13. Mai 2011

TV-Tipps: Woche vom 14.05. - 20.05.

Samstag, 14.05.
Eurovision Song Contest 2011 (20.15 Uhr / ARD)
Ist es eigentlich legitim, das Trash-Festival ESC hervorzuheben, und im Anschluss daran einen Großteil der Filme, die diese Woche laufen, für blöd zu befinden? Ach, egal: Go, Lena, Go!

Dirty Harry 3 - Der Unerbittliche / Dirty Harry kommt zurück (22.35 Uhr / Kabel 1)

Doppel-Feature zum reaktionären „Erst schlagen, dann fragen“-Spektakel mit Eastwood in der Hauptrolle. Die Fortsetzungen verlagerten den Schwerpunkt noch mehr in Richtung Genrefilm, konnten jedoch allesamt nie an die -zumindest in technischen Aspekten vorhandene- Brillanz des Siegel-Auftakts anschließen. Aus heutiger Perspektive in vielerlei Sicht ähnlich überholt, wie die geistige Haltung dahinter es schon zu Zeiten des Release war.

Hängt ihn höher (01.20 Uhr / RBB)

Das ambitionierte Debüt von Ted Post, und das wahrscheinlich beste Werk in seiner kurzen Karriere als Regisseur: Zwischen gängigen Konventionen und der devoten Verehrung gegenüber Titelheld Eastwood, versucht sich der Film immerhin daran, mit seinem Plädoyer gegen Todesstrafe und Justiz-Willkür, ein paar neue Ideen in das weitgehend durchdeklinierte Western-Milieu zu integrieren. Ein unausgegorener, aber interessanter Versuch.

Sacramento (03.10 Uhr / RBB)
Peckinpahs zweiter Kino-Western. Kenne ich nicht, müsste man sich wahrscheinlich  auch einmal ansehen, aber Regisseur und Genre reizen mich wenig bis gar nicht...

Sonntag, 15.05.
Balduin, das Nachtgespenst (20.15 Uhr / Tele5)
Louis de Funès. Hand auf‘s Herz, dieses ewig gleiche Rumgehampel eines kleinen, französischen Cholerikers kann doch heute niemand mehr wirklich lustig oder gar gut finden, oder?!

Fluch der Karibik 2 (20.15 Uhr / Pro7)
Der unnötige Versuch den vergnüglichen Happening-Charakters des Vorgängers mit einer pseudoepischen Dramaturgie und einem vollkommen amokgelaufenen Script-Team nachträglich zu legitimieren und zur Saga aufzublasen, geht schon in Teil zwei komplett in die Hose. Ein langatmiger und tumber Selbstläufer, vollgestellt mit Schauspielern auf Autopilot. Nervt fürchterlich.

Rogue - Im falschen Revier (23.00 Uhr / Pro7)
Kroko-Blödsinn. Noch nicht gesehen, aber für zwischendurch eignet sich so etwas fast immer, zumal der gar keinen schlechten Ruf genießt, und talentfreier als in AVATAR kann Sam Worthington eh nicht mehr spielen, von daher: vorgemerkt.

Berlin Calling (23.50. Uhr / ARD)
Der Paul Kalkbrenner-Film. Soll ja Leute geben, die den samt seiner Musik gut finden.

Montag, 16.05.
Casino (21.00 Uhr / Arte)
Überlanger, und letztlich doch eindimensionaler Mafia-Epos aus dem Hause Scorsese, dessen Schwerpunkt lediglich darin liegt, uralte Genretopoi und Hochkaräter-Cast zu einem illustren Ganzen zu vermengen. Okay; aber die Verklärung von Film und Sujet allgemein innerhalb der Popkultur bleibt absolut unverständlich.

Ginger Snaps II (23.45 Uhr / Tele5)
Nicht gesehen, aber der Erstling ist trotz seiner sicherlich vorhandenen Schönheitsfehler ein durchweg sympathischer Film, der mit Emily Perkins zudem noch eine überraschend starke Hauptdarstellerin sein Eigen nennen kann. Es lohnt sich sicher, mal einen Blick riskieren.

Dienstag, 17.05.
Nix.

Mittwoch, 18.05.
The Hole (22.35 Uhr / Kabel 1)
Nippelalarm bei Fräulein Knightley, ansonsten wird der Film seinem Schauplatz weitestgehend gerecht: Bodenlos und finster.

