30. Juni 2011

Kurzkritik: Lord of the Rings: The Two Towers

"The fate of the world will now be decided." -

Es ist vielleicht nicht das Schönste, was man über einen Film sagen kann, und doch trifft es in diesem Fall zu: Neben seiner natürlich vorhandenen Funktion als Bindeglied des Gesamtwerks, scheint THE TWO TOWERS vor allem darin aufzugehen, die Brillanz des Vorgängers und Nachfolgers auszustellen und abermals ins Gedächtnis zu rufen.
Natürlich wäre es dem Film gegenüber nicht gerecht, würde man Peter Jacksons zweiten Ausflug nach Mittelerde schwerwiegende Fehler vorwerfen; gerade im Hinblick auf die ganz große Vision des Ringkrieges ist er in seiner tendenziell schwierigen Rolle als ordnender Mittelteil der Trilogie nicht zu unterschätzen, und doch: In Gesamtheit ist der Film einmal zu oft vom Bestreben geprägt, all jene Dinge einzulösen, die FELLOWSHIP seinerzeit (erfreulicherweise) aussparte.

Dass auf dessen gemächliche Exposition samt ihres Roadmovie-Charakters nicht nur der Vorlage, sondern auch der Dramaturgie wegen ein Wechsel im Tempo in Teil zwei folgen musste, mag einleuchten; die damit einhergehende Flucht in Schauwerte, die ihren Höhepunkt in der zweifellos beeindruckenden, aber auch breitgetretenen Schlacht von Helm‘s Deep findet, kann sich jedoch nicht ganz von dem Makel des Zugeständnisses an die Sparte „Popcorn“ befreien. In diesen epischen Massenszenen fühlt sich Jackson -überraschend für einen Mann mit seiner Filmographie- sichtlich wohl; das Manko der unter dem dominanten Bombast der Inszenierung jenes Nebenstrangs leidenden, anderen Plotpfade ungeschehen zu machen, gelingt ihm dabei jedoch nicht immer vollumfänglich.

Vielleicht erzählt THE TWO TOWERS für seine ausladende Spielzeit, die in der Extended Version knapp an der vier-Stunden-Marke kratzt, auch tatsächlich ein bisschen zu wenig, setzt die Schwerpunkte ein bisschen verkehrt, und verlässt sich zu sehr auf die einlullende Magie seiner Welt und Bilder. Aber in diesem letzten Punkt, das kann man dem Film unmöglich absprechen, ist er wirklich gut.

6 / 10

Kommentare:

  1. Festplatten-Ausmistung, die Zweite (Originaldatum, sofern WORD nicht lügt: 08.03.2009...).
    Tendenziell ein bisschen zu negativ angehaucht, da ich nach der letzten Sichtung gestern wider besseren Wissens eigentlich angenehm überrascht war; aber ansonsten passt das schon so einigermaßen. Inhaltlich zumindest.

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  2. Kann ich nicht verstehen. Zumindest in der Extended Version hat der Film mal so gar nichts von Popcorn-Kino und ist viel länger und schwerer. Das was beim ersten Teil flutschte, wird hier breitgetreten und das ziemlich gut. Der Film hat einen langen Atem, ziemlich starke Szenen und das ergreifendste Musikthema der Reihe, nämlich das von Rohan. Angenehm auch das Frodos Storyline kleiner wird, welches im dritten Teil teilweise unerträglich nervtötend anmutet. Die Extended ist vielleicht auch mehr die intendierte Fassung von Jackson, die zwar auf einen Höhepunkt hinarbeitet, aber einen langen unmainstremaigen Tenor beibehält, der Tenor des epischen Atems. Der großen Erklärung und der großen Geschichte. Da mutet der erste Teil schon teilweise gehetzter und Roadmovielastiger. Was mich auch noch interessieren würde: ist das die Kritik bezogen auf die Extended oder die KF?

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  3. Auf die Extended-Version, ja.

    "Angenehm auch das Frodos Storyline kleiner wird, welches im dritten Teil teilweise unerträglich nervtötend anmutet."

    Das it für mich einer der größten Störfaktoren überhaupt, schließlich ist der Frodo-Plot nun einmal die Hauptgeschichte, auf die alles andere hin arbeitet. Gerade das an dieser Stelle eher spärlich auf Frodo und Sam eingegangen wird, führt doch zu der weitverbreiteten Floskel, die beiden wären nur damit beschäftigt, weinerlich in die Kamera zu schauen.

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  4. Naja viel zu erzählen hat der Hauptplot nun nicht gerade. Da war die Straffung, sowie Ausklammerung des Plots ziemlich notwendig bzw. dramarturgisch verständlich. Im dritten Teil ist die Screentime wieder angezogen worden, und die beiden haben viel mehr. Deshalb bleibt der dritte der nervigste. Die Frode Geschichte ist immer die uninteressanteste, die nur durch Gollum aufghübscht wird.

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  5. Nöö, der dritte ist der beste Teil der gesamten Trilogie, weil in sich gesehen die perfekte Verbindung der Stärken der beiden vorangegangen Teile, sowie einem phänomenalen, hoch emotionalen Ende.
    Nicht viel erzählen können, oder nicht viel erzählen wollen sind zwei paar Schuhe. Es kommt ja nicht von ungefähr, dass der Frodo-Plot im Buch mehrere Kapitel in Anspruch nimmt, während die Schlacht bei Helm's Deep in ein paar Seiten abgehandelt wird. Sowohl hinsichtlich der nicht uninteressanten Beziehung zwischen Sam und Frodo, sowie deren Beziehung zu Gollum, als auch Frodos Stellung als eine Art Antiheld, der innerlich Hin und Her gerissen ist, hätte man durchaus ausführlicher behandeln können, wenn man den Schwerpunkt nur ein bisschen anders gesetzt hätte.

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