27. Mai 2011

TV-Tipps: Woche vom 28.05. - 03.06.


Samstag, 28.05.
Der Rosenkrieg (20.15 Uhr / Kabel 1)
Längere Zeit nicht mehr gesehen, aber als ziemlich beschwingte, und -natürlich nur im Rahmen seiner Konzeption als Massenfilm- bisweilen auch recht bissige Eskalations-Comedy samt sehr gutem Cast in Erinnerung. Läuft wie immer im Double-Feature mit der fiesen Moralkeule FATAL ATTRACTION.

Lesbian Vampire Killers (23.05 Uhr / RTL II)
Kenn‘ ich nicht; Cover und Titel tönen höchstwahrscheinlich aber unterhaltsamer, als diese potentiell erzwungen-kalkulierte Trash-Hommage in Wirklichkeit sein wird.

Windtalkers - Director‘s Cut (0.00 Uhr / ARD)
John Woo inszeniert nach einigen Totalausfällen erneut flüssig und geschickt, unterliegt mit seiner Aufarbeitung des amerikanischen WWII-Einsatzes im Pazifikraum letztlich aber dem nahezu genreimmanenten Fehler, Krieg zwar einerseits anprangern, auf der anderen Seite aber auch als Blockbuster-Spektakel konsumierbar machen zu wollen.

Sonntag, 29.05.
The Da Vinci Code (17.20 Uhr / Sat 1)
Von Obernulpe Ron Howard gräulich in Szene gesetzte Adaption des Dan Brown-Romans, den seinerzeit jeder U-Bahn-Lemming sein Eigen nannte, und die den Zuschauer nun vor die folgenschwere Entscheidung stellt, ob er die albern um Seriosität bemühte Inszenierung des BallaBalla-Plots, das Zimmer-Gedröhne auf der Soundspur, die Rätselanimationen aus dem PC, oder doch das anstrengende Duo Hanks/Tautou ätzender finden soll.

Ocean‘s 13 (20.15 Uhr / Pro 7)
Ohne die Leichtigkeit des ersten Teils wiederholen zu können, führt Soderbergh seine Elite-Gangster nach dem völlig missglückten zweiten Teil immerhin zurück in das sichere Gelände nett-konventioneller Sommerhits, die mehr für ihren Cast, denn für ihre Idee leben. Meh.

Bad Boys II (22.30 Uhr / Pro 7)
Menschenverachtender, mit kryptorassistischen Klischees angereicherter und sowieso hochnotpeinlicher Aufguss des dümmlichen Buddy-Movie-Erstlings, der wirklich nur für diejenigen erträglich sein dürfte, die sich ihrer Ideologie-Scheuklappen zu keiner Zeit entledigen wollen oder können. Der beschissenste Film innerhalb des an beschissenen Filmen nicht gerade armen Œuvres von Michael Bay.

Clerks 2 - Die Abhänger (23.55 Uhr / SWR)
Hell Yeah! Erst Ron Howard, dann Michael Bay und zu guter Letzt auch noch Kevin Smith; die Sendeanstalten sind heute wohl tatsächlich auf akuten Brechdurchfall aus.

Montag, 30.05.
Hot Fuzz (22.15 Uhr (ZDF)
Mit viel Detailkenntnis und Liebe versehene, komödiantische Aufarbeitung diverser Mechanismen des Actionfilms und des Kinos im Allgemeinen. Mehr nach dem Klick. Anschauen!

Dienstag, 31.05.

Die fetten Jahre sind vorbei (22.30 Uhr / SWR)
Vollkommen unglaubwürdig durchkonstruiertes Kino aus deutschen Landen, welches sich in seiner postpubertären Revoluzzer-Attitüde selbst so sehr gefällt, dass es gar nicht merkt, wie lächerlich das Ganze doch eigentlich wirkt. Läuft zu meiner großen Freude in letzter Zeit alle drei Tage auf irgendeinem dritten Programm.

