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1. September 2012

TV-Tipps: Wochenende 01.-02.09.

(c) Design by Hooded Justice
Wochenend-Tipp:

Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen (Samstag, 0.30 Uhr / ARD)

Werner Herzog und Nicolas Cage jenseits von Gut und Böse: Ein großartiger Hollywood-Jux, der sich über die Erwartungshaltungen seines Publikums schon bei der Wahl des (großen) Namens schelmisch zu amüsieren scheint. Herzogs BAD LIEUTENANT ist kein Drogenfilm, kein Cop-Movie, schon gar kein Remake, sondern vielmehr ein ekstatisch-absurdes Kalauern durch die Stilmittel und Konventionen des modernen Genre-Kinos.

Mehr gibt's hier:

25. August 2012

TV-Tipps: 25.-26.08. [Extended Cut]

(c) Design: Gina Armstark

Samstag, 25.08.

Garfield 2 - Faulheit verpflichtet (20.15 Uhr / VOX)
Tim Hill, der es sich ganz offensichtlich zur Lebensaufgabe gemacht hat, einstige Cartoon-Hits in grottendumme Kino-Adaptionen zu überführen, auf dem Zenit seines Unvermögens: Der zweite Ausflug des faulen Nichtsnutz-Katers auf die große Leinwand ist nicht nur ausgesprochen hässlich getrickst, sondern auch gnadenlos mies getimed und deutlich schlechter als der Vorgänger - was für sich gesehen ja schon ein Kunststück ist.

Die Reise zum Mittelpunkt der Erde (20.15 Uhr / Sat 1)
Die erste Digital-3D-Realfilm-Produktion. Abgesehen davon aber ein kreuzbraver und trotz viel Brimborium leider auch ziemlich fußlahmer Versuch, den Verne-Klassiker mit dem typegecasteten Brendan Faser einer neuen Generation schmackhaft zu machen. Lieber das Original schauen.

Vier im roten Kreis (3.40 Uhr / NDR)

Kein zweiter RIFIFI. Natürlich trotzdem gut und sehenswert.

18. August 2012

TV-Tipps: Wochenende 18. - 19.08.


Die vor knapp einem Jahr an dieser Stelle angekündigte TV-Tipps-Sommerpause geht nun mit einiger Verzögerung zu Ende, und von nun an gibt es zumindest für die Wochenenden wieder einen Kurzüberblick über den Ausschuss unserer Fernseh-Anstalten. Veränderungen müssen manchmal sein, und deshalb hält hier in Kürze nicht nur ein schickes neues Header-Bild für die TV-Abteilung Einzug, sondern ich verweise auch einmal ganz frech auf meine Rubrik bei Moviepilot, wo man besagtes Geschreibsel von mir zukünftig finden wird. 

Sobald es die Zeit zulässt, geht es hier wie gehabt mit dem altbewährten Wochenüberblick weiter, bis dahin:

22. Juli 2011

TV-Tipps: Woche vom 23.07. - 29.07.


Samstag, 23.07.
Der Schuh des Manitu: Extra Large (20.15 Uhr / Pro 7)
Fast so schlimm wie Ottos letzte Ausflüge ins Kino, allerdings ohne die Rechtfertigung, irgendwann einmal besser gewesen zu sein: Ein plump-peinlicher Kinderkarneval, dessen Parodieansätze mit der Grazie eines Vorschlaghammers daherkommen. Hier in der Extra-Blöde-Fassung zu sehen.

Blade (22.00 Uhr / RTL)
In all seiner berechnenden Coolness gelegentlich ziemlich anstrengende Vermischung aus Horror-, Action- und zarten Blaxploitation-Elementen, die dem Blutsauger-Mythos trotz spannender Ausgangssituation keine neuen Facetten abgewinnen kann. Auf einer gewissen Ebene funktioniert der Film noch immer als ungeschliffenes Haudrauf-Spektakel, dessen Halbwertszeit allerdings schon jetzt weit überschritten sein dürfte. Gekürzt.

Fear & Loathing in Las Vegas (23.45 Uhr / RBB)
Schiebe ich sowohl aus Desinteresse, als auch aus Gründen des Selbstschutzes (Kultfilm-Fans!) seit Jahren vor mir her. Ich glaube, der ist schlimm.

From Dusk Till Dawn (23.55 Uhr / RTL II)
Spaßige Betaversion des Grindhouse-Konzepts a la Rodriguez/Tarantino, welche mit viel Liebe zum Detail und einigen gelungenen Ideen aufwarten kann, und anders als die späteren Ausflüge in diese Richtung noch nicht übermäßig auf die Etikettierung als „Trash“ spekuliert. Sehenswert, in der TV-Fassung hier allerdings bis zur Entstellung zerschnitten.

Cube (0.00 Uhr / RTL)
Mäßig spannende Blaupause für SAW, die weitaus weniger Substanz besitzt, als sie sich eingestehen möchte, und zudem mit „Komm ins Licht“-Ende nervt. Gefiel mir wegen des ungewöhnlichen Settings und der damals noch frischen Grundidee aber dennoch.

Psycho (1.20 Uhr / ARD)
Die Gus-van-Sant-Nachstell-Variante. Bin noch unentschlossen, ob ich den Ansatz der hundertprozentigen Kopie, der zweifellos allen heutigen ambitionslosen Remake- und Rebootversuchen zwei Schritte voraus ist, tendenziell eher spannend oder lächerlich finden soll.

Sonntag, 24.07.
Lissi und der wilde Kaiser (20.15 Uhr / Pro 7)
Pro 7 im Bully-Fieberwahn: Schwer zu sagen, was an diesem gänzlich witzbefreiten Debakel abgestandener und älter ist: Die Pointen oder die Animationen?

Wolf Creek (0.10 Uhr / Pro7)
Für Fans des Backwood-Terrors ein durchaus beachtliches Regiedebüt von McLean, das -ungewöhnlich für den einschlägigen Genrefilm in den letzten Jahren- durchaus Mut zur Ruhe aufbringt und sich auf die alten Essenzen konzentriert. Sehenswert, und schade, dass es um den Australier nach zwei Filmen schon wieder so still geworden ist.

Vorhang auf! (1.55 Uhr / ARD)
Vincente Minnelli, Fred Astaire und Cyd Charisse. Kenne ich noch nicht; klingt aber sehr interessant. Vorgemerkt.

Montag, 25.07.
Spartacus (20.15 Uhr / Kabel 1)
Prominent besetzter Sandalenquatsch aus dem Hause Kubrick. Gibt mir persönlich ähnlich wenig, wie der unmittelbar zuvor erschienene BEN HUR Monumentalquatsch der Marke TV-Eigenproduktion; ist sicher so spannend, wie es sich anhört.

Chiko (22.45 Uhr / ARD)
SCARFACE made in Germany. Furchtbar.

Dienstag, 26.07.
Nix. Nada. Niente.

Mittwoch, 27.07.
Air Force One (20.15 Uhr / Sat1)
Der Film zelebriert  zwar genüsslich ein Weltbild, welches ich bedenklich finde, und bietet mit Harrison Ford als Ein-Mann-Armee für das Gute und Petersens 08/15-Inszenierung noch nicht einmal sonderliche Innovation - ich muss aber gestehen, dass ich diesem BallaBalla-Spektakel aus nostalgischen Gründen nur schwer böse sein kann.

Poltergeist (22.15 Uhr / Kabel 1)
Spielbergs, -Pardon!- Hoopers schaurig-schöne Geisterbahnfahrt durch amerikanische Vorstädte und die Elternpsyche. Ich habe vor einiger Zeit einmal ein paar Worte dazu geschrieben: Klick.

Donnerstag, 28.07.
Mitten ins Herz - Ein Song für dich (20.15 Uhr / Pro7)
Das Intro ist mit seiner Hommage an die trashig-peinlichen Popvideos der 80er Jahre nebst gewollten Konservensound Gold wert, den darauffolgenden Film kann man getrost in die Schublade „RomCom mit Hugh Grant“ einordnen, und deswegen entweder mögen, oder gleich weiterzappen.

Der Krieg des Charlie Wilson (22.15 Uhr / ZDF)
Seit der Kino-Auswertung nicht mehr gesehen, ich habe den aber als überaus verquatschten und anstrengenden Versuch einer prominent besetzen und um Intellektualität bemühten Politpersiflage in Erinnerung. Müsste sicher noch einmal im O-Ton gesichtet werden, um das zu überprüfen.

Freitag, 29.07.
Spiderman (20.15 Uhr / Pro7)
Nicht gesehen; ist in der großen Welle an Comicadaptionen, die Mitte der 00er-Jahre über uns hereinbrach, aber ja als durchaus brauchbarer Vertreter bezeichnet worden.

eXistenZ (23.20 Uhr / 3Sat)
Cronenbergs Eigen-Update des Mediendiskurses VIDEODROME für das Playstation-Jahrzehnt: Ein stilistisch interessanter Film, der sich nicht um seine Fragestellungen herumdrückt, und der gleichzeitig gestarteten Ledermantel-Orgie MATRIX schon alleine deshalb weit voraus ist. Pflichttermin heute Abend.

1. Juli 2011

TV-Tipps: Woche vom 02.07. - 08.07.


Samstag, 02.07.
Asterix und die Wikinger (20.15 Uhr / RTL)
Ebenso wie der vorangegangene und tendenziell (noch) schlechtere ASTERIX IN AMERIKA, der klägliche Versuch, die Abenteuer des kleinen Galliers einerseits zu modernisieren, und doch an das Filmgefühl der frühen Adaptionen anzuknüpfen. Ein im Ergebnis größtenteils planloses Slapstick-Gehampel ohne jeden Charme, das die entsprechende Comic-Vorlage mit Füßen tritt.

Ich bin immer für dich da! (20.15 Uhr / RTL II)
Einer dieser sagenumwobenen Bollywoodfilme der letzten Dekade, mit Hausfrauentraum Shah Rukh Khan in der Hauptrolle. Nicht gesehen, sollte man sich aber wohl irgendwann einmal ansehen, um mitreden zu können - aber das eilt nicht.

Anatomie (22.00 Uhr / Kabel1)
Slasher made in Germany oder „Von einem der auszog, einen Genrefilm zu drehen, und es doch nicht konnte“. Hochnotpeinliches Stelldichein der deutschen Schauspielelite, das erschütternder Weise weder das kleine Einmaleins des Schlitzerfilms nachplappern kann, noch auf stumpfe Art zu unterhalten vermag. Schlimm.

The Big Lebowski (0.00 Uhr / RTL II)
Die Fangemeinde des Films ist ja nahezu militant in dieses selbstgerechte Gammler-Gepose aus dem Hause der Kinotheoretiker Coen vernarrt; fernab von Jeff Bridges, der irgendwie immer toll ist, erschließt sich mir dieses um einen MacGuffin-Teppich gestrickte Faszinosum aus Filmzitaten und einem blöden Cocktail nicht so wirklich. Muss ich irgendwann wohl oder übel noch einmal gucken, um meine damaligen Eindrücke zu verifizieren...

Sonntag, 03.07.
Billy Elliot -  I will Dance (20.15 Uhr / RTL II)
Vorgemerkt.

Watchmen - Die Wächter (22.05 / Pro7)
Zack Snyders kuriose Mischung aus Verdrehen und Nicht-Verstehen von Moores Vorlage; eingefangen in beeindruckenden Bildern und der absurdesten Sexszene, seit es Sexszenen gibt. Alle anfänglichen Versuche, sich den Film als halbintelligenten Blockbuster schönzureden, wurden durch die erneute Lektüre der Graphic Novel und der anschließenden Zweitsichtung vor einiger Zeit endgültig zerschmettert.

