23. November 2019

Shorties: Halloween (2018)


„I‘ve been preparing for this for a long time“

Ähnlich berechenbar wie der alljährliche Einzug von Kürbis-Gesichtern vor den Haustüren kommt in schöner Regelmäßigkeit ein weiterer Nachschlag zur ewigen Slasherfilm-Ikone HALLOWEEN: 2018 war es wieder einmal soweit; dieses Mal sogar mit dem Versprechen gleich eine neue Trilogie einzuleiten. 

Es scheint einiges an Zeit ins Land gezogen zu sein, seit jener verhängnisvollen Halloween-Nacht, in welcher John Carpenter seinen Michael Myers entlang dessen Blutlinie wüten und schließlich  vom Balkon ins Ungewisse stürzen ließ. Eher schlecht als recht knüpft die jüngste Auflage nun an die einstigen Anfänge an und entspinnt daraus ein Alternativszenario zu den Ereignissen von HALLOWEEN II: Statt zu fliehen, wanderte Myers nach seiner Mordserie zurück in die Psychiatrie; Laurie Strodes hat daraufhin 40 Jahre Zeit, die alten Wunden zu lecken, Mutter zu werden und sich als Heimwerkerin in den eigenen vier Wänden zu betätigen. Unglücklicherweise gerät Myers nach Jahren der Haft durch mysteriöse Umstände und just an Halloween nun abermals auf freien Fuß. 

So weit, so bekannt. Die Intention des Films ist nicht neu; wie kaum eine andere Horror-Reihe hat sich HALLOWEEN seit seinen Anfangstagen in gebrochene Chronologien, Alternativ-Erzählungen und Reboots geflüchtet, um die ewig gleiche Geschichte leidlich variieren und den -mittlerweile auf über zehn Filme angewachsenen- Katalog narrativ irgendwie legitimieren zu können. 

In seinen besten Momenten hat die Marke dabei über die Jahrzehnte den Beteiligten die Möglichkeit eröffnet, unter bekannten Namen gar großartige Experimente zu versuchen (z.B. HALLOWEEN III: SEASON OF THE WITCH; HALLOWEEN 2 (2009) im Director's Cut); in den schlimmeren -in der Zahl leider deutlich überwiegenden- Fällen, blieben die Beiträge allerdings ähnlich blass wie das messernde Maskottchen im Gesicht. 

Den künstlerischen Höhenflug, mit welchem den Rob Zombie vor einigen Jahren nicht nur das Franchise sondern das ganze Genre bereicherte, möchte Regisseur David Gordon Green hier augenscheinlich nicht fortsetzen. Wo Zombie – durchaus zum Entsetzen einiger Fans – mutig die Erwartungshaltungen unterlief und Michael Myers wortwörtlich demaskierte, setzt HALLOWEEN anno 2018 wieder auf Bekannt-Bewährtes: Der Film ist viel zu oft narrativ und visuell lediglich ein dröges Abarbeiten des myer’schen Familienalbums geworden, gesäumt von zwielichtigen Wissenschaftlern, ein paar lieblos arrangierten Teenie-Kills und nicht minder einfallslosen Referenzen an den gleichnamigen Carpenter-Klassiker aus dem Jahr 1978

Das mag angesichts des seit Jahren im Genre grassierenden Biederkeit nun keine wirkliche Überraschung sein, nichtsdestotrotz ist es erschütternd mit anzusehen, wie unambitioniert hier – dümmliche, aber potentiell spaßige – Szenarien wie das zur Käfigkonstruktion umgebastelte Familienanwesen ohne jegliches Gespür, ohne Not und mit purer Kreativität-Abstinenz verschenkt werden. 

 „You’re from the `70s, but I’m a `90s bitch“, so dröhnt es irgendwann im Laufe des Films einmal aus den Boxen, und gewissermaßen hat Icona Pop damit auch schon viel Wahres über diesen Film vorweggenommen: Mehr denn je erscheint Michel Myers ein nicht totzukriegendes Relikt aus einer vergangenen Zeit zu sein, dessen behände Reanimationsversuche in derartig altbackener Form mittlerweile mehr den je befremdlich erscheinen. 

 3 / 10


14. September 2015

Shorties: Scream - The Series

"You can't do a slasher movie as a TV series."

Die Frage, ob ein Slasher im seriellen Format funktionieren könnte, nimmt „Scream“ bereits in der allerersten Folge vorweg und greift damit eben jene Bedenken auf, die zwangsläufig in den Sinn kommen, wenn nun abermals ein erfolgreicher Film zur Serie umfunktioniert werden soll. 