Falling Down - Ein ganz normaler Tag (22.40 Uhr / Tele 5)
Immer noch nicht gesehen, obwohl ich schon bei der letzten Erwähnung hier versprochen hatte, das nachzuholen. Mal schauen, vielleicht klappt es ja dieses Mal.

Mittwoch, 01.06.
The Score (20.15 Uhr / Kabel 1)
Krampfhaft mit Altstars vollgestellter Versuch, auch ein Stückchen vom damals gerade wieder populärer werdenden Heist-Kuchen abzubekommen. Seine fehlende Erfahrung im einschlägigen Genrefilm kann Frank Oz zu keiner Zeit verbergen; plump inszenierte Actionmomente können niemals die inexistente Spannungskurve kaschieren.

Das Parfum (20.15 Uhr / Sixx)
Tykwers Film scheitert weniger an der Tatsache, sein schwierig zu fassendes Ursprungswerk akribisch nachzuerzählen und in geeignete Bilder zu verpacken, sondern eher daran, dass Süßkind seinen Roman mehr als intuitiv wahrzunehmendes Erlebnis, denn als komplexe Erzählung verstand haben wollte, und auf Zelluloid deshalb letztendlich nur eine hohle Fassade stehen bleibt.

Hexenkessel (22.25 Uhr / 3sat)
Von mir noch nicht gesichtetes Frühwerk aus dem Hause Scorsese, das mich gerade in aller Deutlichkeit daran erinnert, endlich einmal eine Regisseur-Retro unter seinem Banner anzusetzen.

Donnerstag, 02.06.
Das Wunder von Bern (18.10 Uhr / ARD)
Sönkes Empfehlungsschreiben für das drei Jahre später folgende Propaganda-Manifest namens „Sommermärchen“: Dem kitschig-sepiagefilterten Herunterbrechen globaler Heimkehrer-Traumata auf den kleinsten und banalsten Nenner setzt Wortmann käsig inszenierte Fußballhäppchen samt angedeuteten Erweckungsstolz gegenüber. Interesse an der Psyche seiner Figuren sucht man hier ebenso vergebens, wie Gespür für die historische Situation. Schlimm.

Ein perfekter Mord (20.15 Uhr / ZDF)
Passend besetzte und leidlich spannende Modernisierung des Hitchcock-Klassikers „DIAL M“, an deren Ende weniger Begeisterung, denn die Überzeugung steht, ähnliches schon einmal besser gesehen zu haben. Kann man trotzdem gucken.

Catch Me If You Can (20.15 Uhr / Sat 1)
Fröhlich-unbeschwertes Katz-und-Maus-Spiel, von Spielberg gewohnt souverän in Szene gesetzt. Mehr dazu in Kürze.

Der Patriot (20.15 Uhr / Kabel 1)
Konsequent in der Titelgebung ihres Werkes, frönt das Duo Gibson/Emmerich vor und hinter der Kamera ihrer intellektuell ebenso schlichten, wie inszenatorisch schwachen Glorifizierung von Krieg und Vaterlandsliebe, und scheuen sich abermals nicht davor, historischen Kontext zur austauschbaren Fototapete herunterzubrechen: Die Schallplatte heißt "Freedom", der Text "Independence", der Interpret Mel - ein Programm, mittlerweile so ätzend wie die Top10 - und leider auch ähnlich auflagenträchtig.

Freitag, 03.06.
Resident Evil: Apocalypse (22.10 Uhr / Pro 7)
Einmal mehr muss sich die "Resident Evil"-Reihe gefallen lassen, dass sie vom subtilen und innovativen Klassiker der Spielegeschichte, zu einer blutleeren Epigone dümmlicher Zombiefilmchen Marke "Tele5" degradiert wird.  Das Konzept von Witts Werk - sofern es denn überhaupt eines geben sollte - heißt Milla Jovovich - und das war's dann auch schon: Spannung, Grusel, ja sogar Gewalt findet man in der durch und durch lieblosen Game-Verwurstung zu keiner Zeit - sogar das Starvehikel TOMB RAIDER war seinerzeit näher am Ursprung der Faszination des Ursprungsstoffes.