Montag, 04.07.
Vicky Cristina Barcelona (22.15 Uhr / ZDF)
Mit seinem mediterranen Flair und dem temperamentvollen Middleclass-Beziehungsgedöns der passende Kontrapunkt zum unterkühlten HighSociety-Gewäsch in MATCH POINT. Ich mag beide Filme, warum Allen für seine stets nur marginal veränderten Pärchen-Probleme landauf-landab als Autorengenie gefeiert wird, mutet mittlerweile aber seltsamer den je an.

Highway Heat (23.45 Uhr / NDR)
Typischer Versuch eines Mitt-90er-Starvehikels, welches geflissentlich übersieht, dass Charlie Sheen schon damals eher ätzend, denn berühmt war, und dessen Script Leerlauf durch Verfolgungsjagden zu kompensieren versucht. Lahm.

Geboren am 4.Juli (1.20 Uhr / ARD)
Ein Oliver-Stone-Film.

Dienstag, 05.07.
Full Metal Jacket (22.00 Uhr / Tele5)
Vom Technickwahn und Überlegenheitsfetisch seines Erschaffers geprägtes Belehrungskino, dessen erste Hälfte zumindest durch einen anderen Ansatzpunkt aus dem Einerlei der vermeintlichen Antikriegsfilme heraussticht, danach aber nur noch bereits bekannte Botschaften mit bereits bekannten Bildern unterlegt. Auf jeden Fall grotesk überbewertet.

Mittwoch, 06.07.
Cast Away - Verschollen (20.15 Uhr / Sat1)
Auf Leinwand gebannter Beweis dafür, dass das Leben auf einer einsamen Insel und die Konversation mit einem Volleyball auf Dauer eher unbefriedigend ausfällt.

Pans Labyrinth (22.10 Uhr / Kabel1)
Durch und durch poetisches, fantasievolles und berührendes Kino, alleine wegen seiner Bildsprache ungeheuer sehenswert, wenngleich phasenweise etwas unüberlegt in seiner Schwerpunktsetzung. Der einzige Film von del Toro auf dem Regiestuhl, den ich wirklich mag.

Donnerstag, 07.07.
Bruce Allmächtig (20.15 Uhr / Sat1)
Gräulich unlustige Nummernrevue, die das Potential ihres what-if-Szenarios vollständig an ausgelutschte Grundschulpointen verschwendet, und zudem mit dem hyperaktiven Jim Carrey und dem omnipräsenten Morgan Freeman zu nerven versteht. Allerdings: Besser als der Nachfolger.

Blade Runner - Final Cut (0.35 Uhr / ARD)
Genrereferenz und Über-Meisterwerk aus der Zeit, in der Ridley Scott noch gute Filme hervorbrachte. Lang, lang ist‘s her.

Freitag, 08.07.
München (20.15 Uhr / Pro7)
Habe ich -obwohl großer Spielberg-Fan- immer noch nicht gesehen; die DVD liegt aber bereits neben dem Player. Meine Erwartungen sind hoch, obwohl ich bisher zumeist meine Probleme mit Spielbergs Herangehensweise an ernste Themen hatte. Mal schauen.

Cube 2: Hypercube & Cube Zero (ab 00.05 Uhr / RTL II)
Dumm und dümmere Fortsetzung des zu Unrecht zum Geheimtipp verklärten, aber immerhin spaßigen Erstlings, die sich alle Mühe geben, die Leerstellen in der Historie des Killerwürfels mit hanebüchenen Verschwörungstheorien auszufüllen. Quatsch, und langweilig noch dazu. 


EDIT: Da RTL 2 offensichtlich sein Programm umstrukturiert hat, und weder mein TV-Browser, noch meine Fernsehzeitung darüber Bescheid wussten, sind die Tipps der dort ausgestrahlten Filme hinsichtlich Datum/Uhrzeit unbrauchbar.

17. Juni 2011

TV-Tipps: Woche vom 18.06. - 24.06.


Samstag, 18.06.
Shakespeare In Love (20.15 Uhr / RTL II)
In seiner Prämisse den Love-Plot aller Love-Plots nicht unnötig zu chiffrieren oder modernisieren, sondern ganz direkt mit Shakespeare und seiner Epoche zu verknüpfen, ein ehrlicher, und erstaunlicherweise auch durchaus netter RomCom-Versuch, der nur manchmal unter etwas Drehbuch-Leerlauf zu leiden hat.

Chihiros Reise ins Zauberland (20.15 Uhr / SuperRTL)
Es soll ja Leute geben, die an diesen Filmen durchaus ihre Freude haben; mich tangiert dieses Fantasy-Gedöns in Fernost-Optik allerdings nur sehr peripher.

12 Monkeys (23.40 Uhr / RTL)
Sicher irre intelligent und künstlerisch wertvoll, hat mich aber -wie nahezu alles von Gilliam- irgendwann nur noch ebenso ratlos, wie auch genervt zurückgelassen. Ich müsste den sicher noch einmal sehen; wirklich Lust darauf hab‘ ich jedoch nicht...

Wir waren Helden (0.20 Uhr / MDR)

Tragisch einzig, dass Dummbatz Gibson das wahrscheinlich wirklich glaubt.

Sonntag, 19.06.
8 Blickwinkel (20.15 Uhr / Pro7)
Leidlich unterhaltsame Verarbeitungsphantasie, die letztlich vor allem daran krankt, dass ihre ausufernden Perspektivwechsel als niemals wirklich notwendig erscheinen. Im Vergleich mit Scotts Rohrkrepierer DEJA VU und dem jüngeren SOURCE CODE wahrscheinlich trotzdem noch die beste „Murmeltier goes Terror“-Variante - was zugegebenermaßen aber auch nicht allzu viel bedeutet.

Kill Bill - Volume 1 (22.05 Uhr / Pro7)
Der Film funktioniert für mich eigentlich nur deshalb, weil Tarantino so übersteuert die eigenen Fetische zelebriert, die zitierten Ursprungsstoffe demaskiert und aus diesem Grund fernab seines actionversessenen Unterhaltungsanspruches eine (höchstwahrscheinlich?!) unfreiwillige Satire auf sein eigenes Schaffen abliefert. So schön das alles inszeniert sein mag; letztlich hatte ich nach dem Double-Feature alle Hoffnung verloren, dass Quentin jemals über seinen postmodernen Horizont hinausblicken wird.

Gefährliche Liebschaften (23.30 Uhr / ARD)
Ähnlich wie seine Darsteller ertrinkt auch der Film selbst in einer schwülstigen Ausstattungsorgie, die in ihrer Opulenz zwar die Erwartungshaltung an ein intrigantes Hofleben des Adels bedient, aber auch mehr als einmal die Faszination seiner amoralischen Geschichte zu verwässern droht. Es ist eine Literaturverfilmung, im Korsett eines Kostümfilms, aber niemals jenes Sittengemälde oder Erzählkino, dass es potentiell sein könnte.

Montag, 20.06.
Goodfellas (23.45 Uhr / HR)
Wird ob seiner Brutalität zwar des Öfteren als realistischere Transformation des Puzo-Kosmos' in die Gegenwart angesehen; ist letztendlich aber nur eine ebenso verklärte, wie auch verklärende Unterwelt-Chose, die -Scorsese sei Dank- zwar formal im ordentlichen Gewand daherkommt; den Zuschauer aber auch seltsam unbeteiligt an Geschehen und Figuren zurücklässt.

Dienstag, 21.06.
Tommy (14.45 Uhr / Arte)
Überdrehtes und letztlich wahrscheinlich noch nicht einmal besonders gelungenes Musical, das wegen seines THE WHO-Soundtracks und dem Versuch, ein Lebensgefühl zu konservieren, trotzdem nicht einer gewissen Relevanz und Vergnüglichkeit entbehrt.

Evil Dead 3: Armee der Finsternis (23.50 Uhr / Tele5)
Mit einigen netten Ideen ausgestalteter Zeitreise-Quatsch, der das EVIL DEAD-Universum endgültig mainstreamtauglich werden lässt, wegen ebenso unterbudgetierter, wie auch über Gebühr eingesetzter Effekte die Zeit allerdings deutlich schlechter überstanden hat, als seine beiden Vorgänger. Mochte den noch nie wirklich.

Mittwoch, 22.06.
The Sixth Sense (20.15 Uhr / Kabel1)
Auslöser eines neuen Twist-Script-Booms, der sich -nicht zuletzt wegen Shyalaman- innerhalb kürzester Zeit wieder selbst zu zerlegen begann. Die Verklärung des Films mutet absolut grotesk an, ich gebe jedoch gerne zu, dass mich die Atmosphäre und das Schwelgen in Erinnerungen an die ruhigen Anfänge des Gruselfilms seinerzeit schon irgendwie zu beeindrucken wussten.

The Others (22.10 Uhr / Kabel1)
Sah ich damals direkt nach THE HAUNTING, THE INNOCENTS und DAS WAISENHAUS, war deshalb in Bezug auf Geisterfilme etwas überfüttert, und konnte dem Ganzen wahrscheinlich aus diesem Grund wenig neue Aspekte abgewinnen - Nicole Kidman ist allerdings wirklich toll. Verdient sicher noch eine zweite Chance.

Donnerstag, 23.06.
Die Hexen von Eastwick (15.55 Uhr / RTL II)
Hat im Laufe der Jahre einiges von seiner Faszination verloren; der illustre Cast kann jedoch viel von dem wettmachen, was das fahrige Drehbuch mit seiner ungelenken Aufarbeitung verschiedener Märchenmotive in visuell eindrucksvollen, aber komplett zusammenhangslosen Szenen vergeigt.

Brügge sehen...und sterben? (22.45 Uhr / ARD)
Mittlerweile vom Geheimtipp zum common-sense-Film avancierte Gauner-Farce, die sich bewusst sonstigen postmodernen Zitatspielereien und Actioneinlagen entzieht, und stattdessen mit originellen Ideen, starken Dialogen und wohldosiertem Zynismus zu glänzen versteht. Unbedingt ansehen.

Freitag; 24.06.
Funny Games (01.10 Uhr / Tele5)
Der hochnäsige Offenbarungseid eines verbitterten, alten Mannes, der sich aus Angst vor den Entwicklungen einer modernen Medienlandschaft in kleinbürgerliche Ressentiments zu flüchten beginnt. Ein im Mantel der Hochkultur daherkommendes, kunstfeindliches Pamphlet.

The Wrestler (23.15 Uhr / WDR)
Das Abtauchen hinab in die Suburbs, hinein in das White-Trash-Milieu, ist nicht nur der ehrliche Gegenentwurf zu all den Aufstiegsphantasmen des Genres, sondern zeitgleich auch der reduzierteste und erwachsenste Film von Darren Aronofsky. Rourke ist außerdem tatsächlich grandios.

Immer Ärger mit Harry (1.20 Uhr / ARD)

Hitchcocks Ausflug ins Belanglose: Eine mit harmlosen Späßchen angefüllte Dorfposse ohne nennenswerten doppelten Boden, deren zunehmende Wiederholung aller Ereignisse den Film trotz kurzer Laufzeit unnötig breitgetreten wirken lässt. Losgelöst von Hitchs sonstigem Œuvre vielleicht akzeptabel, knapp nach REAR WINDOW und kurz vor VERTIGO aber ein seltsam mittelmäßiger Film.