Eine eindeutige Antwort bleibt zumindest die erste Season schuldig. Pflichtbewusst werden die vermeintlichen Eckpunkte von Cravens Franchise aufgegriffen; es gibt die mit sich und ihren Problemchen hadernden Teenager, das stete Verschieben von Sympathie und Verdacht ebenso wie einen (nunmehr mit doofer Maske versehenen) Ghostface. Die Meta-Reflexion der ursprünglichen Trilogie ist dagegen einem weitestgehend belanglosen Popkultur-Zitat gewichen, was angesichts der wenigen und durchweg aufgesetzt-grauenvollen Versuche sich selbst zu hinterfragen, aber vielleicht nicht einmal die schlechteste Idee war.
 Bereits Scream 4 hatte schwer an der Last zu tragen, dem in vielerlei endgültigen Trilogieabschluss neue Aspekte hinzuzufügen, gab sich stattdessen damit zufrieden ein bewährtes Konzept optisch und inhaltlich milde zu modernisieren.  

„Scream - The Series" wählt den selben Weg, was das Projekt letztlich völlig redundant erscheinen lässt: Abermals ein paar neue Gesichter in ähnlichen Charaktermodellen, eine erdrückende Allgegenwärtigkeit von Social-Media-Gedöns, zusammengehalten von einem leidlich amüsanten Whodunnit. Mit der großen Genre-Umwälzung von 1996 hat all das nur noch den Namen gemein. 
4 / 10

19. Juni 2015

Kino: Jurassic World

 

"We need more teeth." - 

Unmöglich fast, als Kind der Achtziger- oder Neunzigerjahre, nicht mit leuchtenden Augen von dem 1993 unter den Fittichen von Steven Spielberg entstandenen JURASSIC PARK zu schwärmen. Fast schien es, als würde dieses gigantische Experiment tatsächlich existieren, so allgegenwärtig waren die Reptilien in der Popkultur und in den Kinderzimmern vertreten.

Große Spuren haben Spielberg und sein T-Rex hinterlassen, welche Colin Trevorrow nun irgendwie auszufüllen versuchen muss. Das schon im Namen angedeutete Konzept des neuen Parks ist dabei auch jenes des Films: Das Spektakel muss größer, die Reptilien exotischer und das Erlebnis nervenaufreibender sein. Einzig: Wenn die Forscher im Film skeptisch die endlose „schneller-höher-weiter“-Spirale ihrer Geldgeber betrachten, scheinen sie auch gleichzeitig JURASSIC WOLRD als Kinoerlebnis zu kommentieren.
Eine mutierte T-Rex-Variante hier, ein Monsterkroko da, ansonsten gibt es weder in den Ruinen des einstigen Parks noch im Themengelände wirklich etwas zu entdecken, was man nicht bereits aus JURASSIC PARK oder wenigstens seinen beiden Nachfolgern gekannt hätte. Am Themenpark als solches zeigt sich Trevorrow nicht lange interessiert, artig liefert er nach kurzem Intro Survival-Action mit viel -gar nicht mal besonders hübsch animierten- Urzeitgetier. Zusammengehalten wird all das von der bereits erprobten Familienzusammenführung im Angesicht der Gefahr - neben den unzähligen übernommenen Kameraeinstellungen und Gimmicks ein weiterer Knicks -oder besser: Kniefall- Richtung Spielberg.

Weniger wäre manchmal mehr gewesen in der JURASSIC WORLD; gerade im Debilo-Dino-Finale wünscht man sich sehnlichst etwas mehr Suspense oder wenigstens Ordnung.
Eine Sensation ist dieser Attraktion nicht gelungen, viel zu schnell verdrängen die memorablen Momente von 1993 die eben gesehene Computer-Materialschlacht. Ein vergnüglicher Blockbuster, vielleicht sogar einer der besten dieses Jahr, ist es aber allemal.
5 / 10
erschienen auf: MehrFilm

13. Februar 2015

Orange is the New Black | Season 01


Piper Chapman, ihres Zeichens Sinnbild einer lediglich mit first world problems geplagten Mittelschicht wird von ihrer gar nicht so braven Vergangenheit eingeholt und muss ins Gefängnis - und dank Netflix können wir alle daran teilhaben.

Wie schon bereits WEEDS beginnt auch Jenji Kohans nächste Serie damit, dass die scheinbare Idylle zusammenbricht und sich ihre Hauptfiguren mit einer neuen Rolle abfinden müssen. Die Drogengeschäfte, mit denen Nancy Botwin einst ihren Lebensunterhalt zu bestreiten versuchte, sind nun Chapman zum Verhängnis geworden. Von nun an gilt es, sich hinter Gittern zurecht zu finden.

Die zaghaften ersten Schritte der Neuankömmlinge im Strafvollzug, das oftmals schmerzhafte Kennenlernen der internen Rang- und Hackordnung, die guten und die bösen Wärter - man weiß um all das, trotzdem ver(sch)wendet ORANGE ganze Folgen darauf, es uns noch einmal vorzuführen. Nichtsdestotrotz muss das Leben hinter Stahlbeton eine ungeheuer aphrodisierende Wirkung auf die Betroffenen haben, denn es vergeht insbesondere in der ersten Staffelhälfte kaum eine Episode, in der nicht irgendwo herum gevögelt wird (vielleicht ein Augenzwinkern in Richtung Exploitationkino?).

