6. Mai 2011

TV-Tipps: Woche vom 07.05 - 13.05.

Anstrengende Woche, keine Lust, und eigentlich läuft sowieso nur Mist, deshalb dieses Mal in gebotener Kürze:

Samstag, 07.05.
Der weiße Hai (20.15 Uhr / VOX)
Auf der einen Seite sicherlich ein wegweisender Beitrag zum Genre, und zeitgleich eine eindrucksvolle Demonstration von Suspense-Mechanismen, auf der anderen Seite wiederholt Spielberg eigentlich nur Dinge, die er bereits in DUEL aufgegriffen hat. Aus filmhistorischen Gründen unbedingt sehenswert, hinterlässt aber zumindest bei mir -obgleich ich Spielberg-Fan bin- keinen allzu bleibenden Eindruck.

Der Untergang (20.15 Uhr / MDR)
Die Führer-Soap von Untertage: Verklemmte bis verlogene Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, die ungehemmt ihrem ostentativ ausgestellten Hang zur Inszenierung des GröFaZ als Privatmenschen frönt, und trotz aller Staffage nur den Charme eines unter der Leitung von Guido Knopp entstandenen Einspielfilmchens aufweist. Teutonen-Kino zum Abgewöhnen.

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes (22.35 Uhr / Sat 1)

Hat im Laufe der Jahre ein bisschen etwas von meiner persönlichen Wertschätzung einbüßt, bleibt aber natürlich nach wie vor ein hervorragend inszenierter Blockbuster mit einem sprücheklopfenden Ford in Bestform und ganz vielen bösen Nazis. Läutete damals ein kleines Revival des bis dahin fast ausgestorbenen Abenteurer-Films ein.

Sonntag, 08.05.
Fluch der Karibik (20.15 Uhr / Pro7)
Erster und einziger wirklich brauchbarer Teil des stetig absurder (und vor allem: schlechter) werdenden Karibik-Franchise. Die Vermischung von Piratenmythen, Seemannsmärchen und Verbinski-Meriten fasziniert mich auch heute noch auf eine schwer zu umschreibende Art und Weise, obwohl ich mir durchaus darüber im Klaren bin, dass der Film bisweilen unnötig drehbuchlastig und verschwafelt daherkommt. Egal: Anschauen!

Easy Rider (22.30 Uhr / ZDFneo)
Kühn zum Klassiker verklärtes Gesellschafts- und Sittengemälde im Korsett eines klassischen Road-Movies. Der Soundtrack ist noch immer stark, die Verklärung von Freiheit in der Weite und Hippie-Geist allerdings ebenso naiv, wie dated. Meh.

Rock‘n‘Rolla (22.45 Uhr / Pro7)

Die typische Guy-Ritchie-Chose: Unangenehm aufgeregt und hektisch, ausgestellt cool und vollgestopft mit schrägen Typen und visuellen Spielereien. Der Mann ödet mich einfach nur noch an.

Montag, 09.05.
Nix.

Dienstag, 10.05.
Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast (22.10 Uhr / Tele5)
Die Fortsetzung zum einstigen SCREAM-Nachschlag aus der Feder von Kevin Williamson. Routinierter Slasher ohne nennenswerte Höhe- oder Tiefpunkte.

Mittwoch, 11.05.
Vanilla Sky (20.15 Uhr / Kabel 1)
Nicht gesehen, aber man munkelt, der soll gar nicht so verkehrt sein?!

Fight Club (22.45 Uhr / Kabel 1)
Wahrscheinlich nicht der beste Film der 90er Jahre, ganz sicher aber einer mit dem größten Nachhall: Finchers Abgesang auf Konsum und Gesellschaft verbalisiert in griffigen Phrasen die Probleme einer Generation kurz vor der Midlife-Crisis, funktioniert mit seiner zahmen Philosophiekomponente und Starensemble allerdings auch als jugendlicher Revolutionssoundtrack. Eigentlich ein totaler Konsensfilm, aber ich mag den wirklich gern.

Donnerstag, 12.05.
Indiana Jones: Tempel des Todes (20.15 Uhr / Sat1)
Der Mittelteil der einstigen Indy-Trilogie, der gleichzeitig auch das indirekte Prequel zum Vorgänger ist, fasziniert abermals durch Spielbergs gutes Gespür für Actionmomente und familienfreundliche Abenteuerstimmung, die zunehmende Ausrichtung zur Slapstick-Parade liefert aber bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den durchwachsenen dritten Teil, und zerstört nicht wenig von der düsteren Atmosphäre des Films. Sehenswert.

8MM (22.10 Uhr / VOX)
Nicht gesehen, aber Filme mit Nicolas Cage sind oftmals schon ohne Snuff-Sujet eine reine Tortur. Ich glaube, den kann man sich sparen.

Freitag, 13.05.
Nada.

Kommentare:

  1. Da frag ich mich, wie du „Tipp“ definierst.

    AntwortenLöschen
  2. Ich versuche mich da mal lieber an gar keiner Definition, eigentlich benötigte ich nur einen griffigen Rubriktitel, um möglichst polemisch und kontextlos auf blöde Filme eindreschen zu können - é voilà, die TV-Tipps waren geboren :P
    Eigentlich sowieso kurios, ich glaube, ich hab' schon seit zwei Jahren keinen Film mehr im Fernsehen gesehen :D

    AntwortenLöschen
  3. so siehts aus! Jaws mochte ich irgendwann nicht mehr, da gingen mir die Figuren zu sehr auf die Nerven. Vor allem Shaw mit seinem penetranten overacting. Dann lieber Piranhas:-)
    8mm ist ein Schumacher, von daher... Interessante Konstellation, aber leider viel zu plakativ umgesetzt. Eigentlich schade, aber angucken kann man den schon mal. Und sei es nur um darüber zu reüssieren, was andere Regisseure drauß gemacht hätten

    AntwortenLöschen
  4. Der zweite Indy gefällt dir besser als der dritte? Kann ich ja gar nicht nachvollziehen ...

    AntwortenLöschen
  5. Ich hab' die alle schon seit geraumer Zeit nicht mehr gesehen, deshalb unter ein wenig Vorbehalt: An Teil 3 stört mich neben dieser absoluten Konzentration auf humoristische Aspekte, die in den beiden Vorgängern eher beiläufig eingeflossen sind (und selbst da nicht immer gut funktioniert haben), vor allem die Hinwendung zur Figur Jones selbst; die Tatsache, dass dem -im Grunde eben doch banalen Vater-Sohn-Komplex- eine ausufernde Screentime zugesprochen wird, während der Abenteuerplot nur noch das Setting dafür bereitstellen muss.

    Ich müsste die aber dringend nochmal sehen, bevor ich dazu näher Stellung beziehen kann...

    AntwortenLöschen
  6. Verzichte um alles in der Welt auf "Vanilla Sky", und schau dir stattdessen das grandiose Original, Amenábars "Are los ojos" (1997) an. Nichts von dem blöden Hollywood-Getue, auf das Cruise nicht verzichten kann, dafür grosses Kino - und die Penélope lässt auf dem Dach des Hochhauses erst noch ihre Haare flattern. :)

    AntwortenLöschen
  7. Das ist mal 'ne Ansage, die beherzigt wird :)

    AntwortenLöschen