Rope - Cocktail für eine Leiche (3.00 Uhr / ARD)
Ein minimalistisches, und technisch doch unglaublich anspruchsvolles Kammerspiel, dessen Vielzahl an Deutungsebenen und seine ebenso subtile, wie doch auch offensichtliche Behandlung des gesellschaftlichen Tabuthemas Homosexualität auch heute noch beeindrucken kann. Referenzfilm mit Auswirkungen auf mehrere Genres.


3. Juni 2011

TV-Tipps: Woche vom 04.06. - 10.06.



Samstag, 04.06.

Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (20.15 Uhr / Kabel 1)
Steht bisher ungesehen in meinem DVD-Schrank; soll seinen Revolverhelden aber durchaus neue Perspektiven abgewinnen, und einer der wenigen Western neueren Datums sein, der sich nicht krampfhaft mit der Rekonstruktion vergangener Tage aufhält. Mal sehen.

Erbarmungslos (23.15 Uhr / ARD)
Clint Eastwood liefert mit seiner Zerlegung der Mythen des Westerns, und damit natürlich auch der eigenen Vergangenheit, nicht nur einen Ausblick auf die spätere Karrierereflexion GRAN TORINO ab, sondern dreht auch noch einen  der besten Genrefilme überhaupt. Ein  melancholisches und beeindruckendes Erlebnis.

Harold & Kumar: Flucht aus Guantanamo (0.15 Uhr / Pro7)
Es ist ja immer so eine Sache mit Komödien, bei denen man schon im Vorfeld zu lesen bekommt, man solle das Niveau herunterfahren und das Hirn ausschalten. Stimmt nicht - viel einfacher (und besser) als seinem Hirn den Saft abzudrehen, ist es nämlich, eben jenes mit diesen gruselig schlechten präpubertären Müll zu machen.

Für eine Handvoll Dollar (1.00 Uhr / Kabel 1)
YOJIMBO im Wilden Westen. Eastwoods erste Gehversuche als verschwiegener Pistolero  bieten -nicht zuletzt wegen Morricones Score- zwar auch heute noch einige memorable Szenen; die Verklärung, die dem Film bis heute widerfährt, darf an angesichts des nonexistenten Plots und einer fahlen Dramaturgie aber immer wieder aufs Neue verwundern.

Für ein paar Dollar mehr (2.35 Uhr / Kabel 1)

Gilt im Vergleich mit dem Quasi-Erstling gemeinhin als besser, Sergio Leones Hang zu auf Überlänge breitgetretenen Männer-Gedöns langweilte mich seinerzeit aber gar nicht einmal wenig.

Sonntag, 05.06.

Tim Burton‘s Corpse Bride (20.15 Uhr / Tele 5)
Formal sicherlich der Burton-Film, der am meisten Toleranz und Eingewöhnungszeit abverlangt - wer sich jedoch darauf einlässt, bekommt eine durchweg fanatsievolle Auseinandersetzung mit essentiellen Fragen über Leben und Tod, und Elfmans wunderschöne Musik geboten. Gefällt mir zeitweise (noch) besser, als der nicht unähnliche NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS.

Abgedreht (23.30 Uhr / ARD)
Auf eine Überprüfung meines Eindrucks ließ ich es nie ankommen, aber der Trailer vereinte mit Jack Black, Nerd-Chic und postmodernen Zitatgewichse für Blinde gleich drei potentielle Brechmittel in gerade einmal zwei Minuten.

Montag, 06.06.
Nix, außer die 462. Wiederholung von INTO THE WILD.

Dienstag, 07.06.
Auch nix. Starke Woche.

Mittwoch, 08.06.
Arabeske (22.45 Uhr / RBB)
Nicht gesehen; soll allerdings durchaus mit Donens vorangegangener Hitchcock-Hommage und Meisterwerk CHARADE mithalten können. Vorgemerkt.

Donnerstag, 09.06.
Das Vermächtnis der Tempelritter (20.15 Uhr / Sat 1)
Unterhaltsam-belanglose INDIANA JONES-Paraphrase für die heutige U15-Zielgruppe, in der Nicolas Cage beweisen darf, dass er -wer hätte es gedacht- nicht als zweiter Harrison Ford durchgeht, und Diane Kruger abermals in Erinnerung ruft, warum Made in Germany heutzutage kein Gütesiegel mehr ist.

Braveheart (20.15 Uhr / VOX)
Gibson ergötzt sich schon in seinem Regie-Debüt an epischen Dimensionen und dem dazugehörigen pathetischen Gestus, mit dem er seinen Freiheitskämpfer in Szene setzt, verfängt sich aber vor allem in der klassischen Fehleinschätzung des Genres, historische Abläufe nicht nur ungeschickt neu zu kombinieren, sondern auch auf persönliche Rachephantasien zu reduzieren. 

The Wrestler (22.45 Uhr / ARD)
Das Abtauchen hinab in die Suburbs, hinein in das White-Trash-Milieu, ist nicht nur der ehrliche Gegenentwurf zu all den Aufstiegsphantasmen des Genres, sondern zeitgleich auch der reduzierteste und erwachsenste Film von Darren Aronofsky. Rourke ist außerdem tatsächlich grandios.

Freitag, 10.06.
Cloverfield (20.15 Uhr / Pro7)
Furchtbar anstrengende Verquickung von 9/11-Traumata und Godzilla-Hommage, dessen POV-Optik nicht nur am laufenden Band Glaubwürdigkeitsprobleme, sondern in Verbindung mit schnellen Schnitten auch noch Kopfschmerzen heraufbeschwört. Reeves kann sowieso nichts.

Terminator 3: Rebellion der Maschinen (21.45 Uhr / Pro 7)
Wahrscheinlich die logische Konsequenz der zunehmenden Anpassung an den Mainstream, die schon mit Teil II -selbstredend auf einem ganz anderen Niveau- Einzug in das Franchise hielt. Mostow schließt formal nie zu den beiden Vorgängern aus dem Hause Cameron auf; doch eine gewisse Unterhaltsamkeit kann man diesem Actionvehikel mit Schwarzenegger in einer seiner (bislang) letzten größeren Rollen nicht absprechen.

Fear And Loathing In Las Vegas (23.15 Uhr / WDR)
Schiebe ich sowohl aus Desinteresse, als auch aus Gründen des Selbstschutzes (Kultfilm-Fans!) seit Jahren vor mir her. Ich glaube, der ist schlimm.

27. Mai 2011

TV-Tipps: Woche vom 28.05. - 03.06.


Samstag, 28.05.
Der Rosenkrieg (20.15 Uhr / Kabel 1)
Längere Zeit nicht mehr gesehen, aber als ziemlich beschwingte, und -natürlich nur im Rahmen seiner Konzeption als Massenfilm- bisweilen auch recht bissige Eskalations-Comedy samt sehr gutem Cast in Erinnerung. Läuft wie immer im Double-Feature mit der fiesen Moralkeule FATAL ATTRACTION.

Lesbian Vampire Killers (23.05 Uhr / RTL II)
Kenn‘ ich nicht; Cover und Titel tönen höchstwahrscheinlich aber unterhaltsamer, als diese potentiell erzwungen-kalkulierte Trash-Hommage in Wirklichkeit sein wird.

Windtalkers - Director‘s Cut (0.00 Uhr / ARD)
John Woo inszeniert nach einigen Totalausfällen erneut flüssig und geschickt, unterliegt mit seiner Aufarbeitung des amerikanischen WWII-Einsatzes im Pazifikraum letztlich aber dem nahezu genreimmanenten Fehler, Krieg zwar einerseits anprangern, auf der anderen Seite aber auch als Blockbuster-Spektakel konsumierbar machen zu wollen.

Sonntag, 29.05.
The Da Vinci Code (17.20 Uhr / Sat 1)
Von Obernulpe Ron Howard gräulich in Szene gesetzte Adaption des Dan Brown-Romans, den seinerzeit jeder U-Bahn-Lemming sein Eigen nannte, und die den Zuschauer nun vor die folgenschwere Entscheidung stellt, ob er die albern um Seriosität bemühte Inszenierung des BallaBalla-Plots, das Zimmer-Gedröhne auf der Soundspur, die Rätselanimationen aus dem PC, oder doch das anstrengende Duo Hanks/Tautou ätzender finden soll.

Ocean‘s 13 (20.15 Uhr / Pro 7)
Ohne die Leichtigkeit des ersten Teils wiederholen zu können, führt Soderbergh seine Elite-Gangster nach dem völlig missglückten zweiten Teil immerhin zurück in das sichere Gelände nett-konventioneller Sommerhits, die mehr für ihren Cast, denn für ihre Idee leben. Meh.

Bad Boys II (22.30 Uhr / Pro 7)
Menschenverachtender, mit kryptorassistischen Klischees angereicherter und sowieso hochnotpeinlicher Aufguss des dümmlichen Buddy-Movie-Erstlings, der wirklich nur für diejenigen erträglich sein dürfte, die sich ihrer Ideologie-Scheuklappen zu keiner Zeit entledigen wollen oder können. Der beschissenste Film innerhalb des an beschissenen Filmen nicht gerade armen Œuvres von Michael Bay.

Clerks 2 - Die Abhänger (23.55 Uhr / SWR)
Hell Yeah! Erst Ron Howard, dann Michael Bay und zu guter Letzt auch noch Kevin Smith; die Sendeanstalten sind heute wohl tatsächlich auf akuten Brechdurchfall aus.

Montag, 30.05.
Hot Fuzz (22.15 Uhr (ZDF)
Mit viel Detailkenntnis und Liebe versehene, komödiantische Aufarbeitung diverser Mechanismen des Actionfilms und des Kinos im Allgemeinen. Mehr nach dem Klick. Anschauen!

Dienstag, 31.05.

Die fetten Jahre sind vorbei (22.30 Uhr / SWR)
Vollkommen unglaubwürdig durchkonstruiertes Kino aus deutschen Landen, welches sich in seiner postpubertären Revoluzzer-Attitüde selbst so sehr gefällt, dass es gar nicht merkt, wie lächerlich das Ganze doch eigentlich wirkt. Läuft zu meiner großen Freude in letzter Zeit alle drei Tage auf irgendeinem dritten Programm.

Falling Down - Ein ganz normaler Tag (22.40 Uhr / Tele 5)
Immer noch nicht gesehen, obwohl ich schon bei der letzten Erwähnung hier versprochen hatte, das nachzuholen. Mal schauen, vielleicht klappt es ja dieses Mal.

Mittwoch, 01.06.
The Score (20.15 Uhr / Kabel 1)
Krampfhaft mit Altstars vollgestellter Versuch, auch ein Stückchen vom damals gerade wieder populärer werdenden Heist-Kuchen abzubekommen. Seine fehlende Erfahrung im einschlägigen Genrefilm kann Frank Oz zu keiner Zeit verbergen; plump inszenierte Actionmomente können niemals die inexistente Spannungskurve kaschieren.

Das Parfum (20.15 Uhr / Sixx)
Tykwers Film scheitert weniger an der Tatsache, sein schwierig zu fassendes Ursprungswerk akribisch nachzuerzählen und in geeignete Bilder zu verpacken, sondern eher daran, dass Süßkind seinen Roman mehr als intuitiv wahrzunehmendes Erlebnis, denn als komplexe Erzählung verstand haben wollte, und auf Zelluloid deshalb letztendlich nur eine hohle Fassade stehen bleibt.