Donnerstag, 19.05.
Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (20.15 Uhr / Sat 1)
Der Abschluss der einstigen Trilogie überzeugt noch immer mit memorablen Einzelsequenzen und vergnüglichem Blockbuster-Feeling, fällt mit seiner Hinwendung zum spielberg‘schen Hohelied auf familiäre Strukturen und erzwungenen Späßen aber deutlich gegenüber den beiden Vorgängern ab. Überdurchschnittlicher Abenteurerstreifen.

Mr. & Mrs. Smith (20.15 Uhr / VOX)
Irgendwo zwischen Screwball-Comedy und BallaBalla-Action führt Bourne-Regisseur Liman mit seinem Schaulaufen des momentanen Promi-Pärchens Numero Uno ebenso unwissentlich wie auch unfreiwillig, geflissentlich die Essenzen heutiger Blockbuster vor, in welchen der Star das Programm und vordergründige Publicity die einzige Agenda zu sein schein. Nett.

Pulp Fiction (22.55 Uhr / VOX)
Das Film-Poster in jeder dritten WG nervt ebenso wie das halbtrunkene Aufsagen des langbärtigen Burger-Dialogs, aber nichtsdestotrotz: Höhe- und ständiger Bezugspunkt des postmodernen-popkulturellen 90er-Kinos, und vielleicht das einzige Werk von Tarantino, das sich seiner Abhängigkeit gegenüber den eigenen Vorbildern derartig bewusst ist, um auch alleine bestehen und überdauern zu können. Anschauen.

Freitag, 20.05.
Ginger Snaps III (22.30 Uhr / Tele5)
Siehe oben.

Natural Born Killers (02.40 Uhr / Pro7)
Verpackt die arrogante Oberlehrerhaltung, die sich wie ein roter Faden durch Stones Filme zieht, in eine gewollt anstrengende und artifizielle Inszenierung, wirbelt sich dabei von Kameramodus bis LSD-Farbfilter kreuz und quer durch das Repertoire an Stilmitteln, und hat in Wirklichkeit doch nichts zu erzählen. Dass Oliver Stone die Medien verachtet, ebenso wie die Gesellschaft - all das hat er bereits Jahre zuvor in TALK RADIO mehr als offensichtlich durchblicken lassen. Brechmittel.

Kommentare:

  1. Dass de Funes auch Mist gedreht hat, gerade gegen Ende seiner Karriere eher so Jugendfilmchen mit einem seiner Söhne - geschenkt, doch sind zB.
    Brust oder Keule, Hasch mich ich bin der Mörder, Der Geizhals, Die Abenteuer des Rabbi Jacob wahrlich satirische, parodistische und "anspruchsvolle" Filme, die weit über de Funes "Rumgehampel" hinausgehen. Sei es die französische Angewohnheit zu nehmen, als Erfinder des guten Essens zu gelten oder schlicht den alltäglichen Antisemitismus humorig aufzuzeigen.

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  2. BRUST ODER KEULE und RABBI JAKOB hab' ich zwar mal vor Ewigkeiten gesehen, kann mich aber nicht mehr wirklich daran erinnern (zumal mir als Kind die satirischen Bezüge sicherlich sowieso nicht aufgefallen wären), aber wenn sich die Gelegenheit bietet, werde ich deine Thesen einer Überprüfung unterziehen :P
    Allerdings: Selbst wenn dem so wäre, stehen diesen handverlesenen Filmen immer noch massenweise Balduins, St.Tropez, Außerirrdische und ähnliche Klamaukwerke gegenüber, die ich als Kind zwar irgendwie liebte, die mich aber bei erneuten Stichproben stets aufs Neue enttäuscht haben. Sagen wir so: Ich habe ein sehr ambivalentes Verhältnis zu de Funes.

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  3. Immerhin reicht "dieses ewig gleiche Rumgehampel eines kleinen, französischen Cholerikers" jenseits der Grenze auch heute noch für einen erfolgreichen Wahlkampf. Ist doch auch was.

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  4. Dass de Funes exaltiertes Verhalten natürlich wenig subtil und oft von der Handlung ablenken kann ist nachvollziehbar.

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  5. Am Dienstag (heute) beginnt doch ein RTL Serienhighlight: Royal Pains

    Beste Grüße

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  6. Wie konnte ich das nur vergessen?! :)

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  7. Ich hoffe, du hast das vergessen...
    Nach dem schnellen Anfang zog sich der Pilot teilweise ganz schön :/

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