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17. Februar 2011

Trailer-Trash: Ninja in geheimer Mission I + II

Ich bin ja kein Freund von YouTube, noch viel weniger von Blog-Posts, die nur aus einem Video bestehen, weshalb das hier auch eher eine Ausnahme bleiben wird - aber ich kann diese beiden Schnipsel einfach niemanden vorenthalten:

NINJA IN GEHEIMER MISSION - Trailer:

NINJA IN GEHEIMER MISSION II: RUSSIAN TERMINATOR - Trailer:


1. Dezember 2010

Trash-Ecke: The Host


Wie sein halb fisch-, halb reptilienartiges Zwitter-Ungeheuer, quält sich auch Joon-ho Bong in seiner Interpretation des Monsterfilms mit einer nicht vollständig abgeschlossenen Metamorphose herum: Sein Ansatz, auch die zu billigen Eskapismus neigenden Creature-Movies jüngerer Vergangenheit, an die politisch- und gesellschaftskritischen Standards anderer Genreströmungen heranzuführen, ist lobenswert, und zumindest konzeptionell innovativ genug, als das er den geneigten Zuschauer trotz seiner - mit zwei Stunden überstrapazierten - Laufzeit, bei der Stange zu halten vermag, in Gänze aber doch unrund und nicht zu Ende gedacht. 

Mehr als einmal stolpert "The Host" über die Tücken, die solchen Cross-Over-Beiträgen oftmals immanent sind: Seine satirische und zivilisationskritische Note ist letztendlich alt und abgekaut, ergeht sich allzu oft in peinlichen Slapstick-Passagen, genauso wie es der Mischung aus Horror, Humor und Dramatik oftmals an handwerklicher und narrativer Homogenität fehlt. Alles in einen Topf zu werfen und zweimal umzurühren, erhebt einen noch nicht in den Stand eines Kochs.

Darstellerisch und in puncto CGI-Einsatz geht Bong mit "The Host" dagegen einen durchaus vertretbaren Mittelweg; Glanzpunkte findet man ebensowenig, wie Fremdscham-Momente: Gemessen an seinen Artgenossen und dem Budget ist soetwas durchaus positiv hervorzuheben.

Letztendlich bleibt "The Host" dann doch nur ein überambitioniertes, aber für Fans des Creature-Horrors durchaus ansehnliches, weil partiell neuartiges, Genre-Kino. Schade, hätte mehr sein können.

6 / 10

15. Oktober 2010

Kritik: Piranha 3D

It's not trash - it's crap -

Sollte "Piranha" durch verschachtelte Netzwerke und Cayman-Konten von der Yoga-Industrie für Werbezwecke gesponsert worden sein - es wurde ganze Arbeit geleistet: Denn wer keine absolute Augewogenheit und seelisches Gleichgewicht sein Eigen nennt, der kann Ajas letzten Streich hassen. Abgrundtief hassen.

Es ist wahrlich ein gefährliches Gewässer, in das sich Alexandre Aja mit seinem Fisch-Filmchen begeben hat: Nicht nur, dass Creature-Horror von jeher ein heißes Eisen darstellt, weil die Debilität quasi genreimmanent ist - nein: Er hat sich mit den titelgebenden Allesfressern auch noch ein verhältnismäßig bekanntes Label ausgesucht.
"Piranha" ist nun der Versuch, Hommage, Parodie und Eigenständigkeit unter einen Hut zu bringen, und dem Studio ein Release in der Videotheken-Wühltruhe zwischen "DinoCroc returns" und "Frankenfish XV" zu ersparen. Zumindest aus marktwirschaftlicher Sicht scheint dieses Ziel erfüllt worden zu sein, immerhin blockiert jener Fischabfall nun unsere Kinosäle.

Warum das so ist, erschließt sich dem Zuschauer nie wirklich, aber es wird wohl an der dritten Dimension liegen. Zuhause würden die meisten Menschen Kassengestelle aus Plastik und Pappe wohl in den Hausmüll werfen, und nicht auch noch Aufschlag dafür bezahlen - deshalb also die große Leinwand. Meine Vermutung - nichts Handfestes.
Ob mit oder ohne Brille ist dann eigentlich auch schon egal, das Bild ist sowieso matschig und platt. Hatten der Aja und seine Fischlein wohl Beratung von ein paar zerstrittenen Titanen.

Das Schöne an unserer Zeit ist ja die Tatsache, dass man jeden Mist verkaufen kann, wenn man sich nur die richtige Marketingmasche dazu ausdenkt: Der eine lässt Armani-Logos auf Pennerklamotten nähen, und verkauft sie dann als "old-style", wieder andere preisen schrumpeliges Gammelgemüse als Öko-Food, und der Aja, der denkt halt, dass man unter der Etikettierung "Trash" und "guilty-pleasure" auch Müll an den Mann bringen kann.