The Faculty (0.00 Uhr / RTL II)
BODY SNATCHERS auf dem Pausehof. Ein mäßig spannender Film für Genrefreunde, der mich damals -wohl wegen der Erwartungshaltung, die durch die Namen Williamson und Rodriguez aufgebaut wurde- ziemlich enttäuscht hat. Meh.

Torn Curtain - Der zerrissene Vorhang (03.20 Uhr / ARD)
Von Kritik und Fans oftmals gescholtener DDR-Ausflug Hitchcocks, den ich trotz seiner vielen Rückgriffe auf politisch motivierte Klischees und einigem Spionage-Nonsens für den  unterhaltsamsten James Bond-Film außerhalb des 007-Franchise halte. Anschauen, aufnehmen, kaufen - what ever you want.

Kommentare:

  1. Jo. Fast komplette Zustimmung. Bis auf RE. Der Verweis auf das Ursprungsmedium (Game, Buch etc) greift eigentlich nie. Man kann hier zwar einen Vergleich ziehen, aber muss es nicht, da man kaum voraussetzen kann und auch nicht muss, dass der Zuschauer das Original kennt. Wobie du recht hast, ist dass RE2 der schwächste der Reihe ist.
    Aber Faculty? Der macht doch echt viel Spaß. Ich mag den sehr.

    Und guck doch jetz verdammt nochmal endlich "Falling down" :-))

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  2. Nur ein kleiner Hinweis, ich weiß, solche Hinweise sind immer blöd, aber WINDTALKERS spielt im 2. Weltkrieg. Dadurch erhält die Geschichte um die Navajo-Indianer auch ihren historischen impact. :)

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  3. @JMK: Ich werde FACULTY noch einmal eine Chance geben, hab# den vor Jahren mal im Rahmen einer einer kleinen Willimason-Beteiligung-Retro angesehen, und fand ihn nach SCREAM, LAST SUMMER und CURSED recht schwach, wenngleich trotzdem sicherlich noch über Genremittelmaß - ich freue mich jedenfalls auf die Neusichtung; mal gucken :)

    Und ja, um FALLING DOWN werde ich mich auch mal kümmern :P

    @Außenseiter: Vollkommen berechtigter Hinweis; das kommt davon, wenn man neben dem Schreiben noch die News zur APOCALYPSE NOW-BluRay durchliest - ist verbessert. :)
    Leider lässt sich das entsprechende Sätzchen bei WINDTALKERS aber auf so viele Kriegsfilme ummünzen, dass die Nennung des Szenarios sowieso schon fast nebensächlich erscheint. Wobei der Bezug zu den Navajo hier tatsächlich nur vor dem WK-Hintergrund Sinn macht, ja.

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  4. @Falling Down: Der Film verdiente meines Erachtens nicht einmal die Negativkritik, deretwegen die Leute seinerzeit in die Kinos rannten. Schlicht langweiliger Versuch, mal wieder auf Selbstjustiz zu machen.

    @War of the Roses: Ich bin auch Fussfetischist. :)

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  5. @Falling Down: Drüben bei moviepilot finden den alle toll; wieder so ein potentieller Film, den man nicht verreißen darf, ohne am nächsten Tag 20 Todesdrohungen im Mailfach vorzufinden. Mal sehen; aber Selbstjustiz-Gedöns finde ich ich in 9,5 von 10 Fällen immer Mist :P

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  6. Soll ich dir sagen, was ich von moviepilot halte? Soll ich? ;)

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  7. Du treibst dich auch dort rum?! Ich bitte darum; Lästerrunden sind immer toll :D

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  8. Trieb, trieb! Alles weitere privatissime. Man will doch das Völkchen in Frieden seinen Weg gehen lassen... ;)

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  9. Mist, ich will auch was lesen, auch wenn ich nicht bei MP bin.
    Falling Down ist nicht per se "schlecht" ich empfinde den als durchaus ambivalent, gerade weil er nicht stumpfen "death wish" bedient. Zudem ist er Michael Douglas ideal besetzt.

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