"I think it´s too late for changes, Michael." -
Nahezu vollständig befreit von den Konventionen modernen Kinos zelebriert Francis Ford Coppola zum zweiten Mal den einst von Mario Puzo erdachten Werdegang des Michael Corleone, den er mittlerweile zur komplexen Biographie und zum Sittengemälde mehrerer Epochen erweitert hat.
Ruhig und breit inszeniert, findet Coppola zu jeder Zeit die passenden Bilder und Zwischentöne für die Melancholie, aus der sein zweiter Teil der "Godfather"-Saga gestrickt ist: Es geht mäandernder zu, als im Auftakt, die Geschichte vertieft jene Komplexität, die bereits dem Auftakt immanent war.
Zu großen Teilen lebt der Film aber auch von Al Pacino, dessen Rolle endlich einmal mit seinem Ego übereinzustimmen scheint. Er und Coppola insznenieren ihren Michael Corleone als durchaus empathiefähigen Charakter, gleichzeitig ist ihre Interpretation aber zu jeder Zeit viel zu ambivalent, um in pervertierte Heldenverehrung oder Glorifizierung abzurutschen.
Schwer- und Höhepunkt zugleich erlangt "Godfather II" in jenen Momenten, in denen der mehr als dreistündige Epos die Werdegänge des jungen Vito und des alternden Michael nahezu miteinander verschmelzen lässt - der äußere Aufstieg des Vaters korreliert mit dem inneren Zerfall des Sohnes. Filmische Dualität in inszenatorischer und narrativer Hinsicht par excellence.
Die oftmals ausformulierte, aber doch unangebrachte Frage danach, ob der Mittelteil die Ouvertüre über- oder unterbietet, habe ich damals im Review zum ersten Teil schon beantwortet: Es ist ein großes Ganzes, und als solches sollte man es auch behandeln.
Nahezu vollständig befreit von den Konventionen modernen Kinos zelebriert Francis Ford Coppola zum zweiten Mal den einst von Mario Puzo erdachten Werdegang des Michael Corleone, den er mittlerweile zur komplexen Biographie und zum Sittengemälde mehrerer Epochen erweitert hat.
Ruhig und breit inszeniert, findet Coppola zu jeder Zeit die passenden Bilder und Zwischentöne für die Melancholie, aus der sein zweiter Teil der "Godfather"-Saga gestrickt ist: Es geht mäandernder zu, als im Auftakt, die Geschichte vertieft jene Komplexität, die bereits dem Auftakt immanent war.
Zu großen Teilen lebt der Film aber auch von Al Pacino, dessen Rolle endlich einmal mit seinem Ego übereinzustimmen scheint. Er und Coppola insznenieren ihren Michael Corleone als durchaus empathiefähigen Charakter, gleichzeitig ist ihre Interpretation aber zu jeder Zeit viel zu ambivalent, um in pervertierte Heldenverehrung oder Glorifizierung abzurutschen.
Schwer- und Höhepunkt zugleich erlangt "Godfather II" in jenen Momenten, in denen der mehr als dreistündige Epos die Werdegänge des jungen Vito und des alternden Michael nahezu miteinander verschmelzen lässt - der äußere Aufstieg des Vaters korreliert mit dem inneren Zerfall des Sohnes. Filmische Dualität in inszenatorischer und narrativer Hinsicht par excellence.
Die oftmals ausformulierte, aber doch unangebrachte Frage danach, ob der Mittelteil die Ouvertüre über- oder unterbietet, habe ich damals im Review zum ersten Teil schon beantwortet: Es ist ein großes Ganzes, und als solches sollte man es auch behandeln.

Lange bevor Peter Jackson fußbehaarte Halblinge durch die Botanik wanken und über Rauchmittel philosophieren ließ, definierte Francis Ford Coppola mit seiner "Godfather"-Saga, was es heißen kann, opulenten und perfektem Erzählkino in mehreren Akten beiwohnen zu dürfen.
Und ohne diesen konstruierten Vergleich überbeanspruchen zu wollen, oder das Ergebnis dieser Kritik nach vorne zu verlegen: In der Quintessenz ist die Leistung von Coppola höher zu honorieren, als die von Jackson, denn ersterer hat es geschafft, aus einem guten, aber zugegegebenermaßen auch etwas groschenheftartigen Mafia-Roman, ein tiefgehendes und ambivalentes Familienportrait zu kreieren.
Ich spreche im ersten Absatz bewusst im Plural, denn obgleich "Godfather I" jener Teil der Trilogie mit der wahrscheinlich höchsten popkulturellen Präsenz und Relevanz ist, so ergibt er doch erst mit den beiden Nachfolgern zusammen das wirkliche Magnum Opus aus der coppola´schen Manufaktur.
Dem beizeiten - vorallem von jüngeren Semestern - gemachten Vorwurf der Langatmigkeit, oder sogar der Langeweile kann sich nur der anschließen, der den "Godfather" aus einer falschen Erwartungshaltung heraus betrachtet: Die Klassifizierung als Mafia-Film (und dem oftmals damit einhergehenden Wunsch nach Dauerspannung und Schießereien) ist - obwohl jene Bezeichnung der cosa nostra im Film nie gebraucht wird - so richtig, wie sie falsch ist. Letztendlich ist es das Anliegen des Regisseurs, eine Familientragödie mit verbrecherischem Hintergrung zu erzählen, und nicht eine Verbrechertragödie vor familiärem Hintergrund.
So bietet "Godfather I" mit Michaels Attentat und Sonnys Ermordung zwar zwei stilistisch hervorragende Action- oder besser Spannungssequenzen, vollständig zufrieden wird man mit der Geschichte um die Corleones jedoch nur sein, wenn man bereit ist, sich auf die Melancholie der mäandernden Erzählung einzulassen.
All dies klingt nun auf dem Papier nach der Heroisierung eines Klassikers und somit für manch einen wesentlich abschreckender, als es schlussendlich ist - denn das Spiel von Brando, Pacino und nicht zuletzt auch vom oftmals vergessenen Duvall als Tom Hagen ist eine schauspielerische Augenweide, an die die wenigsten aus dem Cast später noch anknüpfen konnten, und die dem Zuschauer die garnicht so kurzen 175 Minuten erstaunlich kurzweilig erscheinen lassen.
Einem anderen Streitpunkt - die subversive Glorifizierung des organisierten Verbrechens -, welche ebenfalls aus Brandos ambivalenten Spiel resultieren dürfte, muss man hinsichtlich des ersten Teiles eine gewisse Berechtigung zugestehen, auf der anderen Seite ist er doch aus der Luft gegriffen, sofern man dem Ansatz der Familie als Filmmittelpunkt folgt: Auch harte Kerle mit Tommy-Gun im Kofferraum sind eben lieb und nett, wenn sie mit der eigenen Sippe dinieren oder Pasta zubereiten. Zum anderen erfährt der angebliche Mythos spätestens in den beiden darauffolgenden Teilen seine Widerlegung und entgültige Demontage.
Scorsese mag mit seinen Werken näher an der Realität des organisierten Verbrechens gewesen sein, aber die schöneren Bilder und besseren Filme gehen auf das Konto Coppolas.
Er hat mit seinem "Godfather" dem Zuschauer ein Angebot vorgelegt, dass er nicht ablehen kann.