Man muss nicht so kleinlich sein, und sich daran stoßen, dass "Trash" seit seinen Anfangstagen auch immer einhergeht mit einer gewissen Sympathie und Liebe gegenüber dem Endprodukt; sowohl von Seiten der Macher aber auch vom Publikums: "Schon irgendwie schlecht, aber trotzdem nett." "Tremors" und "Deep Blue Sea" sind zwei passende Beispiele dafür.
Der französische Regisseur hat leider eine gänzlich andere Auffassung davon: Er benutzt die Klassifizierung als "Trash" maximal für Marketingzwecke und um schlampige Fehler zu kaschieren. Den "Trash" den ich kennen- und auch irgendwie schätzen gelernt habe, ist vielleicht handwerklich nicht auf der Höhe der Zeit, aber er hat Empathie gegenüber seinen Figuren - auch wenn es pathetisch klingt: Die trashigen Sachen, die ich kenne, haben Herz und Seele. "Piranha" hat nichts von alledem - Ajas Figuren sind blöd und platt, unsympathisch und charakterlos - lauter Defizite, die der Franzose mit dem Deckmäntelchen der Satire oder, eben mit dem des "Trash" erklärt. Ahja, Herr Aja.

Da hilft es auch nicht, dass sich "Piranha" tollwütig durch das eigene Genre zitiert und ständig mit der "Jaws"-Perspektive nervt: Der Eindruck, der Film sei als reine bewusst-provokante r-rated Cashcow angelegt worden, die für die eigene Herkunft nur Verachtung übrig hat, ist allgegenwärtig.

All dies wäre ärgerlich, aber für einen gestählten Tierhorror-Fan noch zu ertragen, wären die dreidimensionalen Fischstäbchen nur nicht so schrecklich langweilig.
Aber wie ein zartes und doch heimtückisches Lüftchen schwebt die Tolldreistigkeit und das fehlende Regieverständnis von Eli Roth (der passenderweise auch irgendwann mal durchs Bild wackelt) über dem verseuchten Teich: "Piranha" ist "Hostel" mit Fischen - die ersten 60 Minuten peinlich und pubertär, danach blutig und blöd.

Nichts ist schlimmer, als sich bei einem Film, der so als Insider-Popcornevent angepriesen wird wie dieser, zu langweilen und auf die Uhr zu sehen. Bei genau dieser Übersprunghandlung erwischt man sich aber in schöner Regelmäßigkeit, denn die erste Stunde passiert - abgesehen vom Abfilmen praepubertärer Bettfantasien - nichts-nada-niente. Oh doch: Ein lesbisches Nakedeien-Wasserbalett und anschließendes in-die-Linse-kotzen. Höhö. Und alles auch noch in 3D. Doppel-Höhö.

Ist die Anlaufphase beendet, ist leider auch der Film schon fast vorbei, aber immerhin gibt es dann ein bisschen Action. Wobei auch Action ein relativer Begriff zu sein scheint, denn eigentlich gibt es halt nur trübes Wasser, rotes Wasser und ab und an mal Mädels mit Bikini, dafür aber ohne Arme.
In diesen zehn Amokminuten verliert der Film dann auch jegliches Augenzwinkern, welches er angeblich vorher bessesen hat (aber sehr gut zu verstecken wusste), und wird zu einer empathielosen aber blutgetränkten Bettfantasie eines Perversen, die genüßlich das Leid seiner halbnackten Protagonisten auskostet. Zumindest sieht man jenes so auf dem Bildschirm vorbeiflimmern; Mitgefühl entwickelt sich trotz diverser Ekelsequenzen nie - wir erinnern uns an die großartige Idee, die Opfer als Arschlöcher zu inszenieren...

Und dann ist es aus. Mittendrin und einfach so. Was bleibt ist die Erkenntnis, dass "Piranha" ein Erwachsenenfilm ist, letztendlich aber eine Zielgruppe um die 14 anpeilt, und das man jenes Geld, welches nun in die Ertragsbilanz von 3D-Filmen geflossen ist, auch in die letzte "Girls Gone Wild"-DVD hätte stecken können. Für die braucht man dann auch keine Plastikbrille, die künstlichen Körperupdates bleiben alle an Ort und Stelle, und Haut und Knochen sind die holden Weiblichkeiten auch ohne Killerfische. Irgendwie ehrlicher...

"Piranha" wird aber trotzdem´ne Fortsetzung kriegen. Hat er schon gesagt, der Aja. Juhu! Hat er aber bei seinen Hügel-Film auch erzählt, und ist dann doch nichts daraus geworden. Doppel-Juhu!

2.5 / 10 

29. September 2010

Trash-Ecke: Wyvern - Rise of the Dragon


"Wyvern - Rise of the Dragon" birgt in sich die schmerzhafte Erkenntnis, dass es Filme gibt, die man einfach nicht anschauen sollte: Wie im sowieso zumeist ziemlich versumpften Subgenre der Fantasy-Drachen-Abenteuers üblich, können sich weder Regisseur noch Marketing, und schon garnicht die lust- und talentlos umherwankenden Schauspielzombies wirklich entscheiden, ob man sich und seinen Zeitvertreib ("Arbeit" wäre zuviel des Guten, schwingt in diesem Begriff doch der Hauch des professionellen mit) nun ernst nimmt oder nicht. Dies ändert freilich nichts an der sowieso nicht vorhandenen Qualität des Dargebotenen, würde aber zumindest die reinrassige Einstufung als witzbefreiten Trash erleichtern.