 Auflockernd inmitten dieses Gitter-GZSZ wirkt lediglich der Plotstrang um Pipers stetig weiter auseinanderdriftende Beziehung zu ihrem Verlobten (leider furchtbar: Jason Apfelkuchen Biggs) , der von der Extremsituation sichtlich überfordert, immerhin eine gewisse Entwicklung durchmachen darf.

Mehr als kleine Tragödien mit Reißbrettfiguren ORANGE momentan nicht leisten; wer auf substantielle Kritik am nicht unproblematischen US-Strafvollzugssystems hoffte, wird auf der Suche danach ebenso enttäuscht werden, wie die von HBO Verwöhnten, die sich von Serien inhaltlich und stilistisch mittlerweile mehr als bloße Berieselung im Fernsehformat wünschen. 
3 / 10

21. Oktober 2014

Kritik: Wolf Creek 2


[...] Knapp acht Jahre später kehrt der Regisseur nun zum Wolf Creek zurück. Oder besser: Er kehrt zu Mick Taylor zurück; und darin liegt vielleicht das erste der zahlreichen Probleme dieses Films. Während der Vorgänger den Schauplatz und dessen Natur zum heimlichen Hauptdarsteller kürte, verlässt sich „Wolf Creek 2“ von Anfang an darauf, den Human-Metzger als künftige Franchise-Ikone aufzubauen; quälend-scheiternde Oneliner und Rassismus-Motiv inklusive. Damit verschenkt McLean nicht nur ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Backwood-Slashern, sondern geht zeitgleich auch eine ungute Komplizenschaft mit dem Sadismus seiner Hauptfigur ein: Obgleich bereits im ersten Teil nicht unproblematisch, waren die Gewaltszenarien dort vergleichsweise spärlich gesät und im jeweiligen Kontext gesehen sogar derart inszeniert, dass der Zuschauer Empathie für die Figuren entwickeln konnte. „Wolf Creek 2“ hingegen gefällt sich sichtlich im genüsslichen Nachstellen durchdeklininierter Szenen menschlicher Entwürdigung, und spätestens, wenn das Überfahren von Kängurus und das versehentliche Pfählen der Blondine als bloßer Kalauer taugen muss, ist die Schmerzgrenze überschritten. [...]

19. Juni 2014

Last seen: Resolution



Wer die Vermarktung und die ersten Minuten von RESOLUTION sieht, der glaubt zu wissen, worauf er sich da eingelassen hat: Die omnipräsente Waldhütte, Tonbänder und irgendwelche Gräber. Was soll in einem Genre, in dem der Affekt schon lange dem Effekt gewichen, und die Vergangenheitsbeschwörung -ob mit oder ohne Ironie-Brille- längst zum bloßen Selbstzweck verkommen ist, auch noch wirklich erstaunen? 

Es folgt: Ersteinmal nichts; ein Vakkuum. Die Antwort, die das Duo Benson/Moorhead mit ihrem Film auf die obige Frage finden, ist vergleichsweise kurios und doch absolut logisch: RESOLUTION ist eine Abkehr von der Fassade des Horrorfilms, hinzu den Mechanismen die dahinter liegen. Denn was überrascht denn noch? Welche Erwartungshaltung diktiert der Zuschauer Film, wenn er dessen Qualität behände an irgendwelchen Rastern zu messen versucht? Was ist sicher, was Vermutung, was Schablone? 

Am Ende kann man das Gesehene lediglich verfluchen, oder aber sich durch die Leerstelle(n) überführt fühlen - viel Platz für Zwischenräume lässt RESOLUTION mit seiner beinharten Konsequenz nicht. Horror ist, was du daraus machst.
8 / 10

18. Juni 2014

Last seen: Fack Ju Göhte


„Romeo und Julia“ darf den Aufhänger und Wendepunkt der Geschichte geben; eigentlich aber erzählt FACK JU GÖHTE eher von der widerspenstigen Zähmung, an deren erwartbaren Ende ein kreuzbraves Plädoyer für die Mitte und dazugehörigem Wertekanon, für größtmögliche Angepasstheit mit den dazu nötigen Scheuklappen, steht. Nur logisch also, dass die gutmenschelnde Referendarin hier ebenso domestiziert werden muss, wie der lederbejackte Rabauke - was kann schließlich schöner sein, als ein Reihenhaus im Grünen und die Verbeamtung? Ansonsten gibt’s die deutsche Interpretation von hipper Inszenierung und gewagte Witzen (die sagen tatsächlich "ficken"!), irgendwo zwischen Gastauftritten von Uschi Glas und Farid Bang. Paukerschreck reloaded. 
3 / 10

