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22. Mai 2011

Shorties: Psycho IV


Von großer Dümmlichkeit und peinlicher Küchenpsychologie geprägter Versuch, den Kinoglanz auf TV-Bildschirmen zu konservieren, und all die Dinge über Norman Bates, die Hitchcock einst innerhalb des Subtexts behandelte, im Rahmen einer schmierig inszenierten Vergangenheitsbewältigung im Clipshow-Format auszubuchstabieren. Spätestens wenn Klein-Norman seiner Mutter die Schenkel mit Massageöl einreiben darf, und kurz darauf in ein rotgepunktetes Sommerkleid gesteckt wird, lotet der vierte Aufguss des PSYCHO-Franchise hierbei ganz neue Ebenen der Fremdscham aus; zumal Mick Garris auf dem Regiestuhl -ähnlich seinem Vorgänger in Teil drei- dem Serienkiller weder neue Facetten noch Tatmotive abgewinnt.  Scheinbar ist ihm hieran noch nicht einmal gelegen, ergeht sich der Regisseur doch stets aufs Neue in der ungelenken Paraphrase oftmals gleicher Tötungs- und Ödipusphantasien, deren Erkenntnisse denen des aufmerksamen Zuschauers nicht selten vier bis fünf Schritte hinterher zu hinken drohen.

Man könnte PSYCHO IV viele dieser Fehler nachsehen, vielleicht würde man ihm sogar seine dümmliche Dekonstruktion des Mörder-Mythos zum verheirateten all-american-Daddy verzeihen,  würde die vermeintliche Reise in Bates‘ Inneres wenigstens rudimentäre Überreste einer funktionierenden  Dramaturgie vorweisen, oder zumindest auf vergnügliche Art und Weise unterhalten. Keines von beidem ist der Fall: Der Schrecken von Norman Bates ist verflogen. Endgültig.

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