So schlimm wie erwartet oder prophezeit: Nein
In vielerlei Hinsicht liefert Lynch mit "Inland Empire" genau das, was viele von "Inception" erwartet hätten, und bei Nolan an der falschen Adresse waren: "Inland Empire" ist ein (Alb-)Traum von Film; eine wirre Fieberphantasie, die nicht durch ein normales Raum-Zeitgefüge, sondern maximal durch die eigene Fantasie begrenzt wird. Nichts muss, alles kann.
Natürlich kann man sich davon ausgehend an einer Vielzahl von (pseudo-)philosophischen Interpretationen versuchen, aber seine maximale Wirkkraft wird er nur behalten, wenn man ihn als das undurchdringbare und unbequeme Mysterium wahrnimmt, dass er ist. Ob der arthouse-abstinente Kinogänger damit nun wirklich besser klargekommen wäre, als mit Nolans Glasfassaden-Welt; es darf bezweifelt werden.
Trotz dieser interessanten Ausgangsposition ist "Inland Empire" in erster Linie Lynchs filmische und egomanische Allmachtsphantasie; ein Rumspielen an den Knöpfen bis sie übersteuern und es beim Zuschauer schmerzt.
Die zerfahrene, aber immernoch vorhandene Stringenz von "Mulholland Drive" und "Lost Highway" kommt hier abhanden, und damit auch das letzte Stückchen Handlungsfaden, an das man sich klammern könnte. Dies macht "Inland Empire" oft zu einer anstrengenden, zeitweise auch langweiligen Veranstaltung, zu der man nur schwerlich einen zufriedenstellenden Zugang finden kann.
Es ist einzig Lynchs Talent für die gute Inszenierung der story-in-story-Abschnitte, den schicken Bilder und Laura Dern zu verdanken, die den Zuschauer dazu bewegen, die einzelnen "Episoden" oder Bruchstücke mit Interesse zu verfolgen und nicht das Handtuch in den Ring - oder die DVD aus dem Fenster - zu werfen (und an genau diesem Punkt liegt auch der Unterschied zu Kubricks Weltraum-Langeweiler "2001"...).
"Inland Empire" mag das Konzept der Verwirrung aus dem grandiosen "Mulholland Drive" und dem sehr sehr guten "Lost Highway" auf die Spitze treiben, die ganz große Begeisterung, die ich bei den beiden Vorgängern hatte, will sich aber nicht einstellen.
David Lynch hat einen Albtraum erschaffen, nun muss er auch damit leben, dass man seinen Film wie einen solchen behandelt - man begegnet ihm in der Hoffnung, ihn in nächster Zeit nicht noch einmal erleben zu müssen.
Natürlich kann man sich davon ausgehend an einer Vielzahl von (pseudo-)philosophischen Interpretationen versuchen, aber seine maximale Wirkkraft wird er nur behalten, wenn man ihn als das undurchdringbare und unbequeme Mysterium wahrnimmt, dass er ist. Ob der arthouse-abstinente Kinogänger damit nun wirklich besser klargekommen wäre, als mit Nolans Glasfassaden-Welt; es darf bezweifelt werden.
Trotz dieser interessanten Ausgangsposition ist "Inland Empire" in erster Linie Lynchs filmische und egomanische Allmachtsphantasie; ein Rumspielen an den Knöpfen bis sie übersteuern und es beim Zuschauer schmerzt.
Die zerfahrene, aber immernoch vorhandene Stringenz von "Mulholland Drive" und "Lost Highway" kommt hier abhanden, und damit auch das letzte Stückchen Handlungsfaden, an das man sich klammern könnte. Dies macht "Inland Empire" oft zu einer anstrengenden, zeitweise auch langweiligen Veranstaltung, zu der man nur schwerlich einen zufriedenstellenden Zugang finden kann.
Es ist einzig Lynchs Talent für die gute Inszenierung der story-in-story-Abschnitte, den schicken Bilder und Laura Dern zu verdanken, die den Zuschauer dazu bewegen, die einzelnen "Episoden" oder Bruchstücke mit Interesse zu verfolgen und nicht das Handtuch in den Ring - oder die DVD aus dem Fenster - zu werfen (und an genau diesem Punkt liegt auch der Unterschied zu Kubricks Weltraum-Langeweiler "2001"...).
"Inland Empire" mag das Konzept der Verwirrung aus dem grandiosen "Mulholland Drive" und dem sehr sehr guten "Lost Highway" auf die Spitze treiben, die ganz große Begeisterung, die ich bei den beiden Vorgängern hatte, will sich aber nicht einstellen.
David Lynch hat einen Albtraum erschaffen, nun muss er auch damit leben, dass man seinen Film wie einen solchen behandelt - man begegnet ihm in der Hoffnung, ihn in nächster Zeit nicht noch einmal erleben zu müssen.
7 / 10





Gäbe es ein Reisebüro, welches Ferien ins Reich der Filmlandschaften vermitteln würde, dann ständen meine zukünftigen Urlaubsinvestitionen schon fest: Zum einen ein Kurztrip nach Pandora zwecks neuen, blauem Katzenhaar-Bettvorleger, ein Erlebnisurlaub nach Springfield zum Abgleich der eigenen Lebensphilosophie mit der von Homer und zu guter Letzt ein One-Way-Ticket nach Twin Peaks, meinem persönlichen Florida.
Es sind nicht die schier unzählbare Anhäufung von Cliffhangern, die vielen clever ineinander verstrickten Plots, die vielen kleinen Geheimnisse, die einen bei der Stange halten und regelrecht süchtig machen - es ist die Sympathie, die zum einen die Autoren Lynch und Frost, aber auch der Zuschauer selbst diesem Panoptikum aus schrägen Persönlichkeiten und Orten entgegenbringt. "Twin Peaks" ist nicht einfach ein Serien-Schauplatz, es ist ein in sich funktionierender Mikrokosmos, dem man für 29 wundervolle Folgen beiwohnen darf, als hätte man selbst ein Häuschen inmitten von Douglas-Tannen.
Ein durch und durch gelungenes Konzept, denn auf diese Weise sehe ich den Verantwortlichen auch den kleinen Durchhänger inklusive seiner unnützen und teilweise albernen Kleinststories zwischen der Enthüllung des Mörders und dem Staffelfinale nach, die einem in der zweiten Season heimsuchen.
Einen gewissen Hang zur Mystik sollte man schon mitbringen ,für seine Reise in die Stadt des schwarzen Kaffees, des Kirschkuchens und der zerbrochenen Badezimmerspiegel; keineswegs abschrecken lassen sollte man sich aber vom "Akte X"-Vergleich (ja, ich zähle zu denjenigen, die den "X-Files" so garnichts abgewinnen können): Außer oberflächlichen Gemeinsamkeiten, wie der Tatsache, dass Duchovny auch hier (in der einzig wirklich guten Rolle seines bisherigen Lebens) auftaucht, gibt es nämlich nur wenig Vergleichbares - Lynchs magnus opus ist in Quintessenz (vorallem in den ersten 1,5 Staffeln) mehr Krimi-Soap-Opera denn Außerirrdischen-Hokuspokus.
Nichtsdestotrotz kann man natürlich den prägenden Einfluss von "Twin Peaks" und seiner Geheimnisse auf den Rest der nachfolgenden Mystery-Serien nicht verleugnen - noch ein weiterer guter Grund, warum man diese Serie zumindest einmal gesehen haben sollte.
Am Rande: Ans Herz zu legen ist allen Interessenten zwecks katastrophal gemasterter deutscher Synchro-Tonspur, die englische Sprachfassung...