31. Mai 2014

Shorties: Don Jon


Angesichts der in Hollywood noch immer um sich greifenden Prüderie, erscheint der Versuch einer Abhandlung über die Sucht nach Pornographie das schillernde Kleid einer prominent besetzten RomCom überzuwerfen, durchaus spannend. Tatsächlich aber geht es Gordon-Levitt in seinem Regie-Debüt gar nicht so sehr um nackte Titten, sondern mehr um den Einbruch virtueller Einflüsse in die Realität und die damit einhergehenden Veränderungen unserer Beziehungen. Weniger verkopft als Spike Jonzes HER, erzählt DON JON dabei über eine Scheinwelt, Einsamkeit und Bindungsängste: Zwischen Jon und seiner von (der omnipräsenten) Scarlet Johansson verkörperten vermeintlichen Traumfrau stehen Terrabytes an Internet-Videos, wie eine unüberwindbare digitale Mauer, an der sich die Realität stets messen lassen und scheitern muss.

So unverkrampft lässig, wie es der Off-Kommentar und der mit Erwartungshaltungen spielende Twist, Glauben machen möchten, ist all das aber nicht: Am Schluss steht doch wieder nur die Überführung in ein klassisches Beziehungsmodell, in welchem Sexualität gefälligst so gelebt werden soll, wie es die Allgemeinheit gut heißt. Wer hätte gedacht, dass ein Film, der mit haufenweise Pornoschnipseln beginnt, derart konservativ enden kann?
4 / 10
  

1. März 2014

Filmtagebuch Februar 2014


LES MISERABLES [USA 2012; Tom Hooper] -
Auf Oscar getrimmte Adaption des gleichnamigen Musicals: Die Besetzung stimmt, Hooper inszeniert mit großer Geste und wird dem pompösen Stoff somit durchaus gerecht. Wirklich berühren vermag all das letztlich aber nicht mehr.

GREENBERG [USA 2010; Noah Baumbach] -
Geerdet, unprätentiös, schön. Dürfte für den Schausspieler Ben Stiller zudem ähnlich wichtig sein, wie PTAs PUNCH-DRUNK-LOVE für Comedy-Kollegen Adam Sandler.

POINT BREAK [USA 1991; Kathryn Bigelow] -

Die Vorlage zum Autoporno 2 FAST 2 FURIOUS: Hübsche Menschen vor hübscher Kulisse im Kampf gegen Macho-Gehabe, hohe Wellen und flachen Plot. Erfreulicherweise aber weitaus weniger schlecht gealtert, als man gemeinhin denken könnte. Macht Spaß.

THE BIRD WITH THE CRYSTAL PLUMAGE
[I/D 1970; Dario Argento] -
Das beengende Korsett des Kriminalfilms hat Argento bereits in seinem Debüt aufgebrochen, gänzlich entledigt hat er sich von diesem aber erst nach und nach. In seinen besten Momenten gelingen ihm aber schon hier Bilder, die man nicht mehr vergessen kann.

THE IDIOT [J 1951; Akira Kurosawa] -

Dostojewskis Außenseiter-Geschichte wird von Kurosawa überaus ambitioniert variiert und um eigene Motive ergänzt. Durch die 100minütige Kürzung des Studios wirkt der Film stellenweise aber arg inkohärent und entfernt von der Vision des Regisseurs.

ROCK OF AGES [USA 2012; Adam Shankman] -

Das Hollywood-Jukebox-Musical zur Oldie-Rock-Radio-Nacht: Verspielt, eskapistisch, bunt. Wer nicht im Spießbürgermodus mit irgendwelchen Defintionen von Rock Beckmesser spielt, hat hier seinen Spaß. Nicht zuletzt dank Tom Cruise.

ROBOCOP [USA 1987; Paul Verhoeven] -

Verhoevens Zynismus muss einem liegen, hier fügt er sich aber hervorragend in den Entwurf einer Dystopie ein, die soweit von unserer Realität nicht mehr entfernt scheint.

STARSHIP TROOPERS [USA 1997; Paul Verhoeven] -
Verhoeven #2 diesen Monat. Hatte ich cleverer und scharfzüngiger in Erinnerung, ist aber eigentlich nur eine recht platte, aber zumindest unterhaltsame Abrechnung mit Militär und Obrigkeitsstaat.

THE LAST PICTURE SHOW [USA 1971; Peter Bogdanovich] -
Ein Kino im wörtlichen Sinne als Spiegel einer Gesellschaft und ihrer Probleme. Faszinierend, dass ein Film aus den 70ern über die 50er, auch heute noch so aktuell erscheint. Völlig zurecht ein Klassiker des New-Hollywood-Films.

SEX AND THE CITY - THE MOVIE [USA 2008; Michael Patrick King] -
Der Vorwurf, der Film wäre nur eine gestreckte Serienfolge, ist ebenso wenig von der Hand zu weisen, wie jener über den massenmarktkompatiblen Verzicht auf allzu deutliche Dialoge und Bilder, als Fan-Service funktionieren Carrie & Co aber auch im Kino.