So bleibt "Wyvern" eben nur der böse und vertrottelte Bruder von mässig erfolgreichen Drachen-Franchises wie "Dragonheart" inklusive eines Pappmaché-Dorfes, antiquiertem Uraltlook und unter verhaltensanalytischen Gesichtspunkten sehr seltsam agierenden Protagonisten. Ein Film, den es zu umgehen gilt.

2.5 / 10

16. August 2010

Trash-Ecke: Blood Surf


WOW...Es ging los mit einer grenzdebilen Idee ("Blut-Surfen") und ein paar Schauspielern, denen das Gehirn wohl im Solarium zerschmolzen ist; dann kamen fiese Haie dazu (die explodieren und blubbern wenn das Kroko sie zerbeißt), gefolgt von bösen Busch-Guerillas und am Schluss ein Monsterkroko auf Speed - und zwischendrin immer wieder Softporno. Und da sage nochmal einer, C-Movie-Filmemacher seien nicht kreativ.
Aber (!), im Gegensatz zu vielen anderen Tele5-Filmchen immerhin schon wieder so schlecht, dass es echt lustig ist...manchmal zumindest...okay, eher selten...

2 / 10

Trash-Ecke: Blood Monkey


OhOhOh, selbst für die ja nicht gerade hohen Ansprüche an Tele5-Horrorfilmchen bitterlich schlecht. Jede einzelne Szene kennt man schon, bevor man sie gesehen hat, die Dialog-Regie führte wahrscheinlich einer der titelgebenden Affen und die Schauspieler...naja lassen wir das. Könnte ich ja alles akzeptieren, nicht aber dass ich den fiesen Killeraffe insgesamt nur 20 Sekunden sehe - da sehne ich mich ja direkt nach den Gartenschlauch-Schlangen-Exzessen andere Machwerke. Stattdessen gibt's nur ab und an einen Blick durch die Predator-Augen oder CloseUps der grausig animierten Fangzähne des Möchtegern-KingKongs. Ja, und mittendrin... mittendrin ist der Film dann einfach vorbei - allerdings nicht ohne billigen Verweis auf "The Descent".

1 / 10

Trash-Ecke: Dinocroc


"Dinocroc" sieht so ein bisschen nach durchgefallener Abschlussarbeit eines 37-Semester-Regiestudenten aus. Was es da am Anfang alles zu sehen und hören gibt: Off-Kommentare (die mit markerschütterndem Bass in der Stimme die englischen Labor-Tafeln vorlesen), Kamerablenden, In & Out - Zooms, Tierblick-Cam, seltsame umherschwebende DNA-Stränge aus dem Malprogramm von Windows, super-duper theatralische Soundkulisse und ja, auch die immer wieder reingeschnittenen Bildblitze mit Krokogebiss fehlen nicht - phänomenal. Leider passt mal wieder nichts davon zusammen, alles ist dilettantisch und sooooooowas von albern. Dazu passend gibts das panische Blondchen, den Kurt-Russel-lookalike-Großwild-Jäger, den verschlagenen Wissenschaftler und und und...Und ob man für die Schnipp-Schnapp-Kopf-ab-Szene allerdings wirklich ein Kind hätte nehmen müssen, dass dran glauben muss, sei mal dahin gestellt - sympathischer macht es mir den Film jedenfalls nicht.

Für den Namen und das Plakat gibts aber nen Punkt "Dinocroc" aka Billig-Gozilla - das hat was, und enthält mal nicht das obligatorische "Blood" oder "Beast". Ansonsten nichts neues im Krokoland von Tele5...

1 / 10

Trash-Ecke: Der Biß der Schlangenfrau


Eine schwere Entscheidung - Entweder ist "The Lair of the White Worm" die surrealistische Aufbereitung des altbekannten Lindwurm-Themas mit einer Menge Interpretationsfreiheit, oder es ist einfach alberner Billigquatsch mit schrecklicher Requisite und zu Dudelsäcken tanzenden, adipösen Schlangenmenschen. Ich tendiere zum Zweitgenannten und muss gestehen, die meiste Zeit habe ich mich gelangweilt bei dem was ich da gesehen habe (was daran liegen könnte, dass T5 3,4 Minuten von den 5 Minuten an Action einfach rausgeschnibbelt hat...).

Trotzdem muss man dem Film eine gewisse Daseinsberechtigung zusprechen, ist es doch der einzige Fetzen Zelluloid, bei dem Hugh Grant seine Rolle als schmierige Grinsekatze so überzeichnet, dass man sie wirklich mal für eine ironische Spitze halten könnte.

5 / 10