auf, die man bereits nach dem dritten Teil der EIS AM STIEL-Reihe satt hatte, ist von erhabener Verachtung gegenüber seinen Figuren geprägt, macht innerhalb seiner Grenzen und auf niedrigem Niveau aber trotzdem mehr richtig als falsch. Werde ich wahrscheinlich trotzdem nie wieder anschauen.

Der Regenmacher (12.45 Uhr / Kabel 1)

Wie so oft bei Grisham-Adaptionen gilt: Wer mit dem grundlegenden Szenario etwas anfangen kann, der kommt auch hier voll auf seine Kosten. Liebe Anwälte, böse Anwälte, ein kritisiertes, aber nicht hinterfragtes Justizsystem, von Coppola routiniert, aber auch erstaunlich einfallslos in Szene gesetzt.

Hellboy II – Die goldene Armee (20.15 Uhr / RTL)

Nicht gesehen; wird irgendwann auf DVD nachgeholt.
Anstrengend in sich selbst verliebtes Pseudo-Biopic nach Fitzgerald-Vorlage. Fincher inszeniert breit und bedeutungslos, dafür aber sichtlich in Richtung Tränendrüse. Der Plot, der nie mehr als nur ein bloßer Rumpf zu sein scheint, ordnet sich letztendlich vollständig den mittelmäßigen Specialeffects unter. Typisch pseudoepisches Academy-Futter.

Reservoir Dogs (0.00 Uhr / NDR)

Ebenso unreifes, wie auch nervendes Regiedebüt von Quentin Tarantino, dass sich selbst in seiner blinden Zitatwut am besten gefällt, mit voranschreitender Spielzeit aber auch ostentativ den Sadismus seines Machers zur Schau stellt. Komplett verklärter Mist.

OSCAR-Verleihung (01.10 Uhr / Pro 7)

Gehört irgendwie dazu, auch wenn die Entscheidungen mittlerweile berechenbar geworden zu sein scheinen, und die Gala letztes Jahr ziemlich schnarchig war. 

Montag, 28.02.

Belle de Jour – Schöne des Tages (20.15 Uhr / Arte)
Catherine Deneuve *love*

Dienstag, 01.03.
Nix.

Mittwoch, 02.03
.
American Dreamz – Alles nur Show (20.15 Uhr / RTL 2)

Durchaus vergnügliche Abrechnung mit Casting-Gehabe und Showbusiness, die letztlich aber bei Weitem nicht so gewagt ist, wie sie sich selber vorkommt. Eine Satire, die aus dem Herzen von dem stammt, was sie kritisieren möchte. Trotzdem sehenswert, vor allem in Hinblick darauf, dass Hugh Grant Arschloch-Rollen authentischer rüberbringt, als die ewigen Dackelblick-RomCom-Auftritte.

8 Mile (22.15 Uhr / RTL II)

Wahrscheinlich die beste Rapper-Biographie, die es bisher in die Kinos geschafft hat, was bei dem Niveau-Limbo in dieser Sparte aber auch nicht allzu schwer sein dürfte. Ghettokolorit bleibt auch in 8 MILE erhalten, aber wenigstens wird er hier nur als Hintergrund eines konventionellen Aufsteigerplots verwendet, und nicht vollständig glorifiziert. Ist für mich weniger wegen des Milieus und der Musik, sondern eher wegen seines inkonsequenten Hin- und Her zwischen Mainstream-Blockbuster, seichter Sozialkritik und Fanboy-Anbiederung uninteressant. 

Donnerstag, 03.03.

Der Ja-Sager (20.15 Uhr / Sat 1)

Typisches Comedy-Starvehikel aus der Zeit, in der Jim Carrey und seine Visage immerhin bei manchen Leuten noch für Lacher und nicht für kollektiven Brechdurchfall gesorgt hat. Hier versucht er sich sogar mal an der einen oder anderen Pointe, die nicht über Grimassen, sondern Dialoge funktioniert, und fährt in diesen Stellen gar nicht mal so schlecht damit. Von allen Carrey-Komödien sicherlich eine der besseren, aber natürlich trotzdem weit davon entfernt, lustig oder gar sehenswert zu sein.

Die Mumie (20.15 Uhr / VOX)

Stephen Sommers wilder Mix aus Horrormythen der Universal Studios, Indiana Jones und trashigem Comicrelief, einst von den Medien gehasst und von den Massen geliebt. Von nicht wenigen Kritikern aufgrund seines familientauglichen Gewaltgrades und dem übermäßigen Einsatz von CGI nicht zu Unrecht zum Anfang vom Ende moderner Gruselkultur deklariert, macht dieser überzogene, sich glücklicherweise aber überhaupt nicht ernst nehmende Franchise-Auftakt doch irgendwie Spaß.

Marie Antoinette (20.15 Uhr / Arte)

Gelungene Verquickung von losen historischen Biographien und den typischen Coppola-Topoi Einsamkeit und Sinnsuche in einer fremden Welt zu einer rosaroten Ausstattungsorgie in der Tradition des großen Kostümfilms vergangener Tage. Wegen seiner Oberfläche und seiner (gewollten) Oberflächlichkeit sicherlich Geschmackssache; beweist aber in Cast und Inszenierung definitiv Stilsicherheit, und lässt sich durchaus auch als kecke Zustandsbeschreibung heutiger It-Girls lesen. Klare Empfehlung.

Freitag, 04.03.

Marie Antoinette (14.45 Uhr / Arte)

Wiederholung von gestern.

Zurück in die Zukunft (20.15 Uhr / RTL II)

Netter, und irgendwie auch originärer Film, voller ebenso abstruser, wie doch gelungener Ideen, dessen liebevolles Spiel mit Zitat und Hommage für mich persönlich nur etwas darunter zu leiden hat, dass die popkulturellen Bezüge noch vor meiner Geburt enden. Guter Auftakt der Reihe, die mit den beiden Nachfolgern würdig fortgesetzt, wenn nicht sogar noch gesteigert werden konnte.

Kommentare:

  1. 5F und MP. Das ist mal Niveau Limbo:-) Zumindest was die Kommentare anbelangt.
    Ansonsten: approved un ich hoffe, dass ich Marie Antoinette nicht wieder verpasse,

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  2. Dito, aber: F5 und MP schult die Street Credibility :)

    Bin gespannt, wie dein Fazit über MARIE ANTOINETTE ausfällt, ich stehe mit meiner Verehrung gegenüber dem gesamten Schaffen von Sofia Coppola bisher ja recht alleine...

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  3. Virgin Suicidy = toll
    LiT = Toller
    Somewhere muss ich mal nach holen = noch tollerer bestimmt:-)
    Gerade zu Lost in Translation finden viele keinen Zugang, aber diese wunderbar bebilderte Geschichte um Verlorensein, Gefundenwerden und sich dem bewusst sein, dass diese "Beziehung" nur platonisch und temporär sein wird ist einfach mesiterhaft.

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  4. Righty right - vollste Zustimmung in allen Punkten :)

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  5. hi. hat ihr was über diesene neuen film von roland joffe gehörht? kommt er nach deutschland?
    http://projektor7.blogspot.com/2011/02/there-be-dragons-trailer.html#comments

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