SEX AND THE CITY 2 [USA 2010; Michael Patrick King] -
Schwer zu sagen,wo die SATC-immanente Überzeichnung aufhört, und die unschöne Arroganz westlicher Blockbuster hinsichtlich des Umgangs mit fremden Kulturkreisen, durchzuscheinen beginnt. Ansonsten ähnlich wie der erste Film-Ableger eher braver Nachschlag.

SOUND OF MUSIC [USA 1965; Robert Wise] -
Eskapismus in Reinkultur. Lieblingsfilm.

31. Januar 2014

Filmtagebuch: Januar 2014


Ein Hoch auf die geschmäcklerische Zwei-Satz-Bewertung!

RAMBO [USA/ 2008; Sylvester Stallone]
Verkauft als "Ballern mit Botschaft", eigentlich aber nur ein einfältiger und von westlicher Arroganz geprägter Dschungelreigen, in dem Sly nochmal seine Muskeln zeigen darf. Dümmer aber auch harmloser -weil unbedeutender- als einst FIRST BLOOD.

LINCOLN [USA 2012; Steven Spielberg]
Während der Abstimmung im Repräsentantenhaus blitzt kurz Spielbergs Könnerschaft auf; über weite Strecken aber ist LINCOLN nicht mehr als ein leidlich ambitionierter Schulaufsatz, der sich mit akurater Nachstellung zufriedengibt.

THE NEW WORLD [USA/GB 2005; Terrence Malick]
Die wunderschönen Bilder sind in steter Nähe zum Kitsch, trotz- oder gerade deshalb eine faszinierende Annäherung an den Pocahontas-Mythos und nicht zuletzt auch eine elegische Ode an die Natur. Malick kann's aber noch besser.

007: CASINO ROYALE [GB/CZ/USA/D 2006; Martin Campbell]
Die Entmystifizierung 007s so streitbar wie letztlich notwendig. Als Actionfilm am Puls der Zeit, der vergangenem Bond-Interieur folglich nur noch mit einer Mischung aus postmoderner Ironie und Verachtung begegnet, aber sehr gut. *Aufwertung*

JACK REACHER [USA 2012; Christopher McQuarrie]

Verfilmte U-Bahn-Literatur mit Cruise im Mittelpunkt: Bisschen konstruiert, aber der vergleichsweise ruhige Tonfall und der dezent-gute Einsatz von Actionszenen heben JACK REACHER dann tatsächlich aus der grauen Masse heraus.

THERE'S SOMETHING ABOUT MARY
[USA 1998; Bobby Farrelly/Peter Farrelly]

Komödien, die sich erst im vermeintlichen Tabubruch und Anarchismus suhlen, nur um alles schlussendlich in eine spießbürgerliche Ordnung zu überführen, sind ja immer recht verlogen. Trotzdem der einzig erträgliche Farrelly-Film.

BROKEBACK MOUNTAIN
[USA/CDN 2005; Ang Lee]
 
Gewinnt mit jeder weiteren Sichtung mehr meine Liebe. Neben der ja sowieso schon spannenden Western-Dekonstruktion gelingt Lee auch noch der Diskurs über das Individuum in der Gesellschaft und das ganz große Drama. Kino.

2. November 2013

Shorties: The Terror (1963)


Roger Corman nannte ihn im Interview mit der „Zeit“ einmal den verrücktesten Film seiner Karriere, und ein Blick hinter die Kulissen (die allesamt von zeitgleich abgedrehten Poe-Adaptionen stammten) und auf die illustren Namen, die auf dem Regiestuhl Platz nahmen, legen nahe, dass er damit nicht Unrecht haben mag: Francis Ford Coppola, Jack Hill, Cutter Monte Hellman und zu guter Letzt gar Hauptdarsteller Jack Nicholson versuchten sich an der Erzählung über einen französischen Soldaten und dessen Begegnung mit einer hübschen Unbekannten aus gutem Hause. 

Jene turbulente Produktionsgeschichte mag sicher ihren Teil dazu beigetragen haben, dass das Potpourri aus Märchen- Sagen- und Genremotiven dabei bisweilen kryptisch und wegen ständiger Wechsel im Tonfall -munter folgt hier barocker Friedhofsgrusel auf ausgehackte Augen- durchaus auch albern daherkommt. Mit den großen Genrefilmen seiner Zeit, die ihren übernatürlichen Horror immer auch als Symbol allzu menschlicher Probleme verstanden, hat dieser naiven Gruselquatsch folglich wenig zu tun. Den jungen Nicholson und Boris Karloff beim Wandeln in bunten Gewändern durch ausladende Requisiten zu betrachten, ist trotz aller Probleme -oder vielleicht gerade deshalb?- nicht ohne Reiz. 
5 /10

6. Oktober 2013

Shorties: Tenebrae



TENEBRAE sollte für Argento nicht nur die Rückkehr zum klassischen Giallo seiner Anfangstage bedeuten, sondern gewissermaßen auch ein Befreiungsschlag. Immer wieder betont der Regisseur, die Geschichte um den Autor zahlreicher Bestseller mit zweifelhafter Reputation, sei auch Resultat der stetig wiederkehrenden Misogynie- und Gewaltvorwürfe, von denen die Rezeption seiner Filme stets mitgeprägt war. Letztlich gerinnt das nur zur morbiden Pointe, und zuviel sollte man sich inhaltlich von TENEBRAE trotz solcher Anekdoten natürlich sowieso nicht erwarten: Abermals wird der Whodunnit-Plot von munteren Motivwechseln und aberwitzigen bis durchaus albernen Wendungen regiert - Dario Argento lebt für seine Bilder, nicht für die Handlungen, die diese leidlich zusammenhalten. Insofern durchaus erstaunlich, wenn nicht sogar etwas enttäuschend, dass TENEBRAE von einigen grandiosen Kamerafahrten und der geschickten Ausnutzung verschiedener Räumlichkeiten nebst passendem Soundeinsatz abgesehen, im Vergleich zu den vorherigen Ausflügen des Italieners in Welt des Übersinnlichen, fast schon nüchtern daherkommt.  
7 / 10

4. Oktober 2013

TV: Breaking Bad

"You two suck at peddling meth."

***SPOILER IN DEN LETZTEN ZWEI ABSÄTZEN***

Geschichten, wie die von Walter White sind nicht neu, schon vor Jahrzehnten hat Brian DePalma dem uramerikanischen Mantra „From rags to riches“ in der Figur des Tony Montana seinen unschuldigen Glanz geraubt. Mit BREAKING BAD ist der pervertierte American Dream nun durchaus sprichwörtlich, in einer Szene läuft SCARFACE auf dem heimischen Fernseher, in den Vororten angekommen.

Es geht hier nicht um große Villen und schnelle Autos, sondern darum, sich im desolaten Gesundheits- und Sozialsystem der USA zu behaupten, so zumindest der anfängliche Tenor. Warum die Serie diesen Aufhänger ebenso rasch vergisst, wie sie letztlich auch die Krebserkrankung ihrer Hauptfigur in den Hintergrund drängt, bleibt bis zum Ende ungewiss. Viel zu schnell findet nicht nur der harmlose Chemie-Lehrer, sondern auch die Serie selbst, Gefallen daran, über Leichen zu gehen. Die menschliche Tragödie nebst beißendem Unterton wird nach und nach durch eine ausufernde Gangster-Ballade verdrängt, in deren Mittelpunkt nur noch das Ego seiner Hauptfigur Platz zu haben scheint.

Man möchte all das als Groteske lesen, den oftmals befremdlichen Umgang mit Nebenfiguren und die Zeitraffer-Verwandlung vom Biedermann zum Killer als Überspitzung rechtfertigen, würde Vince Gillian nicht zwischendurch doch immer wieder nahelegen, dass man hier eben keine Versuchsanordnung serviert bekommt, dass die Protagonisten nicht nur Mittel zum Zweck sondern Charaktere sind. Aber was bleibt von der Melancholie solcher Szenen schon übrig, wenn im nächsten Moment ein Zug überfallen oder ein Auto zum Feuergefecht umgerüstet wird?

Die Möglichkeit, aufgrund des Formats, Entwicklungen differenziert und vor allem langsamer erfahrbar zu machen, nutzt BREAKING BAD viel zu selten, nahezu teilnahmslos sieht man zu, wie der Kreis sich am Ende wieder schließt und der Aufstieg mit dem Fall besiegelt wird. Eine seltsam inkohärente Angelegenheit.
5 / 10
erschienen auf: MehrFilm

18. August 2013

Shorties: Nightmares in Red White and Blue / The Hunger Games


Der Ansatz Horrorfilme nicht nur auf ihre vordergründigen Mechanismen herunterzubrechen, sondern immer auch als Verarbeitungsfantasien politisch-gesellschaftlicher Probleme zu begreifen, mag grundsätzlich lobenswert sein. Unklar bleibt dabei aber, welche Zielgruppe ein Film anpeilt, dessen (Über-)ambition ihn zur permanent-problematischen Reduktion zwingt: Wer das Genre kennt, bekommt von den üblichen Verdächtigen lediglich bekannte Stichworte und Phrasen über Kriegs- und Revolutionsallegorien vorgekaut, Neulinge dürfen sich dahingegen zwar über die Nennung einer Titel abseits des Kanons freuen (Bonuspunkt an dieser Stelle für William Castle!), wirklich empfehlen will man dieses muntere Gespoilere mit all seinen Highlight-Montagen einzelner Filme aber auch ihnen nicht. Besser gleich THE AMERICAN NIGHTMARE gucken. 
4 / 10



THE HUNGER GAMES zu mögen, fällt schwer. Das liegt weniger an der grausamen Prämisse, von der der Film erzählt, sondern daran, wie er eben jene selbst verhandelt. Die Frage nach dem „Warum“ dieses Spektakels, bei dem Jugendliche verschiedenster Bezirke das Recht des Stärkeren einfordern und sich gegenseitig ins Jenseits befördern müssen, kann dort, wo man letztlich selbst dem Reiz des inszenierten Überlebenskampfes erliegt, gar nicht mehr gestellt werden.

Zusammengezimmert aus totgerittenen Diktatur-Analogien und dem Motiv der fürsorglichen Schwester, hat sich THE HUNGER GAMES bereits nach wenigen Minuten vollständig der Perspektive seiner Hauptdarstellerin verschrieben, die fortan als Mischung aus Lara Croft und Sophie Scholl die Rebellion des Guten im Bösen verkörpern darf: Kein Pfeil, der nicht gerechtfertigt ist, kein Tod, der nicht zu entschuldigen wäre – im Namen des Guten, und schlussendlich auch für die Liebe. Damit bedient der Film selbst auf fast schon groteske Art und Weise eben jene durch Manipulation hervorgerufene Sucht nach Identifikationsfiguren und der großen Show, die auch den „Tributen von Panem“ zugrunde liegen. Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
3 / 10

1. Juni 2013

Watchman: Im Mai 2013 gesehen

Veronica Mars [Season 01] -
USA 2004; diverse - (5 / 10)

The Wages of Fear -
F/I 1953; Henri-Georges Clouzot - (8 / 10)

Charade -
USA 1963; Stanley Donen - (8 / 10)

Laura -
USA 1944; Otto Preminger - (9 / 10)

The Discreet Charm of the Bourgeoisie -
F/I/E 1972; Luis Buñuel - (7 / 10)

Darkman -
USA 1990; Sam Raimi - (7 / 10)

Django Unchained -
USA 2012; Quentin Tarantino - (6 / 10)

Teaching Mrs. Tingle -
USA 1999; Kevin Williamson - (6 / 10)

Straw Dogs -
USA/GB 1971; Sam Peckinpah - (3 / 10)

The Aviator -
USA 2004; Martin Scorsese - (7 / 10)

The Perks of Being a Wallflower -
USA 2012; Stephen Chbosky - (8 / 10)

Maniac -
USA/F 2012; Franck Khalfoun - (5 / 10)

Pride & Prejudice -
F/GB/USA 2005; Joe Wright - (7 / 10)

Speedy -
USA 1928; Ted Wilde - (7 / 10)

Cruel Intentions -
USA 1999; Roger Kumble - (6 / 10)

What Ever Happened to Baby Jane? -
USA 1962; Robert Aldrich - (8 / 10)

Seed of Chucky -
USA 2004; Don Mancini - (3 / 10)

15. Mai 2013

Kurzkritik: Django Unchained


Am Ende brennt alles nieder. Wieder einmal. Nachdem im finalen Inferno der INGLOURIOUS BASTERDS die Hitler-Entourage verheizt wurden, darf in Tarantinos neustem Streich nun die Sklavenhaltermentalität der Südstaaten von den Flammen vernichtet werden. Der Brand als Reinigungsprozess. Diese Schlusseinstellungen, das Ergebnis eines abgeschlossenen Reifungsprozesses als Regisseur? Wohl kaum.

Quentin Tarantino scheint im Alter Gefallen an diesen großen Gesten, am Vertrauen auf die Kraft des Kinos und die Beschwörung dieser "alles ist möglich"-Mentalität gefunden haben, aber hinter jenen ikonischen Einstellungen fällt es schwer, etwas über den bloßen Selbstzweck hinaus zu finden.  DJANGO UNCHAINED ist natürlich weniger schwarze Emanzipationsphantasie, als schlicht ein launig verfilmter Groschenroman aus der Feder von Mister PulpFiction geworden, der mit dem Label einstiger Genrehelden hausieren geht. Niemand scheint sich dessen mehr bewusst zu sein, als Tarantino selbst, der den Tonfall seines Werks munter zwischen Albernheit und Zynismus hin und her schwanken lässt, und es im letzten Drittel überdeutlich als exploitationhafte Vendetta zu erkennen gibt. Wieder einmal.

Der neu interpretierte DJANGO bietet bei alledem ein paar Kabinettstückchen, die alleine das Ansehen rechtfertigen; aber er kämpft wie so oft auch gegen die ihm immanente Bedeutungslosigkeit an: Ein weiterer Flickenteppich der Filmgeschichte; ein Western aus postmoderner Perspektive von einem Regisseur, der seit über zwei Jahrzehnten Western-Elemente und Kino-Historie zusammenklöppelt. Stillstand auf hohem Niveau, wieder einmal.
6 / 10

1. Mai 2013

Kurzkritik: Evil Dead


"Everything's gonna be fine!"
Alles Unkenrufen und Befürchtungen zum Trotz: Das Remake zu Sam Raimis Genreklassiker THE EVIL DEAD aus den 80ern hält im Großen und Ganzen, was Name und Marketing-Kampagne versprechen. Mehr noch: In gewisser Weise stellt der Film sogar eine notwendige Rückbesinnung auf das Original dar, dessen Schreckensvision durch die beiden Nachfolger und die später einsetzende (eher befremdliche) Rezeption als Splatterkomödie  langsam zu verwässern drohte. Mehr noch als einst Raimi rückt Debütant Fede Alvarez in seinem EVIL DEAD die düsteren Aspekte des Geschichtleins um Besessenheit und Necronomicon in den Vordergrund und findet insbesondere gegen Ende auch einige dementsprechend morbid-beeindruckende Bilder für die über Wald und Mensch hereinbrechende Apokalypse.

Bis der Film sich in der zweiten Hälfte von der Vorlage endgültig emanzipiert und sie lediglich als Steilvorlage für einige Spielereien mit der Erwartungshaltung der Fans versteht, dauert es jedoch. Die Heimsuchung durch böse Geister als cold-turkey-Sinnbild mag noch leidlich gewitzt sein, das zwanghafte Verhalten moderner Horrorfilme, für alle Ereignisse eine kausale Ursache zu präsentieren, erweist sich aber auch hier als eher angestrengt: Wo früher das Urböse lauerte und seine makabren Späße ohne ersichtlichen Grund trieb, gibt es nun Exorzismus, Rache und ein langhaariges Gör in dunklen Ecken. Naja.   

Doch wenn sich die Leinwand im Inferno allmählich rot verfärbt und anschließend die Credits zu laufen beginnen, dann sind solche Schönheitsfehler vergessen: EVIL DEAD ist ein dreckiges und doch unschuldiges Vergnügen, ein Remake, das sich dem Ton des Originals verpflichtet hat, es aber weder durch die rosarote noch postmoderne Brille begutachtet, und ein Film dessen Gewaltspitzen im Multiplex-Kino seinesgleichen suchen dürften. Sehenswert.
6 / 10

Watchman: Gesehen im April 2013

Angel [Season 04] -
USA 2003; diverse - (4 / 10)

Angel [Season 05] -
USA 2004; diverse - (5-6 / 10)

The Woman -
USA 2011; Lucky McKee - (7 / 10)

The Evil Dead -
USA 1981; Sam Raimi - (8 / 10)

Evil Dead II -
USA 1987; Sam Raimi - (7 / 10)

Army of Darkness [Director's Cut]-
USA 1992; Sam Raimi - (3 / 10)

Evil Dead -
USA 2013; Fede Alvarez - (6 / 10)

The Hobbit: An Unexpected Journey -
USA/NZ 2012; Peter Jackson - (4 / 10)

Mommie Dearest -
USA 1981; Frank Perry - (8 / 10)

Woman Without Innocence -
CH 1978; Jesus Franco - (1 / 10)

The Killer -
HK 1989; John Woo - (6 / 10)

The Lords of Salem -
USA/GB/CDN 2012; Rob Zombie - (7 / 10)
 

27. April 2013

Kurzkritik: The Lords of Salem


"On a rare occasion, a special child appears."

Verglichen mit Rob Zombies bisherigen Filmen, die in ihren besten Momenten einem pulsierenden Rausch voller Adrenalin und Gewalt gleichkamen, muss die jüngste Regiearbeit des Musikers THE LORDS OF SALEM fast wie Innehalten nach dem Exzess wirken. Nahezu elegisch schwebt die Kamera durch dunkle Flure und durch die bekannten Settings des Okkultfilms, während die Geschichte mit zwielichtigen Nachbarn, einem Hexenkult und einer Schallplatte als Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart, den dazu passenden Aufhänger liefert. Die Handschrift des Regisseurs ist vorhanden, besonders in der zweiten Hälfte bietet der Film mit Licht- und Musikeinsatz einige morbid-schöne Albtraum-Szenarien, aber sie ist weniger offensichtlich-präsent als man es von Rob Zombie bislang gewohnt war. Damit unterläuft sein fünftes Werk gewissermaßen die Erwartungshaltungen und zwangsläufig auch Gefahr, Enttäuschungen heraufzubeschwören - es empfiehlt ihn aber auch als gereiften Filmemacher, bei dem Inhalt und Inszenierung mehr denn je untrennbar miteinandern verknüpft zu sein scheinen.
Letztlich ist THE LORDS OF SALEM kein Meisterwerk geworden, und phasenweise schwankt er fast schon unentschlossen zwischen ausladender Arthouse-Geste und Genre-Beschwörung hin- und her. Aber er zeigt, dass Zombie innerhalb seiner Aufarbeitung klassischer Horror-Sujets nichts am Stillstand gelegen ist, das er weiter experimentieren wird. Darauf kann man sich nur freuen.  
7 / 10

22. April 2013

Happy Birthday, Mr. Waters!


"Waters cultivates sleaze like a rare orchid. He is to Baltimore what Ingmar Bergman was to Sweden" 
 - Henry Scarupa in Baltimore Sun
  
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