Hexenkessel (22.25 Uhr / 3sat)
Von mir noch nicht gesichtetes Frühwerk aus dem Hause Scorsese, das mich gerade in aller Deutlichkeit daran erinnert, endlich einmal eine Regisseur-Retro unter seinem Banner anzusetzen.

Donnerstag, 02.06.
Das Wunder von Bern (18.10 Uhr / ARD)
Sönkes Empfehlungsschreiben für das drei Jahre später folgende Propaganda-Manifest namens „Sommermärchen“: Dem kitschig-sepiagefilterten Herunterbrechen globaler Heimkehrer-Traumata auf den kleinsten und banalsten Nenner setzt Wortmann käsig inszenierte Fußballhäppchen samt angedeuteten Erweckungsstolz gegenüber. Interesse an der Psyche seiner Figuren sucht man hier ebenso vergebens, wie Gespür für die historische Situation. Schlimm.

Ein perfekter Mord (20.15 Uhr / ZDF)
Passend besetzte und leidlich spannende Modernisierung des Hitchcock-Klassikers „DIAL M“, an deren Ende weniger Begeisterung, denn die Überzeugung steht, ähnliches schon einmal besser gesehen zu haben. Kann man trotzdem gucken.

Catch Me If You Can (20.15 Uhr / Sat 1)
Fröhlich-unbeschwertes Katz-und-Maus-Spiel, von Spielberg gewohnt souverän in Szene gesetzt. Mehr dazu in Kürze.

Der Patriot (20.15 Uhr / Kabel 1)
Konsequent in der Titelgebung ihres Werkes, frönt das Duo Gibson/Emmerich vor und hinter der Kamera ihrer intellektuell ebenso schlichten, wie inszenatorisch schwachen Glorifizierung von Krieg und Vaterlandsliebe, und scheuen sich abermals nicht davor, historischen Kontext zur austauschbaren Fototapete herunterzubrechen: Die Schallplatte heißt "Freedom", der Text "Independence", der Interpret Mel - ein Programm, mittlerweile so ätzend wie die Top10 - und leider auch ähnlich auflagenträchtig.

Freitag, 03.06.
Resident Evil: Apocalypse (22.10 Uhr / Pro 7)
Einmal mehr muss sich die "Resident Evil"-Reihe gefallen lassen, dass sie vom subtilen und innovativen Klassiker der Spielegeschichte, zu einer blutleeren Epigone dümmlicher Zombiefilmchen Marke "Tele5" degradiert wird.  Das Konzept von Witts Werk - sofern es denn überhaupt eines geben sollte - heißt Milla Jovovich - und das war's dann auch schon: Spannung, Grusel, ja sogar Gewalt findet man in der durch und durch lieblosen Game-Verwurstung zu keiner Zeit - sogar das Starvehikel TOMB RAIDER war seinerzeit näher am Ursprung der Faszination des Ursprungsstoffes.

The Faculty (0.00 Uhr / RTL II)
BODY SNATCHERS auf dem Pausehof. Ein mäßig spannender Film für Genrefreunde, der mich damals -wohl wegen der Erwartungshaltung, die durch die Namen Williamson und Rodriguez aufgebaut wurde- ziemlich enttäuscht hat. Meh.

Torn Curtain - Der zerrissene Vorhang (03.20 Uhr / ARD)
Von Kritik und Fans oftmals gescholtener DDR-Ausflug Hitchcocks, den ich trotz seiner vielen Rückgriffe auf politisch motivierte Klischees und einigem Spionage-Nonsens für den  unterhaltsamsten James Bond-Film außerhalb des 007-Franchise halte. Anschauen, aufnehmen, kaufen - what ever you want.

13. Mai 2011

TV-Tipps: Woche vom 14.05. - 20.05.

Samstag, 14.05.
Eurovision Song Contest 2011 (20.15 Uhr / ARD)
Ist es eigentlich legitim, das Trash-Festival ESC hervorzuheben, und im Anschluss daran einen Großteil der Filme, die diese Woche laufen, für blöd zu befinden? Ach, egal: Go, Lena, Go!

Dirty Harry 3 - Der Unerbittliche / Dirty Harry kommt zurück (22.35 Uhr / Kabel 1)

Doppel-Feature zum reaktionären „Erst schlagen, dann fragen“-Spektakel mit Eastwood in der Hauptrolle. Die Fortsetzungen verlagerten den Schwerpunkt noch mehr in Richtung Genrefilm, konnten jedoch allesamt nie an die -zumindest in technischen Aspekten vorhandene- Brillanz des Siegel-Auftakts anschließen. Aus heutiger Perspektive in vielerlei Sicht ähnlich überholt, wie die geistige Haltung dahinter es schon zu Zeiten des Release war.

Hängt ihn höher (01.20 Uhr / RBB)

Das ambitionierte Debüt von Ted Post, und das wahrscheinlich beste Werk in seiner kurzen Karriere als Regisseur: Zwischen gängigen Konventionen und der devoten Verehrung gegenüber Titelheld Eastwood, versucht sich der Film immerhin daran, mit seinem Plädoyer gegen Todesstrafe und Justiz-Willkür, ein paar neue Ideen in das weitgehend durchdeklinierte Western-Milieu zu integrieren. Ein unausgegorener, aber interessanter Versuch.

Sacramento (03.10 Uhr / RBB)
Peckinpahs zweiter Kino-Western. Kenne ich nicht, müsste man sich wahrscheinlich  auch einmal ansehen, aber Regisseur und Genre reizen mich wenig bis gar nicht...

Sonntag, 15.05.
Balduin, das Nachtgespenst (20.15 Uhr / Tele5)
Louis de Funès. Hand auf‘s Herz, dieses ewig gleiche Rumgehampel eines kleinen, französischen Cholerikers kann doch heute niemand mehr wirklich lustig oder gar gut finden, oder?!

Fluch der Karibik 2 (20.15 Uhr / Pro7)
Der unnötige Versuch den vergnüglichen Happening-Charakters des Vorgängers mit einer pseudoepischen Dramaturgie und einem vollkommen amokgelaufenen Script-Team nachträglich zu legitimieren und zur Saga aufzublasen, geht schon in Teil zwei komplett in die Hose. Ein langatmiger und tumber Selbstläufer, vollgestellt mit Schauspielern auf Autopilot. Nervt fürchterlich.

Rogue - Im falschen Revier (23.00 Uhr / Pro7)
Kroko-Blödsinn. Noch nicht gesehen, aber für zwischendurch eignet sich so etwas fast immer, zumal der gar keinen schlechten Ruf genießt, und talentfreier als in AVATAR kann Sam Worthington eh nicht mehr spielen, von daher: vorgemerkt.

Berlin Calling (23.50. Uhr / ARD)
Der Paul Kalkbrenner-Film. Soll ja Leute geben, die den samt seiner Musik gut finden.

Montag, 16.05.
Casino (21.00 Uhr / Arte)
Überlanger, und letztlich doch eindimensionaler Mafia-Epos aus dem Hause Scorsese, dessen Schwerpunkt lediglich darin liegt, uralte Genretopoi und Hochkaräter-Cast zu einem illustren Ganzen zu vermengen. Okay; aber die Verklärung von Film und Sujet allgemein innerhalb der Popkultur bleibt absolut unverständlich.

Ginger Snaps II (23.45 Uhr / Tele5)
Nicht gesehen, aber der Erstling ist trotz seiner sicherlich vorhandenen Schönheitsfehler ein durchweg sympathischer Film, der mit Emily Perkins zudem noch eine überraschend starke Hauptdarstellerin sein Eigen nennen kann. Es lohnt sich sicher, mal einen Blick riskieren.

Dienstag, 17.05.
Nix.

Mittwoch, 18.05.
The Hole (22.35 Uhr / Kabel 1)
Nippelalarm bei Fräulein Knightley, ansonsten wird der Film seinem Schauplatz weitestgehend gerecht: Bodenlos und finster.

Donnerstag, 19.05.
Indiana Jones und der letzte Kreuzzug (20.15 Uhr / Sat 1)
Der Abschluss der einstigen Trilogie überzeugt noch immer mit memorablen Einzelsequenzen und vergnüglichem Blockbuster-Feeling, fällt mit seiner Hinwendung zum spielberg‘schen Hohelied auf familiäre Strukturen und erzwungenen Späßen aber deutlich gegenüber den beiden Vorgängern ab. Überdurchschnittlicher Abenteurerstreifen.

Mr. & Mrs. Smith (20.15 Uhr / VOX)
Irgendwo zwischen Screwball-Comedy und BallaBalla-Action führt Bourne-Regisseur Liman mit seinem Schaulaufen des momentanen Promi-Pärchens Numero Uno ebenso unwissentlich wie auch unfreiwillig, geflissentlich die Essenzen heutiger Blockbuster vor, in welchen der Star das Programm und vordergründige Publicity die einzige Agenda zu sein schein. Nett.

Pulp Fiction (22.55 Uhr / VOX)
Das Film-Poster in jeder dritten WG nervt ebenso wie das halbtrunkene Aufsagen des langbärtigen Burger-Dialogs, aber nichtsdestotrotz: Höhe- und ständiger Bezugspunkt des postmodernen-popkulturellen 90er-Kinos, und vielleicht das einzige Werk von Tarantino, das sich seiner Abhängigkeit gegenüber den eigenen Vorbildern derartig bewusst ist, um auch alleine bestehen und überdauern zu können. Anschauen.

Freitag, 20.05.
Ginger Snaps III (22.30 Uhr / Tele5)
Siehe oben.

Natural Born Killers (02.40 Uhr / Pro7)
Verpackt die arrogante Oberlehrerhaltung, die sich wie ein roter Faden durch Stones Filme zieht, in eine gewollt anstrengende und artifizielle Inszenierung, wirbelt sich dabei von Kameramodus bis LSD-Farbfilter kreuz und quer durch das Repertoire an Stilmitteln, und hat in Wirklichkeit doch nichts zu erzählen. Dass Oliver Stone die Medien verachtet, ebenso wie die Gesellschaft - all das hat er bereits Jahre zuvor in TALK RADIO mehr als offensichtlich durchblicken lassen. Brechmittel.

6. Mai 2011

TV-Tipps: Woche vom 07.05 - 13.05.

Anstrengende Woche, keine Lust, und eigentlich läuft sowieso nur Mist, deshalb dieses Mal in gebotener Kürze:

Samstag, 07.05.
Der weiße Hai (20.15 Uhr / VOX)
Auf der einen Seite sicherlich ein wegweisender Beitrag zum Genre, und zeitgleich eine eindrucksvolle Demonstration von Suspense-Mechanismen, auf der anderen Seite wiederholt Spielberg eigentlich nur Dinge, die er bereits in DUEL aufgegriffen hat. Aus filmhistorischen Gründen unbedingt sehenswert, hinterlässt aber zumindest bei mir -obgleich ich Spielberg-Fan bin- keinen allzu bleibenden Eindruck.

Der Untergang (20.15 Uhr / MDR)
Die Führer-Soap von Untertage: Verklemmte bis verlogene Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, die ungehemmt ihrem ostentativ ausgestellten Hang zur Inszenierung des GröFaZ als Privatmenschen frönt, und trotz aller Staffage nur den Charme eines unter der Leitung von Guido Knopp entstandenen Einspielfilmchens aufweist. Teutonen-Kino zum Abgewöhnen.

Indiana Jones: Jäger des verlorenen Schatzes (22.35 Uhr / Sat 1)

Hat im Laufe der Jahre ein bisschen etwas von meiner persönlichen Wertschätzung einbüßt, bleibt aber natürlich nach wie vor ein hervorragend inszenierter Blockbuster mit einem sprücheklopfenden Ford in Bestform und ganz vielen bösen Nazis. Läutete damals ein kleines Revival des bis dahin fast ausgestorbenen Abenteurer-Films ein.

Sonntag, 08.05.
Fluch der Karibik (20.15 Uhr / Pro7)
Erster und einziger wirklich brauchbarer Teil des stetig absurder (und vor allem: schlechter) werdenden Karibik-Franchise. Die Vermischung von Piratenmythen, Seemannsmärchen und Verbinski-Meriten fasziniert mich auch heute noch auf eine schwer zu umschreibende Art und Weise, obwohl ich mir durchaus darüber im Klaren bin, dass der Film bisweilen unnötig drehbuchlastig und verschwafelt daherkommt. Egal: Anschauen!

Easy Rider (22.30 Uhr / ZDFneo)
Kühn zum Klassiker verklärtes Gesellschafts- und Sittengemälde im Korsett eines klassischen Road-Movies. Der Soundtrack ist noch immer stark, die Verklärung von Freiheit in der Weite und Hippie-Geist allerdings ebenso naiv, wie dated. Meh.

Rock‘n‘Rolla (22.45 Uhr / Pro7)

Die typische Guy-Ritchie-Chose: Unangenehm aufgeregt und hektisch, ausgestellt cool und vollgestopft mit schrägen Typen und visuellen Spielereien. Der Mann ödet mich einfach nur noch an.

Montag, 09.05.
Nix.

Dienstag, 10.05.
Ich weiß noch immer, was du letzten Sommer getan hast (22.10 Uhr / Tele5)
Die Fortsetzung zum einstigen SCREAM-Nachschlag aus der Feder von Kevin Williamson. Routinierter Slasher ohne nennenswerte Höhe- oder Tiefpunkte.

Mittwoch, 11.05.
Vanilla Sky (20.15 Uhr / Kabel 1)
Nicht gesehen, aber man munkelt, der soll gar nicht so verkehrt sein?!

Fight Club (22.45 Uhr / Kabel 1)
Wahrscheinlich nicht der beste Film der 90er Jahre, ganz sicher aber einer mit dem größten Nachhall: Finchers Abgesang auf Konsum und Gesellschaft verbalisiert in griffigen Phrasen die Probleme einer Generation kurz vor der Midlife-Crisis, funktioniert mit seiner zahmen Philosophiekomponente und Starensemble allerdings auch als jugendlicher Revolutionssoundtrack. Eigentlich ein totaler Konsensfilm, aber ich mag den wirklich gern.

Donnerstag, 12.05.
Indiana Jones: Tempel des Todes (20.15 Uhr / Sat1)
Der Mittelteil der einstigen Indy-Trilogie, der gleichzeitig auch das indirekte Prequel zum Vorgänger ist, fasziniert abermals durch Spielbergs gutes Gespür für Actionmomente und familienfreundliche Abenteuerstimmung, die zunehmende Ausrichtung zur Slapstick-Parade liefert aber bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den durchwachsenen dritten Teil, und zerstört nicht wenig von der düsteren Atmosphäre des Films. Sehenswert.

8MM (22.10 Uhr / VOX)
Nicht gesehen, aber Filme mit Nicolas Cage sind oftmals schon ohne Snuff-Sujet eine reine Tortur. Ich glaube, den kann man sich sparen.

Freitag, 13.05.
Nada.

29. April 2011

TV-Tipps: Woche vom 30.04. - 06.05.

Samstag, 30.04.
Shrek - Der tollkühne Held (20.15 Uhr / Sat 1)
In gewisser Weise eine sehr symptomatische Produktion für das Phänomen der heruntergekurbelten Animationsfilme: Damals gerade noch state of the art, heute hoffnungslos veraltet, ist dieser Dreamworks-Schinken inhaltlich gefangen in seinem unüberwindbaren Verlangen, möglichst allen Zuschauererwartungen gerecht zu werden, und deshalb Märchen als plumpen Aufhänger für allerlei Holzhammer-Anspielungen (Begleitpersonen!) und infantilen Slapstick (Hauptzielgruppe!) zu missbrauchen.

Armageddon (20.15 Uhr / Pro7)
Typischer 90er-Popcornschrott voller Katastrophenstimmung, Pathos & Patriotismus, starken Männern und viel Knallbumm - Michael Bay findet‘s sicher immer noch großartig, was er da damals verbrochen hat. Ich...irgendwie nicht.

Shine a Light (20.15 Uhr / 3Sat)
Auch für Gelegenheitshörer von Jagger und Co eine durchaus vergnügliche Mischung aus Interview-Schnipseln und den Auftritten auf den 2006er Konzerten in New York, die Martin Scorsese da zusammengebastelt hat. Wirklich zwingend ist die filmische Verbeugung vor seiner Lieblingsband allerdings auch nicht geworden.

Death Proof (23.45 Uhr / ARD)
Jämmerlich berechenbarer Versuch von Tarantino, seine sonstige Recycling-Tour durch die Kinogeschichte mit Hilfe einer ostentaiven Grindhouse-Attitüde jeglicher Kritik zu entziehen. Kurioserweise krankt der Film an genau jenen Stellen, an denen er nicht absichtlich schlecht sein möchte, allen voran an seiner katastrophalen Dramaturgie und amokgelaufenen Dialogregie. Der Quentin ist mir mittlerweile sowieso egal, und diese gesamte hochbudgetierte Neo-Trash-Welle ringt mir eh nur ein müdes Gähnen ab. Nöö.

Scream 3 (0.15 Uhr / RTL II)
Wird sinnigerweise ohne die beiden Vorgänger ausgestrahlt. Grandioser Abschluss von Cravens Ghostface-Trilogie. Mehr nach dem Klick.

The Game (1.40 Uhr / ARD)
Fand ich seinerzeit ziemlich spannend und atmosphärisch, würde ich um einige Jahre gereift und mit Kenntnis des Twists im Nachhinein wahrscheinlich nur noch als ausgestelltes und unlogisches  Verwirrspielchen empfinden.

Sonntag, 01.05.
The Dark Knight (20.15 Uhr / Pro7)
Einst als Jahrhundertfilm gefeiert, präsentiert sich Nolans zweite Franchise-Arbeit als bewusst unterkühltes Post 9/11-Zeitgeistportrait, das in all seiner aufgesetzten Ernsthaftigkeit oftmals die Grenze zur Lächerlichkeit tangiert, aber im Gegensatz zum Vorgänger immerhin  recht unterhaltsam daher kommt. Wie so oft in seinen Werken, verkennt Nolan auch hier das Potential seiner Figuren, lässt den ambivalenten Harvey Dent außen vor, und verschreibt sich stattdessen der unhinterfragten Huldigung von Ledgers Joker. Nett, aber keinesfalls mehr.

A Beautiful Mind (20.15 Uhr / Kabel 1)
„Was soll ich dir noch sagen - Es ist doch alles schon gesagt“: A film by Ron Howard, starring Russell Crowe.

Natürlich blond (20.15 Uhr / RTL 2)
Quietschbunte und erstaunlicherweise auch ziemlich unterhaltsame Abhandlung von It-Girl-Klischees und verschiedenen Paralleluniversen innerhalb der USA, mit Reese Witherspoon außerdem verdammt stark besetzt. Mag ich.

Heat (22.40 Uhr / Kabel 1)
Von Michael Mann gewohnt brillant und kalt in Szene gesetzt, ist dieses zum Meisterwerk verklärte Gangsterepos eigentlich nur damit beschäftigt, sich von einer overacting-Attacke seiner beiden eitlen Hauptdarsteller Pacino/De Niro zur nächsten zu hangeln. Der Heist ist nett anzusehen, in Gänze ist mir der Film aber zu unnötig ausladend und breit(getreten) inszeniert.

Montag, 02.05.
Ritter der Kokosnuss (20.15 Uhr / Arte)
Der Übergang von der reinen Nummernrevue vergangener Tage, hin zur klassischen Filmerzählung. Wie immer bei den Pythons muss man deren Humorverständnis teilen, um Freude an dieser Nonsense-Adaption der Gralsgeschichte zu haben, denn einer kritischen Betrachtung in filmischer Hinsicht hält das alles höchstwahrscheinlich nicht stand. Sicherlich nicht ganz so bedeutsam wie der darauf folgende LIFE OF BRIAN, aber ich finde den hier trotzdem toll.

Duell - Enemy at the Gates (20.15 Uhr / Kabel 1)
Kruder Scharfschützen-Trash vor (eigentlich sowieso total austauschbarer) Ostfront-Kulisse. Gefällt denjenigen, die auch „Call of Duty“ für eine historische korrekte Aufarbeitung halten, und bei dem Gedanken an Headshots während eines Hechtsprungs feuchte Höschen bekommen.

Firewall (22.15 Uhr / ZDF)
Harrison Ford samt Familie wird Opfer einer Geiselnahme, im Angesichts des Terrors entdeckt Papa Ford seine Kämpferseele und erzählt nebenbei noch allerhand Computer-Kauderwelsch. Ist so spannend und innovativ, wie es sich anhört.

Platoon (22.40 Uhr / Kabel 1)
Lebt wie nahezu alle Werke von Oliver Stone den moralischen Überlegensheitsfetisch seines Erschaffers gnadenlos auf dem Rücken des Publikums aus: Der Film ist ordentlich inszeniert, passend besetzt, aber außer „Krieg ist schlecht“ hat die Dschungel-Odyssee eigentlich nichts wesentliches zu erzählen. Gibt mir persönlich überhaupt nichts.

Dienstag, 03.05.
Creep (22.25 Uhr / Tele 5)
Simples Abspulen von bewährten Genremechanismen, dieses Mal in der Londoner U-Bahn. Fand‘ ich damals gar nicht so übel, auch wenn Franka Potente eigentlich nicht mein Fall ist. Wie heißt es so schön: Für Fans.

U-Turn (0.10 Uhr / Tele 5)
Nicht gesehen, aber Oliver Stone, Sean Penn und Jennifer Lopez im Triple klingt nach akutem Brechreiz meinerseits.

Mittwoch, 04.05.
Signs (20.15 Uhr / Kabel 1)
Durchaus funktionale Hommage an die alten SciFi-Filme, von Shyalaman ausnahmsweise relativ konditioniert und ohne allzu viel Esoterik in Szene gesetzt. Kann man schauen, auch wenn es einem allein Gibsons Präsenz nicht unbedingt leicht macht. Der glaubt übrigens nicht an Aliens und Kornkreis-Wunder, steht zumindest in meiner Fernsehzeitung (Bildungsauftrag erfüllt!).

Scream (22.10 Uhr / Kabel 1)
Läuft gekürzt, ist deshalb nahezu unbrauchbar, aber fernab davon ist dieses Spiel aus Konstruktion und Dekonstruktion auf vielen Ebenen ein herausragender Spaß, und mit ziemlicher Sicherheit der wichtigste Genrefilm der letzten zwanzig Jahre. Mehr nach dem Klick.

Once (22.25 Uhr / 3sat)
Habe ich trotz großer Liebe zum Filmmusical immer noch nicht gesehen. Wird dieses Mal sicher auch nix, denn Musicals mit Synchro sind bäh.

Shaft (0.30 Uhr / HR)
Prägender und wichtiger Genrefilm aus der Blütezeit des Blaxpoitation-Kinos, für dessen ausgestellte Coolness ich mich nie wirklich begeistern konnte. Ansehen lohnt trotzdem.

Donnerstag, 05.05.
Good Will Hunting (20.15 Uhr / VOX)
"Dead Poets' Society" meets "A Beautiful Mind". Ein Film für Menschen, die sich gerne Langeweile und Leerlauf als Tiefsinnigkeit und Intelligenz verkaufen lassen. Und warum ausgerechnet dieser Film mit dem Drehbuch-Oscar und Robin Williams - quasi für die identische Rolle die er zehn Jahre vorher schonmal gespielt hat - prämiert wurde - nachvollziehen kann ich es bis heute nicht.

Jäger des verlorenen Schatzes (20.15 Uhr / Sat 1)
Hat im Laufe der Jahre ein bisschen etwas von meiner persönlichen Wertschätzung einbüßt, bleibt aber natürlich nach wie vor ein hervorragend inszenierter Blockbuster mit einem sprücheklopfenden Ford in Bestform und ganz vielen bösen Nazis. Läutete damals ein kleines Revival des bis dahin fast ausgestorbenen Abenteurer-Films ein.

Das Leben des Brian (20.15 Uhr / Arte)
Eine der wenigen filmischen Auseinandersetzungen mit dem heiklen Thema „Religion“, der es gelingt, Kritik an Glauben und Glaubensgemeinschaften auseinanderhalten und trennen zu können. Einerseits überspitze Entlarvung und gleichzeitig doch nahezu reflektierte Meinungskundgabe - mehr wird man von einer Satire wohl nicht erwarten können. Anschauen!

American History X (22.45 Uhr / VOX)
Packend inszenierter Common-Sense, der manchmal trotz Schwarz/Weiß-Anstrich recht eindimensionale Lösungen und Herleitungen zum Thema bietet und Nazi-Denken als alleiniges Phänomen des White-Trash deklariert. Trotzdem ein Film, den man mal gesehen haben sollte.

Freitag, 06.05.
Doomsday  - Tag der Rache (22.00 Uhr / RTL 2)
Planlos-blöde Verbeugung vor dem MAD MAX-Kosmos, von DESCENT-Regisseur Marshall überraschungsfrei und konventionell zum tumben Krawallfilm ausbuchstabiert. Mist.

Ginger Snaps (22.10 Uhr / Tele 5)
Sympathischer Vertreter des subtextlastigen Werwolf-Subgenres. Letzlich zieht der Film mit seiner Gleichsetzung von Pubertät und Verwandlung, von Blutdurst und Libido nur bereits vorher diskutierte Dinge neu auf, aber charmant anzusehen ist Katharine Isabelle in diesem coming-of-age-Plot schon. Lediglich das Ende ist mit seiner Hinwendung zum actionbasierten Grusel furchtbar schlecht.

22. April 2011

TV-Tipps: Woche vom 23.04. - 28.04.

Samstag, 23.04.
Knockin‘ On Heaven‘s Door (20.15 Uhr / Kabel 1)
Für hiesige Verhältnisse erstaunlich prominent besetzt und ansehnlich geschnitten, vermeidet das Roadmovie um seine beiden Schicksalsgenossen jene pathetische Tränendrüse-Kalkulation, die den Hollywood-Aufguss des Stoffes in THE BUCKET LIST Jahre später so unerträglich machte. Nett.

Die Passion Christi (22.05 Uhr / Kabel 1)
Selbst Fanatikern müsste auffallen, dass die bloße Fixierung auf Leiden und Schmerz ohne die anschließende Darstellung von Vergebung und Erlösung in Hinsicht auf die biblische Botschaft als unzureichend erscheinen muss. Für den großen Rest ist das allerdings sowieso nur bräsig-peinlicher Splatter unter dem Deckmantel der Historizität und mit haufenweise antisemitischen Zwischentönen.

The Spirit (22.15 Uhr / Pro 7)
Millers schwachmatischer Versuch, den Erfolg von SIN CITY im Alleingang zu wiederholen, und dafür einen Klassiker der Comicliteratur mit allerhand zweitklassiger Hampelmänner vollzustopfen. Dass der Film schlecht wird, stand eigentlich von jeher außer Frage, entsetzt war ich bei der Sichtung dann vor allem über die Tatsache, dass das alles auch noch schwer langweilig ist. Höhepunkt des schlechten Geschmacks: Der als Onkel Tom verkleidete Samuel L. Jackson und Scarlett Johansson als SS-Domina.

Beverly Hills Cop - Ich lös‘ den Fall auf jeden Fall (22.20 Uhr / Sat 1)
Einer dieser ganz ganz furchtbaren Filme, die Eddie Murphy als Hauptdarsteller ihr Eigen nennen. Geht überhaupt nicht.

Solange es Menschen gibt (01.00 Uhr / BR)
Ohne Worte. Sirks Meisterwerk!

Der Pate II (01.45 Uhr / Kabel 1)
Nahezu vollständig befreit von den Konventionen modernen Kinos zelebriert Francis Ford Coppola zum zweiten Mal den einst von Mario Puzo erdachten Werdegang des Michael Corleone, den er mittlerweile zur komplexen Biographie und zum Sittengemälde mehrerer Epochen erweitert hat. Meisterwerk #2.

Sonntag, 24.04.
Kiss me, Kate...- Berlin 2008 (19.30 Uhr / ZDFtheater)
Ich kenne die Live-Aufzeichnung, die hier gegeben wird, nicht, aber der Film und die Musik sind toll, wird dementsprechend auf jeden Fall einmal vorgemerkt.

James Bond: Ein Quantum Trost (20.15 Uhr / RTL)
Lose Fortführung des Vorgängers, dieses Mal noch mehr um einen realistischen, sprich: langatmigeren Hintergrund bemüht. Craig ist als Bond nach wie vor furchtbar, die wenigen gelungenen Ansätze des ersten Reboot-Films wurden komplett vergessen, stattdessen gibt es noch mehr Bourne auf Baldrian. Schlimm.

Walk the Line (20.15 Uhr / RTL II)
Ungeschöntes, fast schon zu pessimistisch gezeichnetes Biopic über die Countrylegende schlechthin, das vor allem wegen seines hervorragenden Casts und dem gelungenen Soundtrack zu überzeugen weiß. Als sich aus dem Kino kam, hab ich jedenfalls sofort eine Cash-Platte gekauft - ich denke, dass ist ein gutes Zeichen (zu Beruhigung: es ist bis dato die einzige geblieben...).

Wanted (22.15 Uhr / RTL)
Unbequemer, wenn nicht gar faschistoider Subtext, formal jedoch ein wirklich beeindruckendes Feuerwerk aus kreativen Ideen und gut geschnittenen Actionsequenzen. Wahrscheinlich noch vor SHOOT EM UP das Paradebeispiel eines auf Leinwand gebannten Computerspiels. Abfeiern nein, anschauen ja.

Underworld III: Aufstand der Lykaner (01.35 Uhr / Pro 7)
Kann nur für die ersten beiden Teile sprechen, aber die waren maximal um Style bemühtes Genrekino mit Zielgruppenanpassung in Richtung „Beckinsale + Latex = Gut“ und gruselig-schlechten CGI-Effekten. Beckinsale ist hier übrigens nicht mehr mit von der Partie...

Der Pate III (01.50 Uhr / Kabel 1)
Schon lange nicht mehr gesehen, aus Angst davor, mir den Gesamteindruck der Saga unnötig zu vermiesen. So schlimm wie alle behaupten, habe ich ihn damals jedoch nicht empfunden, auch wenn es in der Tat begrüßenswert ist, dass es Papa Coppola mittlerweile gelungen ist, seinem Töchterchen einen Platz HINTER der Kamera zu verschaffen.

Montag, 25.04.
Sister Act 2 - In göttlicher Mission (20.15 Uhr / Sat 1)
Dicke Nonnen, die Gospel singen. Ist so schrecklich, wie es sich anhört - und dabei war der erste Teil gar nicht mal so verkehrt.

Evan Allmächtig (20.15 Uhr / RTL)
Um absolut jeden (!) Witz befreites Spin-Off des ähnlich doofen BRUCE ALMIGHTY, nur das hier nicht mehr Jim Carrey für Kopfschütteln sorgen darf, sondern ein bootbauender Steve Carell. Wer den Schluss noch wachenden Auges erlebt, wird zu guter Letzt auch noch mit einer brav-blöden Ökobotschaft traktiert.

Zodiac - Die Spur des Killers (22.00 Uhr / RTL)
Zurückgenommene, ungemein atmosphärische Momentaufnahme einer Stadt in Angst, die mehr Gefallen an historischer Detailarbeit, denn an den Konventionen des Thrillers findet. Der vielleicht reifste Film, der über das Phänomen „Serienmörder“ jemals gedreht wurde, und Finchers hauseigener Noir-Hommage SE7EN weit überlegen.

Interview mit einem Vampir (22.10 Uhr / VOX)
Bisweilen etwas schwülstiges und dramaturgisch durchhängendes Vampirdrama, das seine Fehler durch bombastische Ausstattung, einen sensationellen Cast und unaufgeregte Melancholie aber größtenteils wieder ausbügeln kann. Bis zum noch tolleren SO FINSTER DIE NACHT die Nummer Eins unter den Blutsauger-Filmen für Erwachsene.
 
Deep Blue Sea (22.25 Uhr / Kabel 1)
Genrekino at its best. Ausreichend budgetierte und dementsprechend hübsch anzusehende Neuauflage des uralten Märchens vom mad scientist, der von seiner eigenen Schöpfung eingeholt wird. Ein Film, der auf charmante Art schlecht ist, sich zu keiner Sekunde ernst nimmt, und gerade deshalb mehr Spaß macht, als all die verkrampften Trash-Versuche der jüngeren Kinogeschichte. Kennt mittlerweile sowieso jeder, ansonsten: Anschauen!

Dienstag, 26.04.
Conan der Barbar (20.15 Uhr / Tele5)
Aus heutiger Perspektive alleine wegen seiner ungeschickten Inszenierung wohl eher Etwas zum belächeln, trotzdem in seinem faschistoid-misogynen Gestus immer noch bedenklich und ärgerlich. Das 300 der heutigen Ü40-Generation.

Solaris (02.40 Uhr / RTL 2)
Schnarchlangweiliges und mit größtmöglicher Überflüssigkeit versehenes Remake des auch nicht gerade aufregenden, gleichnamigen Tarkovsky-Films. (Pseudo-)Philosophisch angehauchte Weltraum-Meditationen und ich stehen sowieso auf Kriegsfuss miteinander.

Mittwoch, 27.04.
Der Untergang (22.45 Uhr / RBB)
Verklemmte bis verlogene Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte, die ungehemmt ihrem ostentativ ausgestellten Hang zur Inszenierung des GröFaZ als Privatmenschen frönt, und trotz aller Staffage nur den Charme eines unter der Leitung von Guido Knopp entstandenen Einspielfilmchens aufweist.

Good bye, Lenin! (23.35 Uhr / MDR)

Blöder Verharmlosungskitsch #2: Die DDR in der Daniel Brühl rumstromern und seine Narrenposse aufziehen darf, ist zwar als Staat schon ein bisschen böse, stört sie doch ab und an den trauten Familienschwank mit Knüppeln, aber beherbergt innerhalb ihrer Stacheldrahrgrenze doch auch echte Menschlichkeit, tollen Zusammenhalt und Spreewaldgurken.

Donnerstag, 28.04.
In 80 Tagen um die Welt (20.15 Uhr / VOX)
Update des Vernes-Klassikers für die heutige Generation. Nichts zwingendes, aber halbwegs unterhaltsam ist dieser kunterbunte Reigen aus kunterbunten Attraktionen schon - nur der unsäglich nervige Jackie Chan stört.

Freitag, 29.04.
Robots (20.15 Uhr / SuperRTL)
Blechern-blöde Aneinanderreihung von Animationsfilm-Klischees, denen hier sogar der sonst typische Niedlichkeitsfaktor bei den Figuren abgeht. Schlimm außerdem die vollkommen missratene Synchro und Sarah Connors Titelsong. Bäh.

Die fetten Jahre sind vorbei (22.25 Uhr / EinsFestival)
Vollkommen unglaubwürdig durchkonstruiertes Kino aus deutschen Landen, welches sich in seiner postpubertären Revoluzzer-Attitüde selbst so gefällt, dass es gar nicht merkt, wie lächerlich das Ganze doch eigentlich wirkt.

The Host (23.45 Uhr / Pro 7)
Unausgegorener, aber nichtsdestotrotz ambitionierter Versuch, das klassische Creature-Feature an die politischen Strömungen im Horrorgenre heranzuführen. Der Film ist zu lang und letztlich auch ohne sonderliche Homogenität inszeniert, aber wer mit Tierhorror und/oder Asia-Kino etwas anfangen kann, sollte einen Blick riskieren.


15. April 2011

TV-Tipps: Woche vom 16.04. - 22.04.

Samstag, 16.04.
Road to Perdition (20.15 Uhr / RTL II)
Düstere Gangsterballade, die vor allem in der Darstellung der Beziehung von Vater und Sohn etwas unter der aseptischen Kälte des Films zu leiden hat. Sehenswert allemal, ist im Vergleich zu Mendes‘ vorherigem AMERICAN BEAUTY aber eine Enttäuschung, und kann dem Vergleich mit den Meilensteinen des Genres zu keiner Zeit standhalten.

Volver - Zurückkehren (20.15 Uhr / EinsFestival)
Gelungene Verknüpfung von mediterraner Leichtigkeit und makaberer Dramatik, die im Vergleich zu anderen Almodovar-Filmen auch wirklich einmal mit empahiefähige Figuren aufwarten kann. Ein Frauen-Film, kein Frauenfilm.

Blood Monkey (22.05 Uhr / Tele5)
Wer sich schon immer einmal überzeugen wollte, dass Creature-Features ohne Creatures selten funktionieren - hier ist der Beweis. Schade einzig um F. Murray Abraham, dessen  beispielloser Abstieg hier seinen traurigen Höhepunkt erlebt.

A History of Violence (22.20 Uhr / RTL II)
Beeindruckend nicht nur, dass Cronenberg seine mit SPIDER einsetzende Neuerfindung vorantreiben kann, ohne dabei seine alten Topoi zu verraten, sondern auch die beispiellose Intensität und Konsequenz, mit der er hier eine (amerikanische) Familienidylle dekonstruiert. Klare Empfehlung!

Wir waren Helden (00.15 Uhr / WDR)
Tragisch einzig, dass Dummbatz Gibson das wahrscheinlich wirklich glaubt.

This is England (00.30 Uhr / NDR)
Größtenteils angenehm zurückhaltende Studie über die englische Jugend und die Skinhead-Kultur, die zwar nicht ohne Rückgriff auf Klischees auskommt, dabei aber zumindest den Versuch unternimmt, ein differenziertes Bild zu zeichnen. Störend vor allem der deutlich zu junge Hauptdarsteller.

Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia (03.05 Uhr / ARD)
Hervorragend besetzte, aber auch etwas schwerfällig inszenierte Mischung aus Western und Road-Movie, bei der vor allem der für Peckinpah typische Zynismus und die SlowMotion-Schießereien im Gedächtnis bleiben. Für Fans.

Prey (03.10 Uhr / Pro7)
Mit seinem Versuch, den Tierhorror wieder zurück in die Realität zu überführen, eigentlich ein konzeptionell interessanter Film, der im Ergebnis aber trotzdem nicht über die Grenzen des Genres hinauskommt, und seine Kammerspielatmosphäre nur mit einer ganzen Reihe von  konstruierten Zufällen aufrecht erhalten kann.

Sonntag, 17.04.
Das Leben des David Gale (20.15 Uhr / RTL II)
Roger Ebert schrieb in einem seiner helleren Momente: "I am sure the filmmakers believe their film is against the death penalty. I believe it supports it and hopes to discredit the opponents of the penalty as unprincipled fraudsters..." - wer wäre ich, wenn ich dem widersprechen würde. Ein vollkommen fehl geleiteter und beinahe unwirklich schlechter Thriller.

10.000 BC (20.15 Uhr / Pro 7)

Nicht gesehen, aber der soll sogar den bisherigen Niveau-Limbo von Emmerichs Œuvre noch einmal unterbieten.

Ice Age II - Jetzt taut‘s (20.15 Uhr / RTL)
Kreuzbraves Wiedersehen mit den Eiszeit-Bewohnern, das sich noch mehr als der erste Teil einer reinen Nummernrevue aus Slapstick und Anspielung verschrieben hat. Kein Meilenstein des Animationskinos, aber anschauen kann man das schon einmal.

Die zwölf Geschworenen (23.45 Uhr / BR)
Auch heute noch der Maßstab für alle Arten von Kammerspielen. Lumets Querschnitt durch die amerikanische Bevölkerung samt ihrer Eigenheiten hat bis jetzt nichts von seiner Aktualität verloren; kritisch zu Hinterfragen bleibt einzig die milde Position des Films gegenüber dem mit offensichtliche Schwächen behafteten Jury-System selbst - es gibt eben nicht immer eine Nummer 8. Trotzdem ein Fast-Meisterwerk.

Montag, 18.04.
Roter Drache (20.15 Uhr / ZDF)
Im Rahmen des inoffiziellen Hannibal-Franchise neu aufgelegtes Remake der weniger prominent besetzten, dafür aber wesentlich atmosphärischeren Erstverfilmung MANHUNTER von Michael Mann. Funktionaler, in Gesamtbetrachtung aber auch reichlich öder und unnötiger Serienmörder-Thriller.

Dienstag, 19.04.
Die Goonies (20.15 Uhr / Tele5)
Nicht gesehen, wird mancherorts aber regelrecht verkultet. Spielberg als Autor tönt gut, Richard Donner als Regisseur eher weniger. Mal sehen.

Twin Peaks (22.00 Uhr / Arte)
Auftakt in Spielfilmlänge, zum Besten, was David Lynch bisher hervorgebracht hat. Eine ebenso prägende, wie auch abgrundtief sympathische Serie, die sich bewusst sämtlichen Genre-Grenzen entzieht. Wer nicht die DVD sein Eigen nennt, sollte sich die seltene Möglichkeit der TV-Ausstrahlung nicht entgehen lassen, zumal die deutsche Synchro ganz passabel sein soll - hab‘ ich mir zumindest sagen lassen. Alltime-Favourite.

Das Boot - Director‘s Cut (22.30 Uhr / SWR)
Technisch beeindruckendes und mit starken Score versehenes Männer-Geplänkel unter Wasser, das mir vor allem aufgrund seiner endlosen Laufzeit in Erinnerung blieb. Anstrengend.

Mittwoch, 20.04.
Equilibrium (22.35 Uhr / Kabel 1)
Netter, wenn auch anstrengend um Coolness bemühter Mischmasch aus Orwell und MATRIX, in dem Bale den geläuterten Regierungsagenten geben darf. Wer mit schwarzen Ledermänteln und diesem Gun-Taka-Gefuchtel etwas anfangen kann, kommt hier voll auf seine Kosten.

Flawless - Ein tadelloses Verbrechen (23.30 Uhr / SWR)
Steht schon lange auf meiner Merkliste - Michael Caine geht eigentlich fast immer.

Donnerstag, 21.04.
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels (20.15 Uhr / Sat 1)
Sträflich unterschätzte Fortsetzung des Kult-Abenteurers, der es nicht nur gelingt, formal und inhaltlich an die vorangegangene Trilogie anzuknüpfen, sondern die sich mit ihrer Hommage an das Alien- und SciFi-Kino der 50er Jahre auch als erstaunlich konsequente Weiterführung der reiheneigenen Tradition erweist. Anschauen!

Die Queen (22.15 Uhr / ZDF)
Glattgebügelte Momentaufnahme einer traumatisierten Familie und ihres Landes, die sichtlich damit beschäftigt ist, Tony Blair stets als Strahlemann erscheinen zu lassen. Wegen seiner bisweilen naiven, aber auch menschlichen Betrachtung der Windsors trotzdem vielen anderen Auseinandersetzungen mit der Monarchie einen Schritt voraus. Außerdem: Schauspielkino par excellence.

Die Brücken am Fluss (22.50 Uhr / MDR)
Nicht gesehen.

Freitag, 22.04.
Ratatouille (20.15 Uhr / Sat 1)
Einer der wenigen klassischen Animationsfilme mit kindlicher Zielgruppe, denen es gelingt, wirklich eine stringente Geschichte zu erzählen, und sich nicht nur in allzu ausgestellten Niedlichkeiten zu ergehen - zumal das ungewöhnliche Szenario endlich auch einmal ermöglicht, auf etwas anderes als Filmklassiker zu verweisen, um ältere Zuschauer zufrieden zu stellen.

Harry Potter und der Feuerkelch (20.15 Uhr / RTL)
Mit seiner stoischen Abhandlung des Magiertuniers ein seltsam durchstrukturiertes Erlebnis, das sich viel zu selten vom Vorwurf der groß angelegten Nummernrevue befreien kann. Einer der schwächeren Potter-Filme.

Hot Shots - Der zweite Versuch (20.15 Uhr / VOX)
Finden ja viele zum Brüllen komisch. Ich nicht.

James Bond - Casino Royale (20.15 Uhr / Pro 7)
Kläglich gescheiterter Versuch, dem Bond-Franchise nach dem missverstandenen DIE ANOTHER DAY wieder einen seriöseren Anstrich zu verpassen, und an dessen Ende ein Hafenarbeiter mit schlecht sitzendem Anzug unbeholfen Karten spielen darf. In seiner Anbiederung an modernes Actionkino schon nahezu grotesk, nervt Campbells 007-Ausflug auch noch mit Zynismus und Foltereinlagen. Furchtbar.

Die fetten Jahre sind vorbei (20.15 Uhr / EinsFestival)
Vollkommen unglaubwürdig durchkonstruiertes Kino aus deutschen Landen, welches sich in seiner postpubertären Revoluzzer-Attitüde selbst so gefällt, dass es gar nicht merkt, wie lächerlich das Ganze doch eigentlich wirkt.

About A Boy oder: Der Tag der toten Ente (20.15 Uhr / RTL II)
Durchaus gelungene Adaption des gleichnamigen Romans von Nick Hornby, die keine falsche Scheu davor zeigt, die Vorlage gegebenenfalls zu verändern, und bei ihrer Darstellung zweier Parallelwelten nahezu immer die richtigen Töne trifft. Hugh Grant war selten so überzeugend, wie hier als schmieriges Arschloch...

Johnny English (22.05 Uhr / VOX)
Die dezent verspätete, englische Antwort auf die NAKED GUN-Filme, mit Knautschgesicht Atkinson in der Hauptrolle. Mit seinen auf Körperhumor ausgelegten JAMES BOND- und MISSION IMPOSSIBLE-Persiflagen bietet der Film inhaltlich natürlich wenig Neues, aber lustig und gut besetzt ist dieses Kasperle-Theater allemal.

There Will Be Blood
(22.55 Uhr / ZDF)
Schon jetzt ein modernes Meisterwerk. Mehr nach dem Klick.

Shoot Em Up (23.05 Uhr / Pro 7)
Inhaltlich von jeglicher Verantwortung befreit, präsentiert sich dieses ungemein blöde, aber auch wirklich unterhaltsame Leinwand-Game, wenn auch nicht als das konsequentere, so doch als das besser konsumierbare CRANK.

Falling Down - Ein ganz normaler Tag (23.45 Uhr / VOX)
Nicht gesehen.


3. April 2011

TV-Tipps: Woche vom 02.04. - 15.04. (Zeitloch inklusive)

Viel Stress dieses Wochenende, deshalb mit Verspätung...

UPDATE: Man sollte sich keine Fernsehzeitungen mit 2-Wochen-Inhalt kaufen - irgendwie habe ich die Tage vom 04.04. - 08.04. unterschlagen, und gleich eine Woche später weiter gemacht...

Samstag, 02.04.

Ran (20.15 Uhr / 3sat)
Traue mich da irgendwie nicht so wirklich „ran“ (*haha*), aber der soll schon ganz gut sein.

Eis am Stiel (20.15 Uhr / RTL 2)

Das AMERICAN PIE der heutigen Ü50-Generation. Erstaunlich und ernüchternd gleichermaßen, dass die aufgesetzten Schlüpfrigkeiten und die oberflächliche Abhandlung von Figuren und ihrer Probleme heute mehr denn je zum Genre-Inventar zu gehören scheinen - insofern wohl ein wegweisender Film. 

Brokeback Mountain (20.15 Uhr / BR)
Wichtiger und richtiger Film, dem es gelingt, gleichgeschlechtliche Partnerschaften trotz aller Widrigkeiten als Normalität darzustellen. Gleichzeitig natürlich aber auch das Portrait über einer scheinheilige Gesellschaft und die Demontage des klassischen Westerns als solches. Anschauen!

Lolita (23.40 Uhr / BR)
Wird dem Roman noch weniger gerecht, als seinerzeit Kubricks Adaption des Skandalstoffes. Verzichtbar.

Jackass: The Movie (0.15 Uhr / Pro 7)
Schmerzhafter als die gezeigten Unappetitlichkeiten und das infatile Rumgehüpfe, ist nur der Film selbst. Geht gar nicht, kein Stück.

In der Hitze der Nacht (0.40 Uhr / ARD)
Schon seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen, habe ich aber als durchaus spannende und problemorientierte Auseinandersetzung mit Alltagsrassismus in Erinnerung, die weitaus weniger prätentiös daher kommt, als Hollywoods jüngere Versuche, dem Thema gerecht zu werden. Außerdem starkes Schauspielkino.

Sonntag, 03.04.
21 (20.15 Uhr / Pro 7)
Größtenteils belanglose Aneinanderreihung von Las Vegas-Sightseeing und ermüdenden Kartenspielertricks im Korsett einer gängigen Gaunerposse im Fahrwasser der OCEANS-Filme. Meh.

11:14 (22.05 Uhr / Tele 5)
Über seine gesamte Laufzeit ein passabel verknüpfter, nett anzusehender Episodenkrimi, der sich seine Logik - an der so viele andere Genrevertreter scheitern - durch eine eindimensionale und biedere Personenkonstellation erkauft, und sich deshalb zwangsläufig als ebenso vorhersehbar, wie auch beliebig herausstellt.

Smokin‘ Aces (22.35 Uhr / Pro 7)
Ebenso angestrengter wie auch hysterischer Versuch, einen Tarantino-Film nachzustellen und anschließend mit Street-Credibility aufzupeppen.  Zynisch in seiner Gewaltbanalisierung, pubertär in seinem selbstgefälligen Gestus und Alles in Allem very scheiße.


[ 04. - 08. fehlt, kann aber beispielsweise hier nachgelesenen werden. ]

Samstag, 09.04.
Ein Köder für die Bestie (23.45 Uhr / MDR)
Das Original zum wesentlich bekannteren Scorsese-Remake CAPE FEAR. Schwer zu sagen, welcher der beiden Filme nun besser ist; ich halte beide für wichtige und lehrreiche Dokumentationen ihres jeweiligen Jahrgangs.

Sonntag, 10.04.
Die Welle (16.05 Uhr / Pro 7)
Nicht ganz so schlimm wie befürchtet, scheitert auch diese Auseinandersetzung mit Autoritätsdenken an einer konventionellen Inszenierung und dem zunehmenden Drang, der Dramaturgie mit künstlichen Twists und Entwicklungen unter die Arme greifen zu müssen. Weniger wäre hier mehr gewesen - was übrigens auch Jürgen *ich höre jetzt mal ganz laut Ramones, deshalb bin ich total anti* Vogel gilt.

Jumanji (18.10 Uhr / Sat1)

Nicht ganz uncharmante Effekt-Geisterbahn, die das Verfallsdatum wahrscheinlich schon lange überschritten haben dürfte.

Mirrors (22.35 Uhr / Pro 7)
Vergurktes US-Remake des auch nicht sonderlich tollen Originals aus Südkorea, von Alexandre Aja brav auch Hochglanz getrimmt und mit Schock-Schrott aus der Wühltheke aufgeladen.

So finster die Nacht (0.30 Uhr / NDR)
Gefühlvolle und gleichzeitig doch verstörende Meditation über verbotene Liebe, Vergänglichkeit und Gewalt, optisch entsprechend unaufgeregt und morbid in Szene gesetzt. Eigentlich der einzige Vampirfilm, den ich wirklich mag. Unbedingt ansehen!

Montag, 11.04.
Die Fremde in Dir (22.15 Uhr / ZDF)
Ideologisch genauso platt und plump wie fast alle anderen filmischen Auseinandersetzungen mit dem Thema „Selbstjustiz“ auch, nervt dieses dröge Etwas zusätzlich auch noch mit der unausstehlichen Jodie Foster und TAXI DRIVER-Anleihen, die schmerzhaft in Erinnerung rufen, wie solche Filme eigentlich aussehen sollten. Debil.

Into the Wild (23.00 Uhr / NDR)
Auch so ein Film, der in der Dauerschleife der dritten Programme feststeckt: Ganz und gar verklärende Aufarbeitung der Pseudo-Biographie des Aussteigers McCandless, die in ihrer unreflektierten Lobpreisung der edlen Wildnis wohl nur wohlbehüteten Bionade-Biedermeiern in Szenebezirken gefallen dürfte. Kalenderspruch-Kino.

Dienstag, 12.04.
Tödliche Entscheidung - Before the Devil knows you‘re dead (22.45 Uhr / RBB)
Ziemlich bräsige Mischung aus Familiendrama und Gangsterfilm von der eigentlich sehr guten Regielegende Lumet. Ebenso hervorragend besetzt, wie auch gespielt, bricht der Film im Laufe seiner Spielzeit sichtlich an den eigenen Ambitionen und seinen diversen Zeitsprüngen zusammen, die trotz technischer Versiertheit im Umgang mit ihnen, irgendwann die Grenze zu Redundanz erreichen dürften.

American Psycho (22.45 Uhr / Tele 5)

Starke Adaption des lange Zeit als unverfilmbar geltenden Skandalromans von Ellis, die geschickt die Essenzen der Vorlage herausarbeitet und sich in den Gewaltdarstellungen glücklicherweise auf Andeutungen beschränkt. In das stylisch-dekadente 80ths-Ambiente fügt sich dann sogar Bat(e)man Christian Bale als Mister Ausdruckslos ganz gut ein, und darf den Grundstein für sein Yuppie-mit-Doppelleben-Image legen. Sehenswert - aber ausschalten, bevor der im Anschluss laufende Nachfolger beginnt.

Mittwoch, 13.04.
Brokeback Mountain (23.30 Uhr / SWR)

BR-Kurzfilmnacht (23.40 Uhr / BR)
Wahrscheinlich hohes Prätentionspotential, aber einen Blick kann man sicher einmal riskieren, zumal ich noch keinen einzigen der gezeigten Filme gesehen habe,

Führer Ex (00.35 Uhr / ARD)
Deutsches Sozialpädagogen-Kino der schlimmsten Sorte, stets motiviert von den hehren Ansätzen dahinter. Irgendwo zwischen Klischees und Gefängniskolorit konstruiert Winfried Bonengel seinen streng schematischen Werdegang vom Außenseiter zum Neonazi, verzichtet aber nahezu vollständig auf psychologische Ursachenforschung, sondern geht stets den einfachsten Weg.

Donnerstag, 14.04.
Harry Potter und der Stein der Weisen (20.15 Uhr / VOX)
Damals noch stark seiner Hauptzielgruppe verschriebener Auftakt zum Zauber-Franchise, der sich zwar niemals wirklich von der literarischen Vorlage emanzipieren möchte, in seinem detailverliebten Nachbau eben dieser aber auch einige Aha-Momente und Faszination heraufbeschwören kann. Nicht fehlerfrei, gefällt mir aber tatsächlich besser als der erzwungene Trend zur Düsternis, der mit Teil 3 und Cuarón Einzug hielt.

Das Omen (23.10 Uhr / VOX)
Mit Spukhaus-Effekten aufgebauschtes Sinnlos-Remake des viel besseren Klassikers mit gleichen Namen. Verzichtbar.

Freitag, 15.04.

James Bond: Stirb an einem anderen Tag (20.15 Uhr / Pro 7)
Hoffnungslos unterschätzter letzter Auftritt von Pierce Brosnan als James Bond.  Das Ausblenden historischer Entwicklungen samt damit einher gehender Cold-War-Mentalität verschiebt die Reihe vollends in ein comichaftes Paralleluniversum, in dem unsichtbare Autos und Eispalast-Gigantomanie nur die einzig logische Konsequenz sein können.  Amüsant, und viel ehrlicher als ernst gemeinter Mist a la SALT. Außerdem: Madonnas Titelsong!

V wie Vendetta (20.15 Uhr / RTL 2)
Bin da unschlüssig: Mit Ausnahme der ausgestellt leidenden Portman hervorragendes Schauspielkino mit Hang zur ganz großen Geste, beschwören die Wachowski-Brüder im Drehbuch und McTeigue in seiner Inszenierung eben jenen Helden-Pathos, den Moores Vorlage als Selbstgerechtigkeit und Egoismus hinterfragen und entlarven wollte. Sehenswert, aber kein Vergleich zur Graphic Novel.

Was am Ende zählt (22.30 Uhr / EinsFestival)
Überladenes Sozialkino aus Deutschland #2, dessen Hang zur Problem-Omnipräsenz hier schon fast parodistische Züge annimmt, und seine jungen Darsteller an platte Figurenklischees verschwendet.

Three Kings (22.45 Uhr / Pro 7)
Mäßig lustige Satire über den ersten Golfkrieg, die mit Clooney und Wahlberg eigentlich prominenter besetzt ist, als es das planlose Drehbuch verdient gehabt hätte.

The Frighteners (22.50 Uhr / RTL 2)

Nicht